Hier sprengt der Pistenchef eine Lawine aus dem Heli

Nach heftigen Schneefällen und erhöhter Lawinengefahr sprengen Einsatzkräfte im Hoch-Ybrig SZ die Pisten aus der Luft. Nau.ch durfte die Mission begleiten.
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Das Wichtigste in Kürze
- Im Skigebiet Hoch-Ybrig werden die Schneemassen auf den Pisten aus der Luft gesprengt.
- Wo und wann die Sprengladungen gezündet und abgeworfen werden, wird davor genau definiert.
- Nau.ch durfte die Crew begleiten.
Spektakuläre Bilder aus dem Skigebiet Hoch-Ybrig!
In den vergangenen Tagen haben anhaltende Schneefälle die Schweizer Pisten nahezu unter sich begraben. Rund 70 Zentimeter Neuschnee sind gefallen. Zeitweise galt die höchste Lawinenwarnstufe.
Zahlreiche Schweizer Schneegebiete und Durchfahrtsstrassen wurden gesperrt, in manchen Regionen Bewohner vorsorglich evakuiert.
Nau.ch hat die Bilder der Lawinensprengung aus dem Helikopter.
Jeder Handgriff sitzt
Wichtig dabei: Bevor es überhaupt in die Luft geht, muss alles nach Plan laufen. Der Helikopter wird betankt und kontrolliert, jeder Handgriff muss sitzen. Besonders bei den Sprengladungen ist höchste Konzentration gefragt.
Diese müssen punktgenau an zuvor festgelegten Stellen abgeworfen werden. Die Positionen werden im Vorfeld von den Pistenpatrouillen sorgfältig definiert.
Helikopterpilot Reto Müller kennt die Risiken. «Man sieht, was die Natur alles anrichten kann», sagt er gegenüber Nau.ch. Die Sicherheit der Skifahrer habe oberste Priorität.
Schneemassen walzen nach Sprengung talabwärts
Dann hebt der Helikopter ab, kreist langsam über die verschneiten Hänge und die Berglandschaft.
Die Bodycam von Pisten- und Rettungschef Victor Marty zeigt, wie die Sprengladungen gezündet und abgeworfen werden. Ausgelöst werden sie über eine Sicherheitszündschnur. Vor allem an besonders steilen Stellen oder dort, wo sich gefährliche Schneemengen angesammelt haben.
Kurz darauf detonieren die Ladungen. Der Schnee gerät in Bewegung, die Lawinen lösen sich kontrolliert. Langsam wälzen sich die Massen talabwärts. Man gehe dabei in einer festen Reihenfolge vor, betont Marty.
Die Pisten sind wieder sicher
Nach den Sprengungen zeigt sich das Team zufrieden. Die Gefahr wurde deutlich reduziert, gebannt ist sie jedoch nicht.
«Abseits der Piste ist es immer noch gefährlich», warnt Marty.
Für die präparierten Hänge gibt er aber Entwarnung: «Die Pisten sind sicher.» Eine gute Nachricht für die zahlreichen Skifahrer, die auch heute wieder ihre Kurven über die schneebedeckte Berglandschaft schwingen.










