Kanton Luzern: Beratung soll Pflanzenschutzmittel aus den Gewässern halten

Im Kanton Luzern nutzen immer mehr Landwirtschaftsbetriebe die freiwillige Pflanzenschutz-Beratung. Ab Dezember 2026 kommt ein erweitertes Angebot dazu.

Wie lassen sich Pflanzenschutzmitteleinträge in Gewässer wirksam reduzieren? Das kantonale Projekt «Absenkpfad PSM Luzern» unterstützt Landwirtschaftsbetriebe mit der betriebsspezifischen Beratung dabei, Risiken für die Umwelt auf dem eigenen Betrieb zu erkennen und konkrete Verbesserungsmassnahmen umzusetzen. Das freiwillige Angebot erfreut sich einer grossen Nachfrage und der Kanton Luzern nimmt damit eine Vorreiterrolle ein.
Auf dem Feld sind sie zentral für den Kulturschutz, im Gewässer aber problematisch: Pflanzenschutzmittel (PSM) müssen sicher gehandhabt werden, damit keine Wirkstoffe in Gewässer gelangen. Gemäss Einschätzungen der Agroscope stammt ein erheblicher Teil der Einträge von Pflanzenschutzmitteln in Oberflächengewässer aus Punktquellen. Dabei handelt es sich um lokale, oft vermeidbare Eintragsquellen, die beispielsweise beim Anmischen und Befüllen der Spritze, bei der Gerätereinigung sowie im Umgang mit Restmengen direkt auf dem Hofareal entstehen.
Mit einer geeigneten Infrastruktur auf dem Betrieb sowie einer guten fachlichen Praxis im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln lassen sich diese Einträge verhindern.
Im Rahmen der betriebsspezifischen Beratung, einer Massnahme des Projekts Absenkpfad PSM Luzern, werden die Risiken für den Eintrag von Pflanzenschutzmitteln in Gewässer direkt auf dem Betrieb identifiziert. Auf einer Betriebsbegehung zusammen mit der Betriebsleitung werden die relevanten Arbeitsabläufe rund um die Handhabung von Pflanzenschutzmitteln betrachtet. Im Anschluss werden gemeinsam konkrete Massnahmen zur Risikoreduktion abgeleitet.
Betriebsspezifische Beratung hat sich im Kanton Luzern etabliert
Die seit 2025 angebotene betriebsspezifische Beratung hat sich im Kanton Luzern rasch etabliert und wird von den Betrieben sehr positiv bewertet. Laut Ruedi Barmettler, Beratungsperson am BBZN Hohenrain, schätzen die Betriebe insbesondere, dass es sich bei der Massnahme um ein Sensibilisierungs- und Beratungsinstrument handelt und nicht um ein Vollzugswerkzeug.
Die Betriebe zeigen grosses Interesse, sich in diesem anspruchsvollen und wichtigen Thema weiter zu verbessern und nachhaltig von der Beratung zu profitieren. Auch Adrian Bucheli, Landwirt aus Ruswil, schätzt das Angebot sehr und resümiert: «Dank der Beratung konnte ich mit einfachen Mitteln meine betrieblichen Abläufe optimieren und den Waschplatz auf den erforderlichen Standard bringen.»
Mit dem freiwilligen Beratungsangebot nimmt der Kanton Luzern schweizweit eine Vorreiterrolle ein. Um die Teilnahme zu fördern, wird die Beratung zur Hälfte durch den Kanton mitfinanziert. Seit diesem Jahr kann sie zudem als Weiterbildungskurs für die Fachbewilligung Pflanzenschutzmittel angerechnet werden.
Neues Angebot: «betriebsspezifische Beratung PLUS»
Im Rahmen der Massnahme «Runder Tisch» des Projekts Absenkpfad PSM Luzern bietet der Kanton in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) neu auch die betriebsspezifische Beratung PLUS an. Diese richtet sich an Betriebe im Einzugsgebiet der Wyna (Hintergrund ist die hohe Deltamethrin-Belastung von 2025) und findet von Dezember 2026 bis März 2027 statt. Ergänzend zur Beratung auf dem Hof werden auch Risiken betrachtet, die bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf dem Feld entstehen können.
Im Fokus stehen Abschwemmung (Verfrachtung von Pflanzenschutzmitteln durch abfliessendes Wasser) und Abdrift (Verfrachtung von Pflanzenschutzmitteln durch den Wind).






