Nidwalden

    Kanton Nidwalden: Trockenheit hält an – Bevölkerung soll Wasser sparen

    Staatskanzlei Kanton Nidwalden
    Staatskanzlei Kanton Nidwalden

    Nidwalden,

    Im Kanton Nidwalden gilt weiter die zweithöchste Trockenheitsstufe des Bundes. Die Trinkwasserversorgung ist gesichert, der Kanton prüft weitere Massnahmen.

    Kanton Nidwalden
    Gemeindeverwaltung (Symbolbild) - Nau.ch / Ueli Hiltpold

    Die jüngsten Regenfälle tun der Natur gut, haben bisher aber keine wesentliche Entspannung der Trockenheitssituation gebracht. Im Kanton Nidwalden gilt weiterhin die zweithöchste Trockenheitsstufe des Bundes. Die Trinkwasserversorgung ist sichergestellt.

    Die Bevölkerung wird jedoch gebeten, mit Wasser sparsam umzugehen. Der Kanton beobachtet die Lage laufend und prüft bei Bedarf weitere Massnahmen.

    Die seit Monaten anhaltende Trockenheit ist im Kanton Nidwalden weiterhin spürbar. Die bisherigen Niederschläge reichen nicht aus, um die Situation nachhaltig zu verbessern. Die Grundwasserstände sind sehr tief und einige Bäche führen nach wie vor nur wenig oder gar kein Wasser. Die Situation ist derzeit beherrschbar.

    Doch auch in den kommenden Wochen ist gemäss derzeitigen Prognosen nicht mit ausreichenden Niederschlägen zu rechnen. Eine nachhaltige Entspannung ist erst bei ergiebigen und länger anhaltenden Regenfällen zu erwarten.

    Trockenheit ist nicht nur ein Sommerthema

    Die diesjährige Trockenheit wirkt über die Sommermonate hinaus. Entscheidend ist, ob über längere Zeit genügend Niederschlag fällt, damit sich Böden, Gewässer und Grundwasservorkommen erholen können. Zwar verringern tiefere Temperaturen die Verdunstung.

    «Bleibt der Regen aber auch im Herbst und Winter aus, nehmen wir das Wasserdefizit ins nächste Jahr mit, was die Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung und die Gewässer zusätzlich unter Druck setzen könnte», erklärt Landwirtschafts- und Umweltdirektor Joe Christen.

    Die Grundwasserstände befinden sich derzeit auf einem Niveau, das üblicherweise erst im Winter erreicht wird. Bei der Grundwasserfassung Obermilchbrunnen in Stans lagen die monatlichen Mittelwerte des Grundwasserspiegels seit Juni durchschnittlich rund 1.5 Meter unter den langjährigen Vergleichswerten von 1992 bis 2025. Der tiefste langjährige Monatsmittelwert, der normalerweise im Februar erreicht wird, wurde bereits im Juni unterschritten.

    Die Trinkwasserversorgung bleibt dennoch sichergestellt.

    Die Trockenheit hat in der Landwirtschaft insbesondere die Sömmerungsbetriebe getroffen. Um die Versorgung von Mensch und Tier sowie die Käseproduktion sicherzustellen, musste bei Bedarf zusätzliches Wasser per Helikopter auf die Alpen transportiert werden.

    Der heisse und trockene Sommer hat zudem die Fliessgewässer stark belastet. Noch immer sind einzelne Bachabschnitte ausgetrocknet oder führen sehr wenig Wasser. Auch die Engelbergeraa weist seit Wochen geringe Abflussmengen und hohe Wassertemperaturen auf.

    Für Fische und andere Wasserlebewesen ist diese Kombination problematisch: Je wärmer das Wasser, desto weniger Sauerstoff kann es aufnehmen. «Aber auch die Wassermenge spielt eine wichtige Rolle», so Joe Christen. «Wenn Bäche kaum noch Wasser führen, fehlen den Tieren wichtige Lebensräume und Rückzugsmöglichkeiten. Deshalb ist es besonders wichtig, dass genügend Wasser in den Gewässern bleibt.»

    Die Bevölkerung wird deshalb gebeten, Trinkwasser bewusst und sparsam zu verwenden. Ein geringerer Verbrauch entlastet die Wasserreserven und kann dazu beitragen, dass weniger Wasser aus natürlichen Gewässern entnommen werden muss. Davon profitieren sowohl die Trinkwasserversorgung als auch die Umwelt.

    Wasserbezüge aus Gewässern sind dem Amt für Umwelt und Energie wie bisher vorgängig mit dem entsprechenden Meldeformular zu melden.

    Einschränkungen bei anhaltender Trockenheit möglich

    Eine ausreichende Entspannung der Wasserressourcen ist derzeit nicht absehbar. Sollte sich die Situation nicht verbessern, prüft der Kanton weitere Massnahmen, um die Wasserressourcen zu schonen und die Fliessgewässer sowie die darin lebenden Tiere und Pflanzen zu schützen.

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