Kirchgemeinde Luzern macht Schulung gegen Übergriffe zur Pflicht

Die Katholische Kirche Stadt Luzern schickt alle ihre rund 200 festangestellten Mitarbeitenden an eine Schulung zur Prävention von Übergriffen. Diese Massnahme ist Teile ihrer Strategie gegen Grenzverletzungen und Machtmissbrauch.

Sie habe ihre Lehre aus den Missbrauchsfällen im kirchlichen Kontext gezogen, hielt die Kirche in einer Mitteilung vom Mittwoch fest. Im laufenden Jahr sollen darum nicht nur die Mitarbeitenden aus «sensiblen Bereichen» wie der Seelsorge oder der Jugendarbeit eine ganztägige Basisschulung absolvieren, sondern alle Festangestellten. Darunter auch Religionslehrpersonen, Kirchenmusikerinnen und -musiker oder das Personal in den zentralen Diensten, vom Sekretariat über Bau bis Marketing. Die Mitglieder der Legislative (Grosser Kirchenrat) und der Exekutive (Kirchenrat) sollen die Schulung im nächsten Jahr besuchen.
Wie es in der Mitteilung hiess, erarbeiteten Führungskräfte und Mitarbeitende das Strategiepapier zusammen mit einer Fachstelle. Die Grundlage lieferte das allgemeine Schutzkonzept des Bistums Basel, dem die Luzerner Kirchgemeinde angehört. Gemäss Communiqué soll die Strategie eine Kultur stärken, «in der sich jeder Mensch sicher und ernst genommen fühlt».
Teil der Strategie ist auch eine neue unabhängige Meldestelle des Bistums. Diese ist beim Anwalts- und Notariatsbüro Hess Advokatur in Sursee angesiedelt. Bei Missbräuchen oder Verdachtsfällen soll die Meldestelle «alle nötigen Schritte» einleiten.
Die Katholische Kirche Luzern kündigte in der Mitteilung weitere Schritte an, um die Kirche zu modernisieren. So lancierte sie ein neues «Freiwilligenmanagement», das dem Bedürfnis der Freiwilligen nach Sinn und Mitgestaltung Rechnung tragen soll. Das Projekt soll ein praxisnahes Modell der Freiwilligenarbeit hervorbringen und bis im Herbst abgeschlossen sein. Zudem tritt die Kirche unter einem neuen Erscheinungsbild auf, das vor allem Menschen unter 45 Jahren ansprechen soll.




