Luzernerland

    Sempach LU: Budget 2027 sieht ein Minus von 861'870 Franken vor

    Stadt Sempach
    Stadt Sempach

    Ruswil,

    Die Stadt Sempach LU budgetiert für 2027 ein Minus von 861'870 Franken; der Steuerfuss bleibt bei 1.65 Einheiten. Entschieden wird am 23. November.

    Sempach LU
    In der Altstadt der Gemeinde Sempach (Symbolbild) - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

    Die Planung stützt sich auf die gültige Gemeindestrategie sowie das Legislaturprogramm 2026–2029.

    Die beiden Dokumente sind auf der Webseite der Stadt Sempach abrufbar.

    Verbindlichkeit der Budgetkredite (Ausgabenkompetenzen) / Vorgaben Stadtrat

    Die bewilligten Budgetkredite (Globalbudget in der Erfolgsrechnung, Bruttoausgaben in der Investitionsrechnung) dürfen gemäss § 12 FHGG nicht überschritten werden. Vorbehalten bleiben Nachtragskredite, bewilligte Kreditüberschreitungen und Kreditübertragungen gemäss §§ 14–16 FHGG. Unter Berücksichtigung des vorhandenen Eigenkapitals und der übrigen Planungsannahmen erachtet der Stadtrat budgetierte Verluste von bis zu 1/10 Steuereinheit, d. h. aktuell maximal Fr. 980'000, als tragbar.

    Der Stadtrat geht davon aus, dass durch punktuelle Nichtausschöpfung von bewilligten Ausgaben und/oder nicht budgetierte Mehreinnahmen ein besseres Jahresergebnis erreicht werden kann.

    Bevölkerungsentwicklung

    Das Bevölkerungswachstum entwickelt sich weiterhin moderat. Per 31. August 2026 zählt Sempach rund 4'479 Einwohnerinnen und Einwohner (Vorjahresende: 4'478 Einwohnende). Damit liegt die Entwicklung im Rahmen der Erwartungen: Der Stadtrat rechnet, wie letztes Jahr bereits budgetiert, per Ende 2026 unverändert mit einer Einwohnerzahl von 4'500. Für die nächsten vier Planjahre geht er von einem gleichmässigen Bevölkerungswachstum von jährlich 0.7 % aus.

    Mit dieser Entwicklung beträgt die durchschnittliche Wachstumsrate über den gesamten Zeitraum von 2014 bis 2030 +0.65 % pro Jahr.

    Die Altersstruktur der Stadt Sempach verändert sich weiter. Der Anteil der über 65-Jährigen nimmt weiter zu, während der Anteil der unter 20-Jährigen leicht rückläufig ist. Nach einem kurzfristigen Anstieg rechnet die Stadt Sempach an der Schule Sempach nun wieder mit tieferen Schülerzahlen von rund 481 Schülerinnen und Schülern (Vorjahr 496).

    Davon entfallen 26 Schülerinnen und Schüler auf die Gemeinde Eich. In den Planjahren dürfte die Schülerzahl weiter abnehmen.

    Finanzlage und Steuerentwicklung

    Die Stadt Sempach ist finanziell gut aufgestellt. In den vergangenen Jahren konnte das Eigenkapital kontinuierlich gemäss Vorgabe der Finanzstrategie auf 22.67 Millionen Franken (ohne Spezialfinanzierungen und Fonds) erhöht werden. Damit bewegt sich das Eigenkapital stabil innerhalb der strategischen Bandbreite und bietet eine verlässliche Grundlage für die geplanten Investitionen, die in den Planjahren, bedingt durch Verschiebungen aus Vorjahren, höher ausfallen.

    Die Stadt Sempach weist aktuell ein Pro-Kopf-Guthaben (Finanzkennzahl Nettoschuld pro Einwohner) aus. In den nächsten Jahren wird sich dieses, bedingt durch die Investitionen in das Verwaltungsvermögen, in eine Pro-Kopf-Verschuldung wandeln. Der Stadtrat nimmt dies bewusst in Kauf.

    Während sich die Steuereinnahmen stabil halten, profitiert Sempach im Vergleich zum Vorjahr von einem weiteren Minderaufwand von zusätzlich Fr. 169'000 beim kantonalen Finanzausgleich.

    Die budgetierten Ausgaben in der Erfolgsrechnung orientieren sich an den Einnahmen. Aufgrund der nun verfügbaren personellen Ressourcen werden im Budget- und den Planjahren bisher aufgeschobene Planungen für mehrere Projekte gestartet, was kurzfristig zu einem erhöhten Aufwandüberschuss führt. Dieser soll aus dem Eigenkapital kompensiert werden. Der Steuerfuss bleibt stabil auf 1.65 Einheiten.

    Der Kanton hat im Juli 2026 informiert, dass die Gemeinden ab 2027 mit deutlich höheren Steuereinnahmen aus der OECD-Steuer rechnen können. Die OECD-Steuer fällt aufgrund der Einführung einer globalen Mindeststeuer von multinationalen Unternehmen an. Der budgetierte Anteil der OECD-Steuereinnahmen für Sempach ist ab 2027 mit Fr. 1'025'000 (2026 Fr. 525'000) berücksichtigt.

    Einflussfaktoren und Plangrössen

    Der Stadtrat und die Verwaltung streben eine bedarfsgerechte Erfüllung der vielfältigen öffentlichen Aufgaben an. Um den erhöhten Anforderungen und dem personellen Ressourcenengpass entgegenzuwirken, wurden im Budget 2027 beim Personal folgende Anpassungen berücksichtigt:

    Aufgabenbereich Finanzen und Sicherheit:

    Über den gesamten Bereich ist eine Pensenerhöhung um 90 Stellenprozente vorgesehen. Dies aufgrund der erhöhten Anzahl zu bearbeitenden Steuerdossiers und einem Ausbau im Bereich Finanzen, unter anderem auch, um die Nachfolge der Bereichsleitung sicherzustellen.

    Aufgabenbereich Raum, Umwelt und Energie (RUE): Über den gesamten Bereich ist eine Pensenerhöhung um 100 Stellenprozente vorgesehen, mehrheitlich aufgrund der Entwicklung zu einem regionalen Bauamt, mit der Übernahme der Tätigkeiten für die Gemeinde Hildisrieden.

    Aufgabenbereich Infrastruktur: Über den gesamten Bereich ist eine Pensenerhöhung um 75 Stellenprozente vorgesehen, welche aufgrund der erweiterten Aufgaben benötigt wird.

    Aufgabenbereich Soziales und Gesellschaft:

    Über den gesamten Bereich ist eine Pensenerhöhung um 80 Stellenprozente vorgesehen. Davon 60 im Bereich Gesellschaft aufgrund der Zunahme an Aufgaben und 20 für den Bereich Jugendarbeit.

    Dank dieser Pensenerhöhung können bisher extern bezogene Dienstleistungen teilweise durch eigene Ressourcen abgedeckt werden. Gesamthaft umfasst das Stellenetat neu 34.9 Vollzeitpensen. Für die anschliessenden Planjahre erwartet der Stadtrat keine weiteren Pensenerhöhungen.

    Die Veränderung des Personalaufwands wird in den Planjahren mit 1.0 % pro Jahr berücksichtigt. Beim Sach- und Betriebsaufwand wird die Teuerung mit jährlich 1.0 % eingeplant. Das Zinsniveau für Neukredite hat sich nach stärkeren Schwankungen auf einem moderaten Niveau gefestigt.

    Dank der frühzeitigen Bezahlung der Steuern durch die Steuerpflichtigen kann der verbleibende zu verzinsende Fremdkapitalbedarf tief gehalten werden. Entsprechend wird in den gesamten Finanzplanjahren mit durchschnittlichen Zinskosten von 1.5 % auf dem neu benötigten Fremdkapital geplant.

    Immobilienvorhaben

    Der Budgetwert 2027 und der Planwert 2028 werden durch nachfolgende drei Vorhaben besonders beeinflusst:

    Gebiet Stadtweiher Süd: Im Rahmen der Ortsplanungsrevision wurde das Gebiet Stadtweiher umgezont. Die Stadt Sempach plant gemeinsam mit weiteren Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern, im Rahmen eines qualitätssichernden Verfahrens die mittelfristige Überbauung dieses Gebiets voranzutreiben. Die anteiligen Verfahrenskosten sind in der Erfolgsrechnung 2027 eingeplant.

    Gebiet Meierhof: Die Stadt Sempach erwarb im Jahr 2024 zwei Parzellen im Gebiet Meierhof. Als mögliche Handlungsvariante wurde dabei eine Überbauung mit Alterswohnungen aufgezeigt. Der Stadtrat befasst sich in den nächsten Monaten mit dem geplanten Nutzungsprogramm und wird die Bevölkerung anschliessend über die Ergebnisse informieren.

    Sobald das Nutzungsprogramm feststeht, wird ein qualitätssicherndes Verfahren eingeleitet. Die anteiligen Verfahrenskosten sind in der Erfolgsrechnung 2027 eingeplant.

    Sportanlagen auf Schulanlage:

    Die bestehenden Turnhallen müssen mittelfristig saniert werden. Der Stadtrat prüft aktuell, ob anstelle der bestehenden Turnhallen Rank und Tormatt eine Dreifachturnhalle erstellt oder ob die beiden Turnhallen saniert werden sollen. Die Ergebnisse dieser Abklärungen liegen in den nächsten Monaten vor, anschliessend wird die Bevölkerung informiert.

    Strukturelle und gesetzliche Veränderungen

    Mit der Zustimmung zur Steuergesetzrevision 2025, die schrittweise 2025 und 2028 in Kraft tritt, haben die Stimmberechtigten die Einnahmenpotenziale in den letzten Jahren deutlich reduziert. Zusätzlich fällt 2029 der Eigenmietwert weg und die nächste Steuergesetzrevision zeichnet sich bereits ab. Wie sich diese beiden Elemente auf die Planjahre 2029 und 2030 auswirken, lässt sich heute noch nicht abschätzen.

    Der Kanton hat seine Prognosen zur OECD-Besteuerung in den letzten Jahren mehrfach angepasst. Die Gemeinden erhalten davon einen Anteil von 25 %. Wie hoch die Erträge in den Planjahren 2028–2030 ausfallen werden, lässt sich aufgrund der aktuellen Informationslage noch nicht genauer beziffern.

    Die Stimmberechtigten haben im Jahr 2025 einer Teilrevision des kantonalen Finanzausgleichs zugestimmt. Dank dieser Teilrevision sowie der starken Zunahme der juristischen Steuern in einzelnen Gemeinden muss Sempach künftig netto weniger in den Finanzausgleich einzahlen. Die mittelfristige Entwicklung lässt sich bislang nur grob einschätzen, da für das Planjahr 2030 zusätzlich eine Totalrevision des kantonalen Finanzausgleichs vorgesehen ist.

    Der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung wächst kontinuierlich. In den letzten zwei Jahren sind die kommunalen Beiträge für die Langzeitpflege in Heimen entsprechend deutlich gestiegen. Wie sich dies künftig weiterentwickelt, lässt sich aktuell nur bedingt abschätzen.

    Zusammenfassung Globalbudgets 2027–2030 Aufgabenbereiche

    Das Budget 2027 der Stadt Sempach rechnet in der Erfolgsrechnung bei einem Gesamtaufwand von Fr. 39'333'443 und einem Gesamtertrag von Fr. 38'471'572 mit einem Aufwandüberschuss von Fr. 861'870 (Vorjahr Aufwandüberschuss von Fr. 623'130). Der Steuerfuss bleibt stabil auf 1.65 Einheiten.

    Der Aufwandüberschuss reduziert sich im Planjahr 2028 auf Fr. 712'245, im Jahr 2029 auf Fr. 184'137 und im Jahr 2030 auf Fr. 167.

    Die Auswirkungen von in den Vorjahren verschobenen und neuen Projekten zeigen sich besonders im Budgetjahr 2027 und im Planjahr 2028. Ab 2029 wird von einer Abflachung ausgegangen, welche wieder vollumfänglich aus dem Ertrag finanziert werden kann. Für die Planjahre 2028–2030 wird weiterhin mit einem Steuerfuss von 1.65 Einheiten gerechnet.

    Zusammenfassung Total der Bruttoausgaben der Investitionsrechnung

    In den kommenden Jahren sind weitere Investitionen im Hoch- und Tiefbau notwendig. Diese werden laufend priorisiert und über die Planjahre gestaffelt.

    Das Budget 2027 sieht in der Investitionsrechnung Bruttoausgaben von Fr. 4'686'000 und Einnahmen von Fr. 152'000 vor, was Nettoausgaben im Jahr 2027 von Fr. 4'535'000 ergibt. Davon sind Fr. 850'000 für Projekte im öffentlichen Grund (Erneuerung Strassenraum und Fusswege, Bushaltestellen etc.) budgetiert. Weitere Fr. 1'530'000 sind für die Sanierung von Abwasserleitungen der Siedlungsentwässerung vorgesehen. Die grössten Vorhaben sind Schauensee, wofür ein Sonderkredit gesprochen wurde, und die ARA-Vernetzung Aussenwerke.

    Im Bereich der Immobilien des Verwaltungsvermögens sind insgesamt Fr. 1'740'000 budgetiert. Dies unter anderem für die Sanierung des Seeplätzlis und einem öffentlichen WC mit Container-Unterstand in der Seeallee.

    Für das weitere Vorgehen betreffend den Turnhallen Rank/Tormatt (Sanierung vs. Neubau), ist der Entscheid noch ausstehend. Entsprechende Mittel sind für beide Positionen berücksichtigt. Weitere Positionen sind eingestellt für die Optimierung der Arbeitsplatzorganisation im Stadthaus, die Erstellung einer Immobilienstrategie, Absturzsicherungen Dächer Schulanlagen sowie Brandschutzmassnahmen für diverse Liegenschaften.

    Die Bruttoausgaben im Planjahr 2028 belaufen sich auf Fr. 4'121'000.

    Die grössten Vorhaben in diesem Planjahr sind eine weitere Tranche für Haltestellen, Strassenraumprojekte wie Büelgass, das Trottoir Beromünsterstrasse, Hubelstrasse oder auch für die Aufwertung und Stärkung der Aufenthaltsqualität im Städtli und die Rampe für das öffentliche WC bei der Totenkappelle. Weitere Investitionen sind für die Sanierung der Gebäudehülle Darrenmatte und für das Stadthaus (Sonderkredit) vorgesehen. Für das Seeplätzli ist eine zweite Tranche vorgesehen, ebenso für die Sanierung der Sanitärleitungen im Schulhaus Tormatt.

    Eine erste Tranche ist für die Gesamterneuerung der Sportanlage Seeland vorgesehen, wie auch die zweite Tranche für die Sanierung der Turnhallen (analog Jahr 2027) und Brandschutzmassnahmen für diverse Liegenschaften.

    Im Planjahr 2029 steigen die geplanten Investitionen auf Fr. 6'296'000.

    Das finanziell grösste Projekt im Jahr 2029 ist die Sanierung des Hauptgebäudes Seevogtey mit Fr. 3'000'000.

    Im letzten Planjahr 2030 sinken die Bruttoinvestitionen auf Fr. 4'083'000.

    Die grössten Projekte sind weitere Sanierungskosten des Hauptgebäudes Seevogtey mit Fr. 2'000'000 sowie die Umsetzung der Gestaltung des unteren Friedhofs mit Fr. 500'000.

    Risiken

    Verschiedene Faktoren können die künftige finanzielle Entwicklung der Stadt Sempach negativ beeinflussen:

    Tiefere Schülerzahlen bei gleichbleibender Anzahl Klassen und Pensen Steigende Sozialkosten (Ergänzungsleistungen, Spitex- und Pflegefinanzierung Heime) Erhöhte Abschreibungen durch Kostenüberschreitungen bei Investitionsvorhaben Zusammenarbeit mit Kanton (neue Vorgaben, Anpassungen Kostenteiler, etc.) Ertragsentwicklung OECD-Steuern und Ertragsaufteilung auf einzelne Gemeinden Steigende Kosten im Bildungsbereich (Attraktivierung Lehrerberuf, neue Betreuungsmodule, Kostenbeiträge Sonderschulpool, Kürzung Pro-Kopf-Beiträge des Kantons betreffend Einbindung Infrastrukturkosten in Standardkosten) Bericht der Controlling-Kommission Die Controlling-Kommission hat den Aufgaben- und Finanzplan für die Periode vom 1. Januar 2027 bis 31. Dezember 2030 und das Budget (Erfolgsrechnung und Investitionsrechnung) inkl. Steuerfuss sowie die politischen Leistungsaufträge für das Jahr 2027 der Stadt Sempach beurteilt.

    Ihre Beurteilung erfolgte nach dem gesetzlichen Auftrag sowie dem Handbuch Finanzhaushalt der Gemeinden, Kapitel 2.5 Controlling. Gemäss ihrer Beurteilung entsprechen der Aufgaben- und Finanzplan sowie das Budget den gesetzlichen Vorschriften. Die aufgezeigte Entwicklung der Gemeinde wird als positiv und nachhaltig erachtet. Der vom Stadtrat vorgeschlagene Steuerfuss von 1.65 Einheiten wird als notwendig beurteilt.

    Die Controlling-Kommission empfiehlt, das vorliegende Budget 2027 mit einem Aufwandüberschuss von Fr. 861'870 inkl. einem Steuerfuss von 1.65 Einheiten, Investitionsausgaben von Fr. 4'686'000 sowie die politischen Leistungsaufträge zu genehmigen.

    Bericht der kantonalen Aufsichtsbehörde zum Vorjahresbudget

    Die kantonale Aufsichtsbehörde hat das Budget 2026 und das Jahresprogramm 2026 sowie den Finanz- und Aufgabenplan 2027–2029 geprüft und keine Anhaltspunkte feststellen können, die aufsichtsrechtliche Massnahmen erfordern würden.

    Die Gemeindeversammlung findet am Montag, 23. November 2026, um 19.30 Uhr in der Festhalle Seepark statt.

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