Bei Demos für und gegen Mass-voll in Luzern blieb es ruhig

Tausende demonstrierten am Samstag in Luzern bei Kundgebungen von Mass-voll und Gegendemonstranten. Es gab keine grossen Zusammenstösse.

Das Wichtigste in Kürze
- Tausende demonstrierten in Luzern für und gegen Mass-voll.
- Es gab keine Zusammenstösse bei den Kundgebungen.
- Die Polizei war mit einem grossen Aufgebot präsent.
Bei einer Kundgebung von Mass-voll in Luzern sind am Samstag rund tausend Personen durch Luzern gezogen. Darunter waren auch Rechtsextreme. Rund 1500 Personen versammelten sich gleichzeitig zu einer Gegendemonstration. Es kam zu keinen Zusammenstössen.
Die Luzerner Polizei war mit einem starken Aufgebot präsent, führte diverse Personenkontrollen durch und sprach einzelne Wegweisungen aus, heisst es in einer Mitteilung.

Während sich die Anhängerinnen und Anhänger von Mass-voll am Nachmittag beim Kurplatz sammelten, fand sich die Gegenkundgebung auf der anderen Seeseite, beim Europaplatz, ein.
Der Demozug von Mass-voll bewegte sich durch die Altstadt. Es wurden Schweizerfahnen geschwungen und Anti-EU-Parolen gerufen, wie ein Reporter von Keystone-SDA beobachtete. An der Kundgebung nahmen auch Mitglieder einer rechtsradikalen Partei aus Bulgarien und der rechtsextremen Organisation Junge Tat teil.
Polizei stellte sich Gegendemo in den Weg
Als die Kundgebung um etwa 16 Uhr auf dem Rückweg zum Kurplatz die Seebrücke überquerte, lösten sich wenige hundert Personen aus der Gegendemonstration und liefen zu den Bushaltestellen am Bahnhof. Auf einem grossen Transparent war «Antifa bleibt Handarbeit» zu lesen. Aus gut 50 Metern Entfernung skandierten sie antifaschistische Parolen. Polizisten in Vollmontur stellten sich dazwischen.
Die Mass-voll-Demo setzte den Marsch zurück auf den Kurplatz fort. Ein Teil der Gegendemonstration formierte sich auf dem Europaplatz erneut und lief nochmals Richtung Seebrücke.

Die Polizei sperrte diese sowie die Kapellbrücke. Die Demonstrierenden zogen sich nach einigen Minuten zurück. So blieben die Kundgebungen voneinander getrennt. Es kam zu keinen Zusammenstössen, wie ein Reporter von Keystone-SDA beobachtete.
In der Zwischenzeit fand sich die Mass-voll-Demo wieder auf dem Kurplatz ein. Es folgten die nächsten Reden gegen das EU-Vertragspaket Bilaterale III.
Wobei von den Teilnehmenden der Laufkundgebung noch einige hundert verblieben. Auch die Gegendemonstration begann sich um 17 Uhr aufzulösen.
Die Ersatzbusse der SBB, die aufgrund von Bauarbeiten dieses Wochenende auf der Strecke Luzern-Zürich verkehren, wichen auf die Strecke Emmenbrücke-Ebikon aus. Dadurch verlängerte sich die Reisezeit um rund 30 Minuten, wie die SBB am Samstag mitteilten.
Viel Kritik im Vorfeld
Im Vorfeld kritisierten SP und Grüne die Kundgebung scharf. Die SP sah für Luzern die Gefahr, «zum Aufmarschort von Rechtsextremen» zu werden. Mit einer Interpellation im Stadtparlament forderte sie Ende April die Überprüfung der Bewilligung.
Die Grünen reichten am Dienstag eine Petition mit rund 2500 Unterschriften ein, in der sie den Rückzug der Bewilligung für die Demonstration von Mass-voll forderten. Diese blieb bestehen. Ein Bündnis von linken Parteien und dem 1. Mai-Komitee rief schliesslich zur Gegendemo auf.

Die Bedenken der Gegner rührten auch von einer Mass-voll-Demonstration in St. Gallen im vergangenen Februar her. Damals durchbrachen die Teilnehmenden eine Polizeisperre.
Da einige von ihnen Hellebarden mitgebracht hatten, entzog die Polizei ihnen aufgrund von Sicherheitsbedenken vor Ort die Bewilligung.
Es kam zu Scharmützeln und die Polizei setzte Tränengas ein. Bei dieser Demonstration liefen auch bekannte Mitglieder der rechtsextremen Jungen Tat vorne mit.







