Stadt Luzern

    Kanton Luzern: Taucher finden Pfahlbauten teils in schlechtem Zustand

    Staatskanzlei Kanton Luzern
    Staatskanzlei Kanton Luzern

    Luzern,

    Im Sempachersee LU hat die Kantonsarchäologie prähistorische Fundstellen untersucht. Bis 2028 werden über 30 Seeufersiedlungen in den Luzerner Seen geprüft.

    Kanton Luzern
    Die Box vom Luzerner Theater in der Stadt Luzern (Symbolbild) - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

    Taucharbeiten im Sempachersee liefern neue Erkenntnisse über den Zustand prähistorischer Seeufersiedlungen. Sie sind Teil eines kantonsweiten Projekts, mit dem die Kantonsarchäologie Luzern bis 2028 die bekannten Fundstellen in den Luzerner Seen systematisch untersucht. Das Projekt schliesst wichtige Wissenslücken und schafft damit Grundlagen für den Schutz des archäologischen Erbes und mehr Planungssicherheit bei Bauprojekten im Uferbereich.

    Den Auftakt der kantonsweiten Zustandsabklärung bildete ein Pilotprojekt im Sempachersee. Hier befinden sich mehrere bedeutende prähistorische Fundstellen. Im Oktober 2025 untersuchte die Unterwasserarchäologie der Stadt Zürich im Auftrag der Kantonsarchäologie Luzern während 20 Tagen das nördliche Ende des Sempachersees.

    Im Zentrum stand das Gammainseli, das Teil des UNESCO-Welterbes «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen» ist. Weitere Untersuchungen fanden rund um die Halbinsel Triechter statt. Die Fachleute der Unterwasserarchäologie dokumentierten die Ausdehnung und den Erhaltungszustand der archäologischen Strukturen unter Wasser und bargen oberflächlich liegende Funde und Pfahlproben für wissenschaftliche Untersuchungen.

    Gleichzeitig wurden die eingesetzten Methoden im Hinblick auf die weiteren Untersuchungen im Kanton geprüft.

    Unterschiedlicher Zustand unter Wasser

    Die Taucharbeiten beim Gammainseli zeigen deutliche Unterschiede im Erhaltungszustand. In tieferen Bereichen sind zahlreiche prähistorische Pfähle noch gut erhalten. In seichteren Zonen ist dagegen das Pfahlfeld in einem schlechten Zustand: Viele Pfähle sind abgebrochen, herausgerissen, verkippt oder bereits vollständig verschwunden.

    Stellenweise liegen auch Kulturschichten und archäologische Funde offen am Seegrund. Durch das Verschwinden von Pfählen und Kulturschichten geht ein bedeutendes archäologisches Archiv für immer verloren.

    Die Ergebnisse bestätigen die Notwendigkeit einer systematischen Zustandsabklärung. Gleichzeitig lieferte der Pilot wichtige methodische Erkenntnisse für die weiteren Untersuchungen.

    Weitere Seeufersiedlungen werden untersucht

    Die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt im Sempachersee fliessen direkt in die weiteren Arbeiten ein. Bis 2028 untersucht die Kantonsarchäologie schrittweise weitere der mehr als 30 bekannten prähistorischen Seeufersiedlungen in den Luzerner Seen. Dabei werden die Fundstellen lokalisiert, ihr Erhaltungszustand gemäss definierten Kriterien dokumentiert und mögliche Gefährdungen beurteilt.

    Ergänzend werden bestehende Archivunterlagen und frühere Untersuchungen ausgewertet. Die aktuellen Taucharbeiten finden im Oktober bis Anfang November im Sempachersee statt.

    Mehr Planungssicherheit im Uferbereich

    Dieses Wissen ist nicht nur für den Schutz des archäologischen Kulturerbes wichtig. Es schafft auch eine verlässlichere Grundlage für die Planung und Beurteilung von bewilligungspflichtigen Bauvorhaben im ufernahen Bereich, beispielsweise Seewasserleitungen oder Revitalisierungsprojekte.

    Sind Lage, Ausdehnung und Zustand der archäologischen Fundstellen bekannt, können sie frühzeitig in die Planung einbezogen werden. Mögliche Konflikte werden früher sichtbar und notwendige Massnahmen können gezielter festgelegt werden. Das erhöht die Planungssicherheit für Bauherrschaften, Gemeinden und weitere Projektbeteiligte.

    Gleichzeitig lässt sich besser beurteilen, welche Fundstellen gefährdet sind und wo Schutzmassnahmen notwendig sind.

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