Titlis: Darum hätte Sicherheits-Nachrüstung Absturz nicht verhindert

Nach dem Gondel-Unglück am Titlis rückt eine nicht umgesetzte Nachrüstung in den Fokus. Die Sust stellt jedoch klar: Sie hätte den Absturz nicht verhindert.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach dem Gondel-Unglück am Titlis geraten unterlassene Nachrüstungen in den Fokus.
- Neue Erkenntnisse zeigen jedoch: Eine Anpassung hätte den Absturz wohl nicht verhindert.
- Laut der Schweizer Untersuchungsstelle liegt die Ursache beim Wind und der Pendelbewegung.
Nach dem tödlichen Seilbahnunfall am Titlis steht die Frage im Raum, ob eine frühere Nachrüstung der Anlage das Unglück hätte verhindern können. Hintergrund sind Berichte, wonach die Betreiberin ein entsprechendes Angebot des Herstellers Garaventa nicht umgesetzt hatte.
In einem Beitrag der «SRF Tagesschau» vom Sonntag kommt dazu die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) zu Wort. Und entlastet die Titlis-Bergbahnen in dem Punkt. Das Unglück vom Mittwoch hätte trotz Anpassungen nach dem Unfall von 2019 nicht verhindern werden können, heisst es.
Bereichsleiter Philippe Thürler sagt: «Anpassungen am Klemmmechanismus geben keine bessere Sicherheit. Entscheidend ist die Pendelfreiheit.»
Und weiter: «Wenn die Windgeschwindigkeit zu gross ist, kommt eine Gondel aus der normalen Achse und kann gegen Anlageteile prallen oder an Seilfängern hängen bleiben und vom Förderseil gerissen werden.»
Titlis-Geschäftsführer: «Keine sicherheitsrelevante Massnahme»
Auslöser für das Angebot der Nachrüstung war ein Vorfall im Jahr 2019 in der Mythenregion SZ. Damals stürzte eine leere Gondel desselben Typs infolge starker Windböen ab.
In der Folge informierte der Hersteller seine Kunden über eine mögliche technische Nachrüstung an der Kabelklemme – jenem Bauteil, das die Gondel am Transportseil befestigt.
Die Titlisbahnen verzichteten jedoch darauf, ein entsprechendes Angebot einzuholen. Geschäftsführer Norbert Patt betont in dem «Tagesschau»-Beitrag, es habe sich dabei nicht um eine «sicherheitsrelevante Massnahme» gehandelt, die man hätte umsetzen müssen – «und es war auch keine Empfehlung».
Wäre dies jedoch der Fall gewesen, hätte man die Anpassung umgehend umgesetzt, betont der Titlis-Geschäftsführer und führt aus: «Bei uns hat die Sicherheit höchste Priorität.»












