Luzerner Bahnhofs-Apotheke braucht jetzt Security

Die Zahl der Übergriffe auf Gesundheitspersonal steigt seit Jahren. Jetzt ergreift auch eine Luzerner Apotheke Massnahmen – und setzt auf Security.

Das Wichtigste in Kürze
- In und vor einer Luzerner Apotheke patrouilliert ein Sicherheitsdienst.
- Die Betreiberin spricht von einem zweiwöchigem «Testbetrieb».
- Man habe «vermehrt herausfordernde Situationen mit einzelnen Besuchern verzeichnet».
Verbal, physisch oder sexuell: Gewaltsame Übergriffe auf Gesundheitspersonal nehmen zu. Es ist ein beunruhigender Aufwärtstrend, obschon – oder gerade weil – er sich bereits seit einigen Jahren beobachten lässt.
Immer mehr Einrichtungen reagieren darauf. Sicherheitspersonal gehört inzwischen vielerorts zum Alltag und sorgt auf dem Spitalgelände für sichtbare Präsenz.
Auch am Bahnhof Luzern zeigt sich diese Entwicklung. In und vor der Benu-Apotheke patrouilliert ein Sicherheitsdienst. Das Portal «zentralplus» berichtete zuerst darüber.
Benu-Apotheke: «Vermehrt herausfordernde Situationen»
Auf Anfrage bezeichnet die Apotheke den Einsatz als «Testbetrieb». Dieser ist auf zwei Wochen angelegt, das Sicherheitspersonal kommt ausschliesslich am Abend zum Einsatz.
Ins Detail gehen möchte die Betreiberin Phoenix Pharma nicht. «Hintergrund war, dass wir vermehrt herausfordernde Situationen mit einzelnen Besuchern verzeichnet haben», heisst es gegenüber der Zeitung.
Gerade an stark frequentierten Standorten komme es häufiger zu solchen Momenten. «Es kam vereinzelt zu angespannten oder emotionalen Reaktionen.»
Mit der zusätzlichen Präsenz wolle man nun gezielt gegensteuern und für «ein sicheres Umfeld» sorgen. Letztlich gehe es darum, «die Sicherheit der Kundinnen» insgesamt zu erhöhen.
Zahl der Einsätze nimmt zu
Ob der Einsatz des Sicherheitspersonals tatsächlich Wirkung zeigt, ist noch ungewiss.
Die Entwicklung insgesamt ist jedoch klar: Die Zahl der Interventionen durch Sicherheitsdienste nimmt seit Jahren zu.
So verzeichnete das Inselspital Bern im Jahr 2025 rund 2500 Einsätze. Das sind deutlich mehr als noch 2021 mit etwa 1900 Interventionen.
Da nur jene Fälle erfasst werden, bei denen der interne Sicherheitsdienst tatsächlich eingreifen muss, dürfte die Dunkelziffer weiterhin beträchtlich sein.












