Tausende demonstrieren in Luzern für Gleichstellung

Beim Frauenstreik sind am Sonntag in Luzern mehrere Tausend Menschen durch die Stadt gezogen. Thematisiert wurden in verschiedenen Reden Gleichstellung, Care-Arbeit und die Gewalt an Frauen.

Schon Stunden vor Beginn der Demonstration herrschte im Vögeligärtli reger Betrieb. Lilafarbene T-Shirts, Fahnen und Transparente prägten das Bild. Auf bunten Schildern standen Slogans wie «Scham muss die Seite wechseln» oder «Gewalt ist keine Liebe». Aus Lautsprechern erklang Musik, zudem wurden Reden gehalten. An Ständen informierten Parteien, Gruppierungen und Organisationen über ihre Anliegen.
Vor dem Start des Demonstrationszuges sprach Annika Burri vom Feministischen Streikkollektiv Luzern. Sie forderte mehr Mittel für den Gewaltschutz sowie mehr Gleichstellung und Teilhabe für Frauen, queere Menschen, Migrantinnen und Migranten sowie Menschen mit Behinderungen. «Wir demonstrieren heute gemeinsam gegen die Hoffnungslosigkeit», sagte sie.
Nach 16 Uhr setzte sich die Kundgebung in Bewegung. Die Route führte vom Vögeligärtli zum Bundesplatz und über die Seebrücke zum Pavillon am Seequai. Parolen wie «Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut», «Alerta, alerta, antisexista!» oder «Kein Krieg, kein Staat, kein Patriarchat!» waren zu hören.
Politikerinnen sprachen zu den Teilnehmenden. SP-Kantonsrätin Caroline Rey zeigte sich erfreut, dass es seit Kurzem «endlich» eine nationale Opferhilfe-Hotline gibt. Diese werde ausserhalb der Bürozeiten, also abends und an Wochenenden, nicht von Fachpersonen, sondern von Freiwilligen betreut. Es brauche jedoch eine «professionelle, rund um die Uhr fachlich betreute Hotline», betonte sie. Das sei kein Luxus, sondern «zentraler Bestandteil eines funktionierenden Opferschutzsystems», hiess es am Kapellplatz.
Ihre Parteikollegin Anja Meier verwies auf den Mangel an Schutzplätzen für von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen. Welche Massnahmen erforderlich seien, sei längst bekannt, so die Kantonsrätin. Es fehle nicht an Wissen, sondern an Verantwortungsbewusstsein und politischem Willen. Für Frauenhäuser, Prävention und Gewaltschutz müsse selbst in der Schweiz als einem der reichsten Länder der Welt, um jeden Franken gerungen werden. Das habe gravierende Folgen. «Es kostet Menschenleben», so die Willisauerin.
Zwei weitere Rednerinnen setzten sich für selbstbestimmte Räume für Frauen, Lesben, intersexuelle, nonbinäre, trans und agender Personen (Flinta) sowie für queere Menschen ein.
Organisiert wurde die Demonstration unter dem Motto «Wer wegschaut, macht mit. Verantwortung tragen, jetzt!» vom Feministischen Streikkollektiv Luzern. Dieses versteht sich als loser Zusammenschluss von Personen, die sich im Kanton Luzern für feministische Anliegen engagieren.




