Franzini (ALG): «Energiewende ist eine Frage der Souveränität»

Die Schweiz soll unabhängiger von Öl und Gas werden. Der Zuger ALG-Kantonsrat Luzian Franzini fordert in seinem Gastbeitrag den Ausbau erneuerbarer Energien.

Die grösste Bedrohung für die Souveränität der Schweiz liegt heute nicht an unseren Grenzen, sondern in unseren Heizungskellern und auf unseren Strassen. Das Weltwirtschaftsforum (WEF) warnt eindringlich davor, dass Lieferketten und Energieressourcen in globalen Konflikten zunehmend als geopolitisches Druckmittel eingesetzt werden.
Mittendrin steht die Schweiz: Extrem verwundbar, weil wir jährlich rund 8 Milliarden Franken für den Import fossiler Energieträger ins Ausland senden – oft direkt in die Kassen autokratischer Regimes. Unsere eigene Sicherheitsstrategie, insbesondere die bundesrätliche Massnahme M12, fordert deshalb unmissverständlich die Reduktion dieser gefährlichen Importabhängigkeit.
Wer die Schweiz schützen will, muss die fossile Abhängigkeit beenden und den Ausbau einheimischer, erneuerbarer Energien massiv beschleunigen. Der Schlüssel zur echten Unabhängigkeit liegt in der konsequenten Abkehr von Öl und Gas beim Heizen und im Autoverkehr.

Die Verbrennung fossiler Treibstoffe in Motoren und das Beheizen von Gebäuden mit fossilen Energieträgern sind die grössten Hebel unserer Erpressbarkeit. Der Umstieg auf Wärmepumpen und die Elektrifizierung unserer Mobilität sind daher keine rein ökologischen Projekte, sondern sicherheitspolitische Notwendigkeiten.
Doch dieser Wandel darf keine Elitenförderung sein; er muss im Alltag aller Menschen ankommen. Damit der Umstieg auf der Strasse gelingt, braucht es jetzt die richtigen Rahmenbedingungen und konkrete Unterstützung im Alltag. Ein zentraler Baustein ist das «Recht auf Laden».
Bisher scheitert die E-Mobilität oft an den Eigentumsverhältnissen: Wer zur Miete wohnt, hat in der Regel keine Möglichkeit, das eigene Auto unkompliziert zu Hause zu laden.
Ohne einen gesetzlichen Anspruch für Mieterinnen und Mieter und Stockwerkeigentümerinnen und Stockwerkeigentümer, auf eigene Kosten eine Ladestation zu installieren, bleibt die Mobilitätswende blockiert.
Zum Autor
Luzian Franzini ist Kantonsrat und Präsident Alternative-die Grünen Zug.
Nur wenn wir solche Hürden abbauen und den Umstieg sozial gerecht und unbürokratisch gestalten, gewinnen wir als Gesellschaft die Kontrolle über unsere Energieversorgung zurück und machen die Schweiz krisenfest.
Hinweis
Dieser Gastbeitrag ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.








