Fasnachtswagen kassiert Busse – Polizei wüst beleidigt

Chaos an der Luzerner Fasnacht: Ein falsch geparkter Zunft-Wagen treibt die Fasnächtler zur Weissglut – und verursacht später einen Mega-Stau.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Fasnachtswagen hat in Luzern eine Parkbusse kassiert.
- Später blieb der Karren auf einer wichtigen Verkehrsachse liegen.
- Der Beitrag über die Parkbusse ging auf Facebook durch die Decke.
- Es hagelte Beleidigungen.
Böse Überraschung an der Luzerner Fasnacht: Ein Zunft-Wagen kassierte am vorletzten Sonntag eine Parkbusse – und löste daraufhin im Netz einen regelrechten Shitstorm aus.
Für die Fasnächtler ein echter Schock: «In den letzten 35 Jahren haben wir noch nie eine Busse gekriegt.» Das sagt ein Fasnächtler der traditionsreichen Rüüdig-Zunft zu Nau.ch.
«Wir haben den Wagen am Samstag gebraucht und diesen Sonntagnacht um 3 Uhr in der Englischgrussstrasse parkiert.» Einige Stunden später klebte bereits die Busse am Wagen – zur grossen Überraschung des Fasnächtlers.
«Wir geben jedes Jahr tausende Franken aus»
«Es hatte noch 30 Parkplätze mehr, die frei waren. Der Wagen hat weder gestört, noch eine Zufahrt blockiert.» Selbst ein Feuerwehrauto hätte locker passieren können.
Fasnachts-Wagen sind jedoch keine gewöhnlichen Fahrzeuge. Sie sind länger, schwerer, breiter – und echte Kunstwerke: «Es ist logisch, dass dieser Wagen etwas grösser ist. Wir geben jedes Jahr tausende Franken dafür aus: Der Wagen sieht fantastisch aus mit Bemalungen und Skulpturen.»
Wo bleibt das Fingerspitzengefühl?
Entsprechend klar ist seine Forderung: «Ich finde, die Luzerner Polizei sollte etwas mehr Fingerspitzengefühl zeigen. Wir bereichern mit unserem Wagen die Fasnacht.»
Die Luzerner Polizei handelte allerdings strikt nach Vorschrift, wie sie Nau.ch mitteilt. «Da dieser Sonntag in der Stadt Luzern kein offizieller Fasnachtstag ist, gelten grundsätzlich die ordentlichen Verkehrs- und Parkvorschriften.»
Weil der Wagen zudem ein Kontrollschild trug, wurde er rechtlich wie ein gewöhnliches Fahrzeug behandelt. Ausserdem belegte der Karren wohl gleich zwei Parkplätze.
Ist die Zentralschweiz besonders pingelig?
Was in Luzern nicht geht, ist andernorts fast Normalität – etwa an der Street Parade in Zürich: «Dort wird am ganzen Seeufer parkiert und die Leute können zelten. Hier hinkt Luzern deutlich hinterher. In den 80er oder 90er Jahren wäre das nie passiert mit der Busse», ist sich der Mann sicher.
Am Sonntag spaziert er mit seiner Frau durch die Stadt. «Ich habe mindestens 80 Wagen gezählt, die stehengelassen und angekettet wurden. Da habe ich mich etwas gewundert.»
Fasnächtler nach Busse «verbal angegriffen»
Was den Fasnächtler jedoch am meisten stört, ist nicht die Busse – sondern die wüsten Beleidigungen auf Social Media: «Ich habe anständig einen Beitrag verfasst und wurde verbal angegriffen», so der Mann.
So lauteten zwei besonders gehässige Kommentare etwa: «Halt deine Schnurre». Oder: «Du A****loch, zahl deine Busse».
Auch Polizei beleidigt
Doch damit nicht genug: Auch die Luzerner Polizei wurde in den Kommentaren wüst beleidigt. Laut dem Mann wurden Schimpfwörter und Flüche ausgeteilt.
Der Fasnächtler zieht nach seinem Facebook Beitrag ein himmeltrauriges Fazit: «Ich habe sicher 200 Kommentare gelöscht. Das können Sie sich nicht vorstellen. Und das habe ich sicher nicht erwartet. Ich finde das völlig daneben.»
Überraschend waren auch die absurd hohen Aufrufzahlen. Mehr als 400'000 mal wurde der Beitrag bereits angesehen.
Pechsträhne für Fasnächtler
Doch damit war das Ungemach für den Fasnächtler noch nicht vorbei. Am letzten Mittwoch löste sich an dem Wagen ein Rad und verkeilte sich mit dem Aufbau.
Der Wagen blieb in der Zürichstrasse stecken – ein Kran musste ihn bergen. Der Unfall führte zu langen Blechlawinen im Feierabendverkehr, wie die Luzerner Polizei in einer Mitteilung schrieb.











