Regulierung des Vierwaldstättersees verhinderte rekordtiefen Pegel

Der Pegel des Vierwaldstättersees ist im Hitzesommer 2026 nicht auf ein Rekordtief gesunken. Grund dafür ist, dass der Reussabfluss flexibel und nicht stur nach Reglement reguliert wurde.

Viele Seen hatten in dem Hitzesommer so wenig Wasser wie noch nie, so der Boden- und der Zürichsee. Im Kanton Luzern galt dies für den Baldegger- und den Hallwilersee.
Tief war auch der Pegel des Vierwaldstättersees, aber nicht rekordtief. Anfang Oktober sank der Wasserstand auf 433.36 Meter über Meer ab. Der Normalbereich liegt zwischen 433.45 bis 434.00 Meter über Meer. Das Rekordtief ist für den 26. April 1917 verbrieft, als der Pegel bei 433.02 Meter über Meer lag.
Abfluss stark gedrosselt
Dass der Wasserstand des Vierwaldstättersees nicht tiefer lag, sei der frühzeitigen Drosselung des Reussabflusses zu verdanken, teilte die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee am Dienstag mit.
Der Abfluss beim Reusswehr in der Stadt Luzern wurde ab dem 8. Juli stärker gedrosselt als in anderen Jahren. Auch Ende Oktober flossen nur 32 Kubikmeter Wasser pro Sekunde vom See in die Reuss. Normal sind in dem Monat 60 bis 80 Kubikmeter Wasser.
Die Drosselung des Reussabflusses führte dazu, dass der Fluss weniger Wasser führte. Es sei aber immer mehr Wasser abgeflossen als die minimale Restwassermenge, teilte die Aufsichtskommission mit.
Das Wasser der Reuss speist auch den Rotsee bei Ebikon. Zudem ist es für das Grundwasservorkommen in Teilen der Kantone Luzern und Aargau wichtig.
Ob bei der Regulierung des Reussabflusses der See oder der Fluss Vorrang hat, hängt nach Angaben der Aufsichtskommission von der Jahreszeit ab. Im Sommer sei es der See, weil die Schifffahrt einen minimalen Pegel von 433.25 Meter über Meer brauche.
Wie der Reussabfluss reguliert werden soll, wird im Wehrreglement festgehalten. Der Sommer habe aber erneut gezeigt, dass ein striktes Regulieren nach Reglement bei ausserordentlichen Verhältnissen nicht zu optimalen Resultaten führe, hiess es in der Mitteilung.





