Nachhaltigkeit: So lassen sich Gebäude klimafreundlich sanieren

Bestehende Gebäude können klimafreundlich saniert werden. Wie genau, zeigt die Umwelt Arena Schweiz in Ausstellungen und umgesetzten Projekten.

Das Wichtigste in Kürze
- Gebäude lassen sich klimafreundlich sanieren – ohne Mieter zu verdrängen.
- Die Umwelt Arena Schweiz zeigt praktikable Alternativen zum Abriss.
- Dazu gehören Mikrowohnungen sowie die energetische Gebäudesanierung in nur 25 Tagen.
Nachhaltiges und bezahlbares Wohnen gehört zu den drängendsten Herausforderungen der Schweiz. Gerade im Umgang mit älteren Liegenschaften zeigt sich ein Spannungsfeld: Abriss oder Totalsanierung führen oft zu höheren Mieten – und damit zu Leerkündigungen. Doch es geht auch anders.
Die Umwelt Arena Schweiz zeigt mit konkreten Projekten, wie sich bestehende Gebäude sozialverträglich und gleichzeitig klimafreundlich erneuern lassen. Denn es zeigt sich: Zwischen Abriss und Nichtstun gibt es praktikable Alternativen.
Diese Alternativen zu Abriss gibt es
Walter Schmid, Stiftungsratspräsident Umwelt Arena, sagt dazu: «Bestehende Gebäude lassen sich durch Aufstockung mit Holz und teilweise Mikrowohnungen sinnvoll verdichten. In Kombination mit einer energetischen Sanierung entsteht ein klarer Mehrwert – für Investoren, Bewohnerinnen und Bewohner und die Umwelt.» Und ohne, dass dabei die bestehende Mieterschaft verdrängt wird.
Wie solche Konzepte konkret funktionieren, können Interessierte vor Ort erleben: In der Umwelt Arena Schweiz wird das Thema anhand von Ausstellungen und Führungen greifbar gemacht. Besonders die Mikrowohnung auf 50 Quadratmetern für vier Personen zeigt, wie effizient und gleichzeitig alltagstauglich verdichtetes Wohnen sein kann. Aber dazu später mehr.
Energetische Gebäudesanierung in nur 25 Arbeitstagen
Als Kompetenzzentrum für Umwelttechnologie hat die Umwelt Arena Schweiz, gemeinsam mit ihren Fach- und Ausstellungspartnern, schon mehrere Leuchtturmprojekte realisiert. Mit diesem Vorgehen wird man der Energiestrategie 2050 des Bundes und dem Pariser CO2-Abkommen heute schon gerecht.
Eines der Projekte ist ein Sieben-Parteien-Mehrfamilien-Wohnhaus (Baujahr 1956) an der Bruggwiesenstrasse in Opfikon ZH.
Das Gebäude wurde in nur 25 Arbeitstagen – vom 25. Juni bis 22. Juli 2019 – energetisch saniert. Ohne separate Fassedendämmung wurde der CO2-Ausstoss des Gebäudes nachhaltig auf null gesenkt.
Das wurde initiiert: Die alte Heizung wurde stillgelegt, der Öltank abgebaut und die Hybridbox, die intelligente Energiezentrale, im ursprünglichen Öltankraum eingebaut.
Dann ging es Schlag auf Schlag: Vorgefertigte Leitungen und vorfabrizierte Installationen wurden angebracht. Hinzu kamen Dämmungen an Kellerdecken und der obersten Geschossdecke und ein stromerzeugender Dachbelag mit Photovoltaik-Modulen.
Sogar die Balkonverkleidung wurde mit Photovoltaik-Modulen versehen. Diese liefern im Winter bei niedrigem Sonnenstand mehr Energie als diejenigen auf dem Dach.
Das wurde erreicht: Der ursprüngliche Heizölverbrauch mit zirka 12'000 Litern und einem CO2-Ausstoss von 33,5 Tonnen konnte mit Erdgas auf 3,5 Tonnen CO2-Ausstoss gesenkt werden.
Das entspricht einer Einsparung von knapp 90 Prozent! Die Liegenschaft bezieht nun 100 Prozent Biogas, womit das hochgesteckte Ziel, NULL CO2-Ausstoss, erreicht ist.
Die grossen Vorteile einer zeitlich so straff organisierten Sanierung sind überschau- und planbare Kosten. Auch gibt es geringe Beeinträchtigungen für die Mieter sowie keine Mietzinsausfälle für den Hausbesitzer. Für die Bewohnerinnen und Bewohner bedeutete die Sanierung nur moderate Mehrkosten bei gleichzeitig tieferen Nebenkosten.
Mikrowohnen: Wegweisend für mehr Nachhaltigkeit
Wegweisend ist auch das Mikrowohnen. Dieses Wohnkonzept können Besucherinnen und Besucher in der Umwelt Arena anhand einer Ausstellung «Mikrowohnung – 50 m2 für 4 Personen» selbst erleben.
Besucherinnen und Besucher erfahren aus erster Hand, wie das Projekt entsteht, welche innovativen Lösungen dabei umgesetzt werden und welchen Einfluss Mikrowohnungen auf die Nachhaltigkeit haben.
Die Ausstellung kann täglich während zwei Gratis-Kurzführungen erkundet werden.
Das Projekt: Die Wohnung wurde 1:1 nachgebaut als Ausstellungswelt in der Umwelt Arena. Das reale Bauprojekt wird in Opfikon/Glattbrugg umgesetzt.
Die Vermietung der Mikrowohnungen ist ab Frühling 2027 geplant. Entsprechend sind derzeit noch keine Ausschreibungen auf den gängigen Wohnungsplattformen aufgeschaltet.
Weitere Links:
Alle Infos zu den Themenführungen in der Umwelt Arena Schweiz: Führungen | Umwelt Arena Schweiz
Die Themenführungen können mit thematischen Zusatzmodulen vertieft werden: Führung – Zusatzmodule | Umwelt Arena Schweiz










