SAC-Hüttenwart: «Lebensmittel nicht mehr lange haltbar»

Die Berghütten steuern auf einen Rekordsommer zu. Volle Betten freuen die Wirte, doch Hitze, spontane Gäste und hohe Belastung machen ihnen zu schaffen.

Das Wichtigste in Kürze
- SAC-Hütten erlebten wohl einen Rekordsommer oder lagen nahe daran.
- Viele Gäste brachten Umsatz, aber auch grosse Belastung für Hüttenwarte.
- Hitze erschwerte teils die Lagerung von Lebensmitteln in warmen Kellern.
Die SAC-Hütten haben einen sehr starken Sommer hinter sich.
Marco Dirren, Zentralpräsident des Schweizerischen Alpenclubs (SAC), sagt gegenüber SRF: Nach Gesprächen mit Hüttenwarten rechne er mit einem Rekord oder zumindest einem Ergebnis nahe an den Rekordjahren 2023 und 2025.
Damals zählten die SAC-Hütten jeweils etwas mehr als 310’000 Sommer-Übernachtungen.
Hüttenwarte stemmen grossen Gästeandrang
Für die Hüttenwarte brachte das viele Gäste und Umsatz, aber auch grosse Belastung. Christian Affolter, Hüttenwart der Lidernenhütte im Kanton Uri, sagt zu SRF: «Wir wurden überrannt.»
Viele kurzfristige An- und Abmeldungen hätten die Planung erschwert, das Team sei nach dem Sommer müde.
Herausforderungen stellten sich aber auch bei der Konservierung der Esswaren. Affolter sagt: «Das grössere Thema war, dass unser eigentlich kühler Keller war überhaupt nicht mehr kühl war. Dass die Lebensmittel überhaupt nicht mehr lang haltbar waren, weil wir im Keller fast 20 Grad hatten.»
Regen entspannt Wasserlage in Hütten
Trotz Hitze und Trockenheit kamen die meisten Hütten beim Wasser glimpflich davon. In einer SAC-Umfrage von Anfang August gaben nur vier von 71 Hütten an, stark betroffen gewesen zu sein. Mitte August entspannte der Regen die Lage.
Geholfen haben zudem frühere Investitionen in wassersparende Technik wie Trockentoiletten, sparsame Wasserhähne und zusätzliche Tanks.
Klimawandel verteuert den Hüttenbetrieb
Der Klimawandel verursacht dem SAC hohe Kosten. Jährlich investiert der Club 5 bis 7 Millionen Franken allein wegen Klimafolgen. Das entspricht gut einem Drittel aller Investitionen.
Langfristig stellt sich an gewissen Standorten die Frage, ob Hütten weiterbetrieben werden können.
Stefan Forster, Experte für nachhaltigen Tourismus an der ZHAW, sagt: Wenn Zugänge unsicher werden oder der Untergrund bröckelt, müsse man den Aufwand prüfen.
Dirren betont derweil: «Wir möchten natürlich möglichst viele Hütten aufrechterhalten, aber das muss auch sinnvoll sein. Wir machen das nicht einfach nur, damit die Hütte da steht.»








