Roger Pitton (GLP): «Den Strom auch lokal nutzen»

Cham ZG könnte deutlich mehr Solarstrom produzieren, nutzt das Potenzial aber zu wenig. Roger Pitton (GLP) fordert mehr Zusammenarbeit und konkrete Projekte.

Am Beispiel von Cham ZG zeigt sich grosses, noch ungenutztes Potenzial für Solarstrom. Laut Bundesamt für Energie könnten geeignete Dächer und Fassaden jährlich rund 80 Gigawattstunden produzieren, etwa dreimal die Menge des Strombedarfs der Chamer Bevölkerung.
Um dieses Potenzial nutzen, sind Produktion, Verbrauch, Speicherung und Mobilität intelligent zu verbinden. Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch, virtuelle ZEV und lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) machen es möglich: Solarstrom wird dort genutzt, wo er entsteht – in Wohnsiedlungen, Betrieben, öffentlichen Gebäuden und an Ladestationen.
Besonders beim Laden von Elektrofahrzeugen liegt grosses Potential. Solaranlagen liefern tagsüber am meisten Strom, genau dann, wenn viele Autos bei der Arbeit, beim Einkauf oder an öffentlichen Orten stehen. Ein lokal verbundenes Ladenetz mit intelligentem Lastmanagement bringt Angebot und Nachfrage zusammen.

Das stärkt die lokale Wertschöpfung, entlastet das Stromnetz und macht grössere Solaranlagen attraktiver. Eine gemeinsame Interpellation von ALG und GLP hat den Gemeinderat aufgefordert, solche Modelle sowie Kooperationen mit Privaten und Grossspeicher konkret zu prüfen.
Seine Antwort zeigte Offenheit, blieb aber bei Zeitplan und Zuständigkeiten vage. Andere Gemeinden sind bereits weiter. Cham ZG und die anderen Gemeinden in der Region sollten von diesen Erfahrungen lernen und eigenen Initiativen den nötigen Startschub geben.
Warum nicht die relevanten Akteure an einen Tisch bringen? Lokale Energieversorger, Grundeigentümerschaften, Gewerbe und Anbieter von Ladeinfrastruktur könnten gemeinsam Modelle für «Chamer Strom» entwickeln.
Mit konkreten Pilotprojekten liesse sich rasch herausfinden, wie lokaler Solarstrom sinnvoll für das öffentliche Laden sowie die lokale Nutzung genutzt werden kann. Hier braucht es engagierte Parteien, die vernetzen, Ideen zusammenbringen und die Umsetzung gemeinsam vorantreiben.
Zum Autor
Roger Pitton ist Co-Präsident GLP Cham.
Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Aber wir sollten jetzt handeln und bewährte Lösungen konsequent umsetzen: lokal produziert, lokal gespeichert, lokal geladen und lokal verbraucht.
Hinweis
Dieser Gastbeitrag ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.






