Am Stierenmarkt trifft sich Zug – hier sind die Bilder

Rund 9000 Menschen besuchten den 135. Stierenmarkt in Zug. Viehmarkt, Auktion und Säulirennen machten ihn zum Treffpunkt.

Wer am Stierenmarkt durch das Gelände geht, trifft auf ein erstaunlich buntes Zug. Eine Kita-Gruppe zieht an den Tieren vorbei, Kinder bleiben vor den mächtigen Stieren stehen und staunen.
Daneben fachsimpeln Züchter über Körperbau, Fundamente und Genetik. Politikerinnen und Politiker mischen sich unter die Besucherinnen und Besucher. Wahlkampf ist an diesem Ort kaum zu spüren.
Die politische Prominenz ist Teil des Publikums, ebenso wie Familien, Züchter, Bauern und Schaulustige.
Auktion und Säulirennen
Der Anlass bringt Menschen zusammen, die sich im Alltag nicht zwingend über den Weg laufen. Hier treffen Fachwissen und Neugier aufeinander, Landwirtschaft und städtisches Publikum, alte Bekannte und zufällige Begegnungen.

Man bleibt bei einem Tier stehen, hört einem Fachgespräch zu, trifft jemanden, den man seit Jahren nicht mehr gesehen hat, oder verfolgt die Auktion. Dazwischen sorgen der Tierhof oder später das Säulirennen für Unterhaltung.
Dass es am Stierenmarkt nicht nur ums Zuschauen geht, zeigt sich spätestens bei der Auktion. 46 Rinder und Kühe wechselten den Besitzer. Im Durchschnitt erzielten sie 4000 Franken, das teuerste Tier brachte 6100 Franken.
Geboten wurde vor Ort und online. Für Verkäufer und Käufer ist die Auktion ein wichtiger Termin – in diesem Jahr besonders angesichts der angespannten Futterlage und der Auswirkungen der Trockenheit auf die Landwirtschaft. Auch bei den Stieren wurde genau hingeschaut.
163 Braunviehstiere waren ausgestellt. Der Brown-Swiss-Stier Cleo war mit 168 Zentimetern der Grösste, der Original-Braunviehstier Urs brachte mit 1300 Kilogramm das höchste Gewicht auf die Waage.
Für die Züchter geht es dabei um weit mehr als Grösse und Gewicht. Beurteilt wurden unter anderem Körperbau, Vitalität und Fundamente. Gerade die Funktionalität der Tiere stand bei der diesjährigen Bewertung besonders im Fokus.
Der Stierenmarkt ist damit Fachanlass und Publikumstreffpunkt zugleich. Wer mit Braunviehzucht vertraut ist, kommt wegen der Tiere und ihrer Qualität. Wer weniger davon versteht, kann beobachten, fragen und sich ein eigenes Bild machen.

Dazwischen bleibt viel Raum für Gespräche. Der Markt ist für die einen ein wichtiger Termin im Zuchtjahr, für die anderen ein Familienausflug oder ein fester Bestandteil des Zuger Jahreskalenders.
Zug zeigt seine andere Seite
Das ist bemerkenswert in einem Kanton, dessen heutiges Image nur noch wenig mit Landwirtschaft zu tun hat. Zug steht für internationale Unternehmen, Technologie, Innovation und Wohlstand.
Gleichzeitig findet hier seit 135 Jahren ein Anlass statt, bei dem sich alles um Viehzucht, Handel und Landwirtschaft dreht. Der Unterschied zwischen diesen beiden Bildern ist auf dem Stierenmarkt besonders gut zu beobachten.
Auf dem Gelände wird über Genetik oder den Rahmen eines Rindes gesprochen, um am Schluss mitzubieten beim Preis um das Tier. Gleichzeitig spazieren Kinder zwischen den Stieren umher, Familien schauen beim Säulirennen zu und Politikerinnen und Politiker stehen mitten unter den Besuchern.
Der Kanton hat sich verändert. Der Stierenmarkt ist geblieben. Und für zwei Tage steht die Landwirtschaft nicht irgendwo am Rand, sondern mitten im Zuger Leben.
Dann gehören ein 1300 Kilogramm schwerer Stier, eine Viehauktion und ein Säulirennen genauso zum Kanton wie internationale Firmen, Technologie und Innovation.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.











