Zug

Hitze in Zug: «Auf Befüllen von Pools oder Autowaschen verzichten»

Michael Schwegler
Michael Schwegler

Region Zug,

Im Kanton Zug ist die Versorgung mit Wasser zwar gesichert, dennoch rufen sowohl die WWZ als auch der Kanton zu einem bewussten Umgang mit Trinkwasser auf.

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Trinkwasserreservoire sind ein wichtiger Bestandteil der Trinkwasserversorgung im Kanton Zug. - WWZ

Die Hitzeperiode der vergangenen Wochen hat in verschiedenen Regionen der Schweiz Diskussionen über mögliche Wasserknappheit ausgelöst.

Auch im Kanton Zug stellte sich die Frage, wie gut die Wasserversorgung auf längere Trockenphasen vorbereitet ist. Die Zuger Woche hat bei der WWZ und beim Amt für Umwelt des Kantons Zug nachgefragt.

Versorgung bleibt stabil

Die Trinkwasserversorgung im Versorgungsgebiet der WWZ ist derzeit nicht gefährdet. Das Unternehmen stützt die Wasserversorgung auf mehrere Standbeine.

«Die Wasserbeschaffung für unsere Versorgungsgemeinden Zug, Cham, Hünenberg und Teile von Baar ist mehrschichtig abgestützt – sie besteht aus Grundwasser, Quellwasser sowie der Versorgung über Netzverbunde», erklärt die WWZ.

Dadurch sei die Situation aktuell «nicht alarmierend». Entsprechend hält die WWZ fest: «Die Wasserversorgung ist nach wie vor sichergestellt.» Auch aus Sicht des Kantons besteht derzeit kein Anlass zur Sorge.

Roland Krummenacher, Leiter des Amts für Umwelt erklärt: «Mit Ausnahme der Seewasserfassung in Oberägeri ist im Kanton Zug Grundwasser Grundlage für die Trinkwasserproduktion. Die Grundwasserstände im Kanton Zug sind in den Grundwasservorkommen der Talsohlen tief, aber noch nicht besorgniserregend. Im Reusstal (Gemeinde Hünenberg) ist der Grundwasserstand knapp höher als im Hitzesommer 2018. Der Grundwasserstand im Grundwasservorkommen Oberwil entspricht dem Stand im August 2018. Ein grosser Teil der sehr ergiebigen Quellengruppen im Bereich des Lorzetobels und weitere Quellen in den Zuger Berggemeinden reagieren aufgrund der Tiefenlage der entsprechenden Grundwasservorkommen mit längerer Verzögerung auf Trockenphasen.»

Wasser Grüne Wasserknappheit
Die Trinkwasserversorgung im Versorgungsgebiet der WWZ ist derzeit nicht gefährdet. (Symbolbild) - keystone

Hitze belastet Natur und Landwirtschaft

Während die Trinkwasserversorgung gesichert bleibt, hinterlassen die hohen Temperaturen in der Natur deutliche Spuren. «Die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit und Hitze auf die Natur und die Oberflächengewässer sind deutlich», sagt Roland Krummenacher.

Kleine Bäche trocknen teilweise aus, gleichzeitig steigen die Wassertemperaturen in Seen und Flüssen deutlich an und die Pegelstände sinken. Auch die Landwirtschaft spürt die Folgen.

Laut Thomas Wiederkehr, Leiter des Landwirtschaftsamts, führen längere Hitze- und Trockenperioden zu «Ertragsausfällen und Leistungsminderungen». Halten die extremen Bedingungen über längere Zeit an, könne es bei Kulturen wie Gras, Mais oder Kartoffeln sogar zu Totalausfällen kommen.

Hinzu komme, dass während grosser Hitze dem Tierwohl besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden müsse.

Jeder und jede kann Wasser sparen

Obwohl derzeit keine Mangellage besteht, appellieren sowohl die WWZ als auch der Kanton an die Eigenverantwortung der Bevölkerung. «Ein sparsamer Umgang mit unserem Lebensmittel Nummer eins – dem Trinkwasser – ist auf jeden Fall sinnvoll und dazu kann jede, jeder etwas beitragen», betont die WWZ.

Im Alltag lasse sich der Wasserverbrauch oft mit einfachen Massnahmen reduzieren. Dazu gehören kürzeres Duschen, das Abstellen des Wasserhahns beim Zähneputzen oder der Verzicht auf unnötigen Wasserverbrauch.

Hast du Angst vor Wasserknappheit?

«Wo keine Notwendigkeit für Wasserverbrauch besteht, sollte darauf verzichtet werden – beispielsweise auf das Befüllen von Pools oder das Autowaschen», empfiehlt die WWZ. Im Garten sollte möglichst Regenwasser verwendet werden.

Falls Trinkwasser nötig ist, empfiehlt sich das Giessen von Gemüsegärten oder Neupflanzungen am frühen Morgen, damit möglichst wenig Wasser verdunstet.

Blick in die Zukunft

Auch wenn die Trinkwasserversorgung heute gesichert ist, beschäftigen sich die Behörden bereits mit den Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. Mit der «Planung Trink- und Brauchwasser Kanton Zug (PTB ZG)» hat der Kanton im Jahr 2023 die Wasserversorgung langfristig analysiert.

Diese zeigt, dass die Versorgung heute zwar gewährleistet ist, bis ins Jahr 2050 jedoch insbesondere während Verbrauchsspitzen oder bei Störungen erhebliche Fehlmengen entstehen könnten. Aus diesen Erkenntnissen wurden kurz-, mittel- und langfristige Massnahmen abgeleitet.

Diese sollen die Wasserversorgung widerstandsfähiger machen, die Wassergewinnung ausbauen und die Versorgung langfristig im Gleichgewicht halten. Damit es gar nicht erst zu Mangellagen kommt, setzt der Kanton auf den Ausbau der Wasserinfrastruktur.

Wasserversorgung
Mit der «Planung Trink- und Brauchwasser Kanton Zug (PTB ZG)» hat der Kanton im Jahr 2023 die Wasserversorgung langfristig analysiert. (Symbolbild) - keystone

«Die Vermeidung von Mangellagen setzt eine Wasserversorgungsinfrastruktur voraus, die auf das Bevölkerungswachstum und Trockenheitsereignisse abgestimmt ist», erläutert Roland Krummenacher, Leiter des Amts für Umwelt.

Der Kantonsrat hat dafür im Frühling 2026 einen Rahmenkredit von insgesamt 170 Millionen Franken beschlossen. Davon fliessen 60 Millionen Franken in den Ausbau der regionalen Trink- und Brauchwasserversorgung und weitere 110 Millionen Franken in die Abwasserentsorgung.

Vorgesehen sind unter anderem neue Verbindungsleitungen zwischen den Wasserversorgungen, damit Trink- und Brauchwasser bei Bedarf auch über Gemeindegrenzen hinweg ausgetauscht werden können.

Zudem ist am Zugersee ein Seewasserwerk geplant, das künftig zusätzliches Trinkwasser aufbereiten soll. Sowohl die WWZ als auch der Kanton ziehen deshalb ein ähnliches Fazit: Eine akute Wasserknappheit besteht im Kanton Zug derzeit nicht.

Gleichzeitig bleibt Wasser eine wertvolle Ressource, mit der sorgsam umgegangen werden sollte. Wie es die WWZ formuliert: «Wasser ist für uns alle eine unverzichtbare und wertvolle Ressource. Deshalb sollten wir verantwortungsvoll damit umgehen. Und dazu kann jede, jeder etwas beitragen.»

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.

Kommentare

User #5407 (nicht angemeldet)

Wer macht das schon in Zug 😂

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