Stadt Luzern

Bericht zeigt antisemitische Prägung von Wagners Jahren in Luzern

Keystone-SDA
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Luzern,

Die Stadt Luzern und das Richard Wagner Museum haben die Luzerner Wagner-Geschichte wissenschaftlich auf antisemitische Bezüge untersuchen lassen. Ein 58-seitiger Bericht zeigt, dass der Antisemitismus des Komponisten «sehr deutlich und unmissverständlich» war.

Der deutsche Komponist Richard Wagner (1813-1883) lebte von 1866 bis 1872 auf Tribschen am Vierwaldstättersee. (Archivfoto)
Der deutsche Komponist Richard Wagner (1813-1883) lebte von 1866 bis 1872 auf Tribschen am Vierwaldstättersee. (Archivfoto) - Keystone/URS FLUEELER

Auch die Museumsgründung in den 1930er-Jahren hätte in einem belasteten Umfeld stattgefunden, teilte die Stadt am Dienstag in einem Communiqué mit.

Auslöser der Untersuchung war ein Postulat von SP und Grünen des Stadtparlaments im Jahr 2023, das eine kritische Überprüfung der Dauerausstellung verlangte. Die Schweizerische Gesellschaft für Geschichte (SGG) untersuchte daraufhin Wagners Zeit in Tribschen sowie die Entstehung des Museums zwischen 1931 und 1956. Ein wissenschaftlicher Beirat begleitete und prüfte das Projekt.

Richard Wagner (1813-1883) lebte von 1866 bis 1872 auf der Halbinsel Tribschen in Luzern. Er vollendete dort die Opern «Die Meistersinger von Nürnberg» und «Siegfried», arbeitete an der «Götterdämmerung» und komponierte das «Siegfried-Idyll».

Der Bericht des Historikers Patrik Süess hält fest, dass Wagner während seiner Luzerner Jahre zentrale Teile seiner «antisemitischen» und «radikal-nationalistischen Haltung» weiter festigte. Zudem weist die Studie auf Verbindungen einzelner Akteure der Museumsgründung zu nationalsozialistischen Kreisen hin.

Die Stadt Luzern betont in der Mitteilung, Antisemitismus sei mit ihren Grundsätzen «unvereinbar». Das Richard Wagner Museum thematisiere Wagners antisemitische Äusserungen deshalb bewusst «transparent, kritisch und ohne Beschönigung». Der Stadtrat wie auch das Museum würden sich «konsequent» von Wagners Antisemitismus distanzieren, hiess es.

Die Erkenntnisse des Forschungsberichts sollen laut Mitteilung ab 2027 in einer Sonderausstellung, neuen Vermittlungsangeboten für Schulen sowie in Führungen und einem neuen Museumsbuch aufgegriffen werden.

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