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    Andermatt hat keinen Platz: Saisonarbeiter müssen ins Tessin ziehen

    Marco Schlatter
    Marco Schlatter

    Uri,

    Im Tourismus-Ort Andermatt UR fehlt Wohnraum. Nun sollen Saisonarbeitende im Tessin unterkommen. Airolo profitiert davon.

    Andermatt
    In Andermatt gibt es zu wenig Wohnungen für Saisonarbeiter. Ein Unternehmer organisiert ihnen nun Wohnungen im nahegelegenen Tessin. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Andermatt UR boomt der Tourismus. Es braucht immer mehr Arbeitskräfte.
    • Für die Saisonarbeiter sind bezahlbare Wohnungen knapp.
    • Nun vermittelt der ägyptische Investor Samih Sawiris den Saisonarbeitern Wohnungen im Tessin.

    Nur rund 30 Minuten mit dem Zug von Andermatt entfernt liegt Airolo im Tessin. Während im Urner Tourismusort bezahlbarer Wohnraum knapp wird, stehen im Nachbardorf zahlreiche Wohnungen leer. Einige davon bereits seit Jahren.

    Das soll sich nun ändern.

    Wie RSI berichtet, startet die Immobilienfirma Andermatt Swiss Alps ein Projekt, um leer stehende Tessiner Wohnungen an Arbeitnehmende zu vermitteln. Hinter dem Unternehmen steht der ägyptische Investor Samih Sawiris. Er entwickelte Andermatt mit Hotels, Ferienwohnungen und Freizeitanlagen zu einer Tourismusdestination.

    «Die Zahl der Arbeitenden in Andermatt wächst. Es wird immer schwieriger, eine Unterkunft zu finden. Die Kosten steigen», erklärt Hans Bandi von Andermatt Swiss Alps gegenüber dem italienischsprachigen Radio und Fernsehen.

    Airolo profitiert vom Wohnungsprojekt

    Den Anfang macht Airolo. In einer ersten Phase übernimmt Andermatt Swiss Alps 29 Wohnungen und Zimmer. Ab dem kommenden Jahr sollen dort 60 bis 70 Personen wohnen.

    Darunter befinden sich auch Immobilien, die früher von Armeeangehörigen, Festungswächtern oder Lokführern genutzt wurden. Nun könnten sie erneut Arbeitnehmenden als Unterkunft dienen.

    Für Airolo, eine Gemeinde mit vielen leerstehenden Wohnungen, ist das eine Chance.

    Gemeindepräsident Oscar Wolfisberg begrüsst die Wiederbelebung: «Wir freuen uns, dass die leer stehenden Wohnungen wieder genutzt und instand gesetzt werden. So erhalten die Eigentümerinnen und Eigentümer die Möglichkeit, ihre Immobilien mittelfristig wieder zu vermieten.»

    Das Projekt zeigt bereits erste Auswirkungen: Airolo verzeichnete in diesem Jahr einen Bevölkerungszuwachs von fünf Prozent.

    Gotthard soll weniger zur Barriere werden

    Damit das Modell funktioniert, braucht es gute Verkehrsverbindungen. Die Zugfahrt zwischen Andermatt und Airolo dauert rund 30 Minuten. Andermatt Swiss Alps stellt zudem eine verbesserte ÖV-Anbindung zwischen Andermatt und der Leventina in Aussicht.

    Für viele Beschäftigte seien die Pendelwege bereits heute machbar. Schwieriger werde es für Personen mit sehr frühen Arbeitszeiten oder späten Feierabenden.

    Was hältst du von der Idee?

    Airolo steht damit vor einer weiteren Aufgabe: Die neuen Bewohner sollen nicht nur zum Arbeiten ins Tessin kommen, sondern möglichst langfristig bleiben.

    Gemeindepräsident Wolfisberg möchte deshalb die Lebensqualität der Region stärker ins Bewusstsein rücken. Der Gotthard solle weniger als Trennlinie zwischen den Regionen wahrgenommen werden.

    So könnte aus dem Wohnraummangel in Andermatt eine Chance für das Tessin entstehen.

    Kommentare

    User #1168 (nicht angemeldet)

    Hoppla, hat man doch einfach vergessen dass die Einheimischen ja nur Geld verdienen wollen und die Arbeit anderen überlassen. Jaja, die könnt ihr im Winter nicht auf der Straße schlafen lassen. Aber dazu braucht es Grips!

    User #6439 (nicht angemeldet)

    Geld stinkt nicht! - Nicht nur in Andermatt... Die Angestellten sollen arbeiten und sich dann verdrücken!

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