Luzern: Petition fordert Taubenschläge für 2500 Stadttauben

In Luzern leben schätzungsweise 2500 Stadttauben, betreute Schläge gibt es erst zwei. Eine Petition fordert ein Gesamtkonzept nach dem «Augsburger Modell».

Lancierung der Petition für ein nachhaltiges und tiergerechtes Stadttaubenmanagement in Luzern Die Sektion Luzern von Stadttauben Schweiz lanciert eine Petition an den Stadtrat und Grossen Stadtrat. Gefordert wird ein nachhaltiges Gesamtkonzept nach dem praxiserprobten «Augsburger Modell», um die Taubenpopulation tierschutzgerecht zu regulieren, Verschmutzungen zu reduzieren und das Tierleid verwilderter Haustauben dauerhaft zu beenden. Die Petitionswebseite Die heutige Situation in der Stadt Luzern belastet die Bevölkerung, die Hauseigentümerschaften das Gewerbe und die Stadttauben gleichermassen Zurzeit leben schätzungsweise 2’500 Stadttauben im städtischen Raum.
Bislang verfügt Luzern lediglich über zwei betreute Taubenschläge, die mit rund 180 Brutplätzen nur einen geringen Bruchteil der Population erreichen. Ein entscheidendes Manko des bisherigen Umgangs ist das Fehlen einer artgerechten Fütterung in den Schlägen. Ohne diese werden die Tiere nicht an die Schläge gebunden, suchen weiterhin im öffentlichen Raum nach Nahrung und brüten an unkontrollierten Standorten wie Fassaden, Dächern, Balkonen oder Infrastruktur.
Stadttauben sind weder Wildtiere noch Schädlinge, sondern verwilderte Haustauben, die zucht- und domestikationsbedingt ganzjährig brüten können. Verschmutzungen, hohe Reinigungskosten und leidende Tiere sind keine unvermeidbaren Begleiterscheinungen des Stadtlebens, sondern die Folge eines mangelhaften Managements.
Die Stadt Luzern vertritt bisher den Standpunkt, dass die Tiere im öffentlichen Raum trotz Fütterungsverbot genügend Nahrung finden würden. Tatsächlich besteht das verfügbare Nahrungsangebot zu einem erheblichen Teil aus ungeeigneten menschlichen Abfällen. Dies begünstigt Fehl- und Mangelernährung sowie Krankheiten.
Hinzu kommen Verletzungsgefahren durch Abfälle wie Schnüre, Haare oder Fäden, die sich um die Füsse der Tiere wickeln und zu schweren Verletzungen oder Infektionen führen können.
Eine Verknappung des Nahrungsangebots verhindert die Fortpflanzung zudem nicht zuverlässig.
Stadttauben brüten auch bei unzureichender Nahrungsversorgung weiter, wodurch insbesondere die Sterblichkeit der Jungtiere steigt. Tötungsmassnahmen bieten ebenfalls keine nachhaltige Lösung, da sich dezimierte Bestände durch Zuwanderung und freiwerdende Ressourcen rasch wieder erholen.
Das «Augsburger Modell» als bewährte Lösung
Mit betreuten Taubenschlägen nach dem Augsburger Modell existiert seit vielen Jahren eine praxiserprobte und tiergerechte Lösung. Die Petition fordert für Luzern ein Gesamtkonzept mit folgenden Kernmassnahmen:
Betreute Taubenschläge: Einrichtung ausreichender Schläge an Hotspots zur gezielten Bindung eines möglichst grossen Teils der aktuell ca. 2'500 Tiere.
Bestandsregulierung: Nachhaltige und tierschutzgerechte Populationskontrolle durch systematischen Eiertausch.
Artgerechte Versorgung: Fütterung und Wasserversorgung ausschliesslich in den Schlägen sowie Gesundheitskontrollen und die tiermedizinische Versorgung kranker oder verletzter Tiere.
Begleitmassnahmen: Tierschutzgerechtes Verschliessen ungeeigneter beziehungsweise unkontrollierter, wilder Brutplätze. Gezielte Aufklärung der Bevölkerung sowie – wo erforderlich – Fütterungsverbote ausserhalb der Schläge.
Vorteile für die ganze Stadt
Ein solches Management nützt Mensch, Tier und der Stadt gleichermassen:
Sauberkeit: Die Stadttauben werden durch die artgerechte Fütterung an den Schlag gebunden. Der Grossteil des Taubenkots fällt im betreuten Schlag an und kann dort fachgerecht entsorgt werden. Dies reduziert Verschmutzungen im öffentlichen Raum und schützt historische Kulturgüter.
Wirtschaftlichkeit: Hauseigentümerschaften und die öffentliche Hand sparen langfristig Kosten für Reinigung, Gebäudeunterhalt und teure Vergrämungsmassnahmen wie Netze oder Spikes.
Tierwohl: Artgerechte Fütterung verhindert Hunger sowie Fehl- und Mangelernährung.
Kranke Tiere werden frühzeitig betreut; Tötungen und Aushungerung werden überflüssig.
Vorbildfunktion: Luzern etabliert sich als Vorbild für andere Schweizer Städte mit einer tierfreundlichen und nachhaltigen Lösung, welche die Interessen von Bevölkerung, Gewerbe und Tierschutz vereint.





