Schwyzer Kantonsrat spricht sich für Brustkrebsvorsorgeprogramm aus

Der Kanton Schwyz soll, als einer der letzten Kantone der Schweiz, ein Screening-Programm für Brustkrebs einführen. Dies hat das Parlament am Mittwoch mit 66 zu 29 Stimmen entschieden.

Sonja Zehnder (GLP) forderte in einem Postulat, dass Frauen über 50 alle zwei Jahre eingeladen werden, ihre Brust mit Hilfe einer Röntgenaufnahme untersuchen zu lassen. Brustkrebs sei die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, sagte sie. Mit der Mammografie lasse sich der Krebs frühzeitig erkennen.
Screening-Programme gibt es bereits in 16 Kantonen, vier weitere planen die Einführung. Der Nutzen dieser Früherkennungsprogramme sei unbestritten, sagte Zehnder. Die Heilungschancen würden steigen und die Lebensqualität der betroffenen Frauen besser.
Christine Lüönd (Mitte) sagte, die Früherkennung vermeide nicht nur Leid, sondern auch Kosten. Daniel Burger (SVP) wies darauf hin, dass jede zehnte Schweizerin im Verlauf ihres Lebens an Brustkrebs erkranke.
Trotz solcher Argumente hielt die Kantonsregierung ein Screening-Programm für überflüssig. Gesundheitsdirektor Damian Meier (FDP) sagte, es brauche Vorsorge und Früherkennung. Die Frauen hätten aber bereits im Rahmen der regulären medizinischen Versorgung Zugang zu Mammografien. Der Regierungsrat setze deswegen auf Eigenverantwortung, sagte Meier.
Dieser regierungsrätlichen Argumentation schloss sich auch ein Teil der FDP-Fraktion an. Es gehe auch um die grundsätzliche Frage, ob die Bürgerinnen und Bürger selbst für ihre Gesundheit verantwortliche seien oder ob dies der Staat übernehmen solle, sagte Sepp Marty (FDP).






