Luzern saniert Gift-Spielplatz – Einwohner besorgt

Der Boden beim Spielplatz Rank war mit einem krebserregenden Stoff belastet. Nun suchen Gemeinden weitere Verdachtsfälle.
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Das Wichtigste in Kürze
- Belastete Böden könnten Kinder auf Schweizer Spielplätzen gefährden.
- Gemeinden müssen Verdachtsfälle prüfen und den Kantonen melden.
- In Luzern wurde beim Spielplatz Rank belasteter Boden bereits ersetzt.
Tausende könnten betroffen sein: Auf Schweizer Spielplätzen drohen Kinder mit belasteten Böden in Kontakt zu kommen. Besonders problematisch ist Blei. Der Stoff kann die Hirnentwicklung schädigen.
Wie viele Anlagen betroffen sind, ist noch unklar. Die Gemeinden müssen nun abklären, ob auf ihren Spielplätzen ein Risiko besteht. Verdachtsfälle sollen den Kantonen gemeldet werden. Seit April 2025 gilt für öffentliche Spielplätze eine Sanierungspflicht.
In Luzern musste belasteter Boden weg
In Luzern ist ein solcher Fall bereits bekannt. Der Spielplatz Rank im Maihofquartier war zu stark mit unerwünschten Chemikalien belastet. Die Stadt hat den verunreinigten Boden deshalb abgetragen und ersetzt.
Dabei ging es nicht um Blei, sondern um Benzo(a)pyren. Der Stoff gilt als krebserregend. Laut kantonalem Untersuchungsbericht liegt der Spielplatz im Perimeter eines alten Ablagerungsstandorts.
Früher wurde dort Grillkohle entsorgt. Darauf könnte die Belastung zurückgehen.
Der Kanton spricht von einem Einzelfall. In den anderen 20 untersuchten Luzerner Spielplätzen sei die Situation unbedenklich gewesen.
«Ich staune schon ein wenig»
Im Quartier sorgt der Fall dennoch für Gesprächsstoff. Gabriel (71) sagt zu Nau.ch: «Ich staune schon ein wenig, früher war das ein Steinbruch. Dass hier nun krebserregende Stoffe im Boden waren, überrascht mich.»
Auch Gaby (67) ist beunruhigt. «Es macht mir schon Sorgen. Es ist Zeit, dass man das Problem erkennt und die Spielplätze saniert. Und nicht zuwartet, bis wirklich noch Schäden entstehen, oder noch mehr Schäden.»
Rita (62) sieht die Sache gelassener. «Ich sehe das nicht so dramatisch. Es war einer der wenigen Spielplätze, und nun hat man ihn saniert.»
Risiko als «gering» eingestuft
Wie schätzt Luzern rückblickend das Risiko für Kinder ein, die vor der Sanierung regelmässig auf dem Spielplatz gespielt haben?
Die zuständige kantonale Dienststelle Umwelt und Energie habe das Risiko als «gering» eingeschätzt. Das sagt Stefan Herfort, stellvertretender Leiter Umweltschutz der Stadt Luzern, zu Nau.ch.
Aus der inzwischen durchgeführten Sanierung hätten sich «diesbezüglich auch keine neuen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen ergeben».
Die Stadt habe keine Kenntnis von Fällen, in denen Kinder gesundheitliche Beschwerden davongetragen haben, sagt Herfort. Auch hätten sich im Zusammenhang mit dem belasteten Boden keine besorgten Anwohnenden oder Eltern gemeldet.







