Neue Leitung des Luzerner Theaters setzt auf Kontinuität

Die neue Leitung des Luzerner Theaters entwickelt in der Spielzeit 2026/27 das Theaterschaffen der Ära Ina Karr weiter. Insgesamt stehen 18 Premieren und neun Wiederaufnahmen auf dem Programm.

Die nächste Spielzeit ist die erste unter der Co-Leitung von Katja Langenbach und Wanda Puvogel. Die beiden Frauen lösen auf die neue Spielzeit Ina Karr ab, welche das Luzerner Theater vorzeitig verlässt.
Langenbach war in den letzten Jahren für das Schauspiel, Puvogel für den Tanz verantwortlich. Die beiden Sparten werden neu von Eva Böhmer respektive Pamela Monreale und Victor Rottier geleitet. Auch sie waren bereits Angestellte des Hauses an der Reuss. Opernchefin bleibt Ursula Benzing.
Zu einem grossen Umbruch kommt es auf die neue Spielzeit hin nicht. In dieser stecke noch einiges der scheidenden Intendantin Ina Karr, erklärte Langenbach am Montag an einer Medienorientierung. Puvogel sprach von «Kontinuität mit neuen Highlights».
Die neue Spielzeit steht unter dem Motto «ZeitNah» – im Fokus dabei die Nähe in jeder Hinsicht, räumlich, zeitlich und emotional, teilte das Theater mit. In einer Zeit der Verunsicherung und der globalen Umwälzungen solle die Gegenwart reflektiert werden, erklärte Langenbach.
Puvogel sagte, das Luzerner Theater sei das Theater der Menschen der Stadt und der Region. Es solle, etwa mit Kooperationen, noch nahbarer gemacht werden. Jede und jeder solle etwas im Programm finden. Ziel sei es, Türen zu öffnen und noch mehr Publikum anzulocken.
Gelingen dürfte dies mit dem Musical «My Fair Laidy». Mit «Der fliegende Holländer» von Richard Wagner, der Komponist lebe ja auch in Luzern, steht ein Opernklassiker auf dem Programm. Als Wiederentdeckung wird die Oper «Proserpina» von Joseph Martin Krauss angepriesen, einem Zeitgenossen von Wolfgang Amadeus Mozart.
Eröffnet wird die Opernsaison mit einer Koproduktion mit Lucerne Festival: «Mad King & Medea» mit Monodramen von Peter Maxwell Davies und Bushra El-Turk. Bei dem Werk von El-Turk handelt es sich um eine Auftragsarbeit.
Neu verfügt die Tanzsparte über einen «Artist in Residence». Es handelt sich um den südkoreanischen Choreografen Jae-Duk Kim. Auch im Schauspiel steht mit «Das Verhängnis» eine Uraufführung auf dem Programm. Geschrieben hat den Text die aktuelle Hausautorin des Luzerner Theaters, Yael Inokai. Sie veröffentlicht mit «Die Austern» Ende Juli auch gleich einen neuen Roman.
Eine weitere Auftragsarbeit ist Kevin Rittbergers «MARSnaturen», die in der fernen Zukunft von zwei Zivilisationen auf dem Mars handelt. Das Luzerner Theater produziert das Stück zusammen mit dem Shanghai Dramatic Arts Center.
Das Weihnachtsmärchen ist in der nächsten Spielzeit Charles Dickens «Eine Weihnachtsgeschichte», das für die, die länger aufbleiben dürfen, auch in Abendvorstellungen gespielt wird. Die Sparte Jung unter der Leitung von Teresa Rotemberg baut ihr Angebot in der Spielzeit 2026/27 weiter aus.
25 Prozent des Publikums sei jünger als 30 Jahre, hiess es dazu von der Co-Intendanz. Theaterbesucherinnen und -besucher seien keine aussterbende Gattung.






