Escort Mia (24) aus Zug arbeitet «120 Stunden pro Woche»

Das Zuger Escort Mia May arbeitet rund um die Uhr. Nau.ch hat sie in ihrer Wohnung, die auch Arbeitsort ist, besucht.
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Das Wichtigste in Kürze
- Das Zuger Escort Mia May arbeitet 17 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche.
- Von Work-Life-Balance will sie nichts wissen.
- Die Fachstelle für Frauenmigration kennt weitere solche Fälle, sie seien aber selten.
«Mit der Work-Life-Balance-Einstellung kannst du mich jagen.» Diese Worte kommen aus dem Mund des Zuger Escorts Mia May. Die 24-Jährige lebt und arbeitet im Stadtzentrum von Zug. Und das mit voller Hingabe.
«Ich arbeite 120 Stunden – pro Woche», sagt sie zu Nau.ch. Das ist das Dreifache eines normalen Vollzeitpensums von 40 Stunden und entspricht rund 17 Stunden pro Tag. Sieben Tage die Woche.
In einem «rec.»-Film von SRF erklärte Mia zudem, dass ihr eineinhalb Stunden Schlaf pro Nacht genügen würden.

«Weil ich will», sagt sie, als Nau.ch sie in ihrer Zuger Wohnung, wo sie auch arbeitet, besucht. Warum sie das macht? «Damit ich in sechs oder zehn Jahren nicht mehr verpflichtet bin, zu arbeiten.»
Wie hält man so ein Pensum durch?
Zur Arbeit gehören Escort-Dienste wie auch sexuelle Dienste für Menschen, die sich nicht bewegen können und im Heim leben. Etwa wegen Muskelkrankheiten.
Zu den 120 Stunden pro Woche gehört aber nicht nur das Körperliche, sondern auch die Produktion von DVDs und Kalendern, oder Auftritte wie etwa an der Erotikmesse Venus im Oktober.
Mia produziert Pornos, zeigt sich auf OnlyFans, kann als Escort gebucht werden, empfängt aber auch Kunden in ihrer eigenen Wohnung. Sich selbst bezeichnet die in Deutschland aufgewachsene Mia darum als Prostituierte.
Wie hält man das durch? Mia May (ein Pseudonym) erklärt: «Mit viel Sport. Und mit meinem kleinen Wundershake.»
Dieser enthält Collagen (damit die Haut jung bleibt) und Proteine. Kaffee trinkt sie nicht.
Bei der Fachstelle für Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) weiss man von solch hohen Arbeitspensen. Aber es sei «eher eine Seltenheit bei Sexarbeiterinnen, die selbstbestimmt tätig sind», heisst es auf Anfrage.
«Wir kennen das hohe Arbeitspensum vor allem von (selbstbestimmten) Sexarbeiterinnen, die via Meldeverfahren in der Schweiz arbeiten und dann während wenigen Wochen sich zum Ziel setzen, möglichst viel Geld zu verdienen.» Auf Mia May trifft das nicht zu. Sie lebt seit mehreren Jahren in Zug.
Experten warnen vor gesundheitlichen Risiken
Gesundheitlich betrachtet sei dieses Arbeitspensum «sehr besorgniserregend und gerade auf die Dauer kaum tragbar».
Doch dies sei in unserem Wirtschaftssystem auch in anderen Branchen keine Seltenheit, wenn man es etwa mit einer selbstständigen Restaurantbetreiberin, einem Bauern oder einer Chefärztin vergleicht.
Die Fachstelle warnt: «Wir sehen vor allem gesundheitliche Risiken dahinter, welche sich durch eine Erschöpfung, ein Burn-Out oder andere psychische Probleme und Krankheiten zeigen können. Aber auch physische Belastungen sind naheliegend, bei körperlich anspruchsvoller Arbeit.»
Ein Problem, auf das nicht nur die Fachstelle hinweist, sind die sinkenden Preise. Die Kundschaft habe sich seit Corona nicht nur zahlenmässig geändert. «Die anständig bezahlenden Stammkunden sind zum Teil nicht mehr zurückgekommen, es werden tiefere Preise für sexuelle Dienstleistungen bezahlt.»
Davon kann auch Mia May ein Lied singen. «Kurz nach Corona sparten die Leute an der Erotik», sagt sie. Ihre Preise habe sie nie erhöht. Die Mehrwertsteuer ist aber gestiegen.
Darum sagt sie: «Wenn du was erreichen willst, musst du dafür arbeiten.»








