Schwyzer Dorfbewohner verhindern Moschee

Etienne Sticher
Etienne Sticher

March-Höfe,

Geplante Moscheen stossen in der Schweiz auf viel Widerstand. In Siebnen SZ wird das Projekt auch wegen einer Petition der lokalen SVP nicht umgesetzt,

siebnen sz
In Siebnen SZ kommt eine geplante Moschee wegen des Widerstands der Bevölkerung nicht zustande. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Siebnen SZ wehrten sich die SVP und die Bevölkerung gegen eine geplante Moschee.
  • Das Projekt wird nicht umgesetzt, man wolle nicht beleidigt werden.
  • Auch in einem Berner Quartier gibt es viel Widerstand, Beleidigungen und Bedrohungen.

In Siebnen SZ wollte die Albanische Gemeinschaft eine Moschee bauen. Dafür sollte das Läufferhaus im Dorfkern umgebaut werden. Doch wegen des Drucks der Bevölkerung streicht die Albanische Gemeinschaft das Projekt, wie «SRF» berichtet. Es ist nicht der einzige Ort, wo es Moscheen schwierig haben.

In Siebnen mobilisierte die SVP gegen das Gebetshaus. Rund 5000 Unterschriften sammelte sie.

Auch Rita Rutz, Inhaberin eines Strickerladens gegenüber dem Läufferhaus, kämpfte gegen die Moschee: «Sie passt nicht mitten ins Dorf», sagt sie. Man sei eine «eingeschworene Ladengemeinschaft». Und es könne nicht sein, dass «wir, die schon seit vielen Jahren ortsansässig sind, auf die Muslime zugehen müssen».

Sinan Sadriu, Präsident der Albanischen Gemeinschaft, begründet die Beerdigung des Projektes: «Wir wollen die Bevölkerung nicht spalten. Und wir wollen nicht beschimpft werden.

Die Kritik kann er nicht verstehen: Er trainiert Junioren im lokalen Fussballverein, arbeitet als Handwerker in der Region. «Meine Familie lebt hier in der dritten Generation, und wir leisten unseren Beitrag für die Gesellschaft.»

«Nicht unsere Freunde» und «Kultur ist uns fremd»

Auch im Berner Quartier Wittigkofen kommt eine geplante Moschee nicht zustande. Im kirchlichen Quartierzentrum wollte das Islamische Zentrum Bern einen Gebetsraum kaufen. Doch die benötigten 1,8 Millionen Franken konnten nicht gesammelt werden. Auch hier gab es laute Kritik an den Plänen.

«Es sind nicht unsere Freunde», sagt ein Mann am Flohmarkt. Eine Frau findet: «Ihre Kultur ist uns fremd.» Sozialarbeiter der Kirche wurden wegen des geplanten Gebetsraums beleidigt und bedroht.

Würdest du dich gegen eine Moschee in deinem Dorf wehren?

Ali Osman, Präsident des Islamischen Zentrums Bern, kann die Skepsis verstehen: «Man hat Angst vor dem, was man nicht kennt.» Seine Schwester, die wie ihr Bruder in der Schweiz aufgewachsen ist, sagt: «Wir wollen niemandem etwas wegnehmen.»

Weil das benötigte Geld nicht gesammelt werden konnte, verfiel eine gemeinsame Absichtserklärung mit der reformierten Kirche. Ali Osman sagt, dass man mit der Kirche im Gespräch bleibe.

Auch in Siebnen SZ wollen die Muslime weiterhin eine Moschee. Sinan Sadriu sagt, man werde mit der Gemeinde über mögliche andere Standorte sprechen. Und er wünscht sich, dass der Wunsch nach einer Moschee im Dorf ernst genommen werde.

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