Sanierung von Stadtluzerner Sportanlage wird teurer als erwartet

Die Sanierung der Leichtathletikanlage Allmend in der Stadt Luzern wird doppelt so teuer wie erwartet. Das 9,3-Millionen-Franken-Projekt soll sowohl die Zukunft des internationalen Leichtathletik-Meetings sichern als auch dem Breitensport zugutekommen.

Die grösste von drei städtischen Leichtathletikanlagen sei «für den Spitzensport sehr attraktiv», sagte der zuständige Stadtrat Marco Baumann (FDP) am Freitag vor Ort vor den Medien. Die Allmend-Anlage, direkt hinter dem Fussballstadion des FC Luzern, wird auch von zahlreichen Vereinen und dem Schulsport rege genutzt. Sie ist jedoch in die Jahre gekommen.
Die 40-jährige Nutzung hat Spuren hinterlassen, wie Cornel Suter, Leiter der Stadtgärtnerei «Stadtgrün», auf einem Rundgang aufzeigte. Auf der 400-Meter-Rundbahn sind geflickte Stellen und kleine Risse im Tartanmaterial zu sehen. Der sumpfige Untergrund auf der Allmend führte stellenweise zu Absenkungen des Bodens, die mit der Sanierung ebenfalls behoben werden sollen.
Vorgesehen sind unter anderem die Erneuerung der Rundbahn sowie der Anlagen für Hoch- und Stabhochsprung, die Sanierung mehrerer Wettkampfanlagen und eine dimmbare LED-Beleuchtung. Auch das Naturrasenfeld im Inneren der Bahn, auf dem das Frauen-Team des FC Luzern und die U21-Mannschaft Spiele austragen, wird saniert. So soll die Anlage weitere vier Jahrzehnte halten, sagte Suter weiter.
Die Mehrkosten fallen gemäss dem Bericht an das Stadtparlament für zusätzliche, in der Vorstudie noch nicht berücksichtigte Arbeiten an. Zudem verursache die Teuerung höhere Material- und Arbeitskosten. Der Fokus der 2023 und 2024 durchgeführten Vorstudie lag auf der Rundbahn, wie Suter vor den Medien sagte.
Bei der vertieften Planung des Bauprojekts sei dann weiterer Bedarf aufgetaucht. So müssten etwa zusätzliche Pfählungen vorgenommen werden. Überdies sei die Ertüchtigung der Bahn für internationale Wettkämpfe aufwändiger als zunächst angenommen. Der Kanton Luzern kann sich mit einem maximalen Beitrag von 2,3 Millionen Franken an den Kosten beteiligen. Dafür läuft ein Gesuchsverfahren.
Von den Gesamtkosten will die Stadt rund 2,3 Millionen Franken in die Aufrüstung der Anlage investieren, damit diese künftig die Normen des Verbands World Athletics einhält. So kann der jährliche Wettkampf «Spitzen Leichtathletik Luzern» weiterhin stattfinden. Dass die Anlage auf der Allmend den Vorgaben seit Jahren nicht genügt, sorgte für Unsicherheiten und rief die städtischen Parteien auf den Plan: Mitglieder aller Fraktionen des Stadtparlaments überwiesen im vergangenen Sommer ein Postulat, das die baldmöglichste Sanierung verlangte, um die Zukunft des Meetings zu sichern. Sie forderten, die Arbeiten sollen noch 2026 starten.
Jedoch hält die Stadt am ursprünglichen Terminplan fest. Da die Durchführung des Meetings 2027 inzwischen zugesichert sei, sieht der Stadtrat das Anliegen als erledigt an. Die Arbeiten werden im Sommer 2027 nach dem Anlass aufgenommen und sollen vor dem Meeting 2028 abgeschlossen sein. Um eine längere Bauzeit zu erreichen, werden die Durchführungen von «Spitzen Leichtathletik Luzern» in den kommenden beiden Jahren leicht verschoben.
Der internationale Leichtathletik-Verband hatte die Frist für die Ertüchtigung der Anlage bereits mehrmals verlängert. Nun darf der Anlass noch zwei weitere Male stattfinden, ohne dass die Anlage den Anforderungen entspricht.
Die nächste Ausgabe des Meetings findet in gut einem Monat, am 16. Juli, statt. Am gemäss eigenen Angaben drittgrössten Leichtathletik-Meeting der Schweiz zeigen sich jeweils einheimische und internationale Talente.
Gianluca Pardini, Leiter der städtischen Dienststelle Kultur und Sport, betonte vor den Medien, von der Sanierung werde die ganze Bevölkerung profitieren. Diese nutze die Anlage das ganze Jahr, rund um die Uhr. Das werde so bleiben. Für die Vereine, die während der Bauzeit nicht auf die Anlage können, seien Ausweichlösungen in Aussicht.
Marco Baumann sagte, dem Stadtrat sei es wichtig, das Sanierungsprojekt nun vorlegen und «zügig vorwärts machen» zu können. Die Mehrkosten seien angesichts der grossen Bedeutung des Projekts «berechtigt». Der grosse Stadtrat wird den Sonderkredit voraussichtlich im September beraten.






