So will Zuger Quartier das Zusammenleben fördern

Im Zuger Quartier Guthirt entsteht ein neuer Treffpunkt. Die Stadt Zug eröffnet am 5. September eine Quartier-Box am Wasserspielplatz.

Wo Kinder am Wasserspielplatz spielen, soll künftig auch das Quartierleben seinen Platz haben. Beim Arbach hat die Stadt Zug eine kleine Quartier-Box eingerichtet. Sie ist schlicht und zweckmässig ausgestattet, könnte aber für das wachsende Quartier Guthirt eine wichtige Funktion übernehmen: als unkomplizierter Ort zum Zusammensitzen, Austauschen und Kennenlernen.
Die Box verfügt über Strom und Wasser sowie eine Grundausstattung mit Kaffeemaschine und Kühlschrank. Viel braucht es offenbar nicht, damit aus einem kleinen Raum ein Treffpunkt werden kann. Geplant ist insbesondere ein Quartierkafi, das spontane Begegnungen ermöglichen soll.
Wer einen Kaffee trinken und dabei mit anderen Bewohnerinnen und Bewohnern ins Gespräch kommen möchte, soll dafür künftig einen niederschwelligen Ort direkt im Quartier haben.
Raum für Begegnungen
Die Quartier-Box soll aber mehr können als Kaffee ausschenken. Sie kann für Kindergeburtstage, kleinere private Feiern oder gemeinschaftliche Aktivitäten gemietet werden.

Damit richtet sich das Angebot insbesondere an Familien, aber auch an Vereine, Gruppen und engagierte Quartierbewohnerinnen und -bewohner.
Ein Ort, an dem Nachbarschaft entstehen kann
Für Stadtrat Etienne Schumpf, Vorsteher des Bildungsdepartements, ist die Box eine Antwort auf die Entwicklung des Quartiers. Das Guthirt gehört zu den grossen und wachsenden Stadtteilen Zugs.
Mit dem Bevölkerungswachstum verändern sich auch die Bedürfnisse: Wo mehr Menschen leben, braucht es nicht nur Wohnungen und Infrastruktur, sondern auch Orte, an denen Nachbarschaft entstehen kann.
Die neue Quartier-Box ist Teil der städtischen Strategie «Zusammenleben». Diese verfolgt das Ziel, das Wachstum der Quartiere aktiv zu begleiten, die Lebensqualität zu erhalten und gleichzeitig Eigeninitiative zu fördern.
Die Stadt stellt dabei die Infrastruktur zur Verfügung – mit Leben füllen müssen sie letztlich die Menschen vor Ort.
Freiwillige gesucht
Genau hier liegt die wohl wichtigste Frage für den Erfolg des Projekts. Die Stadt sucht engagierte Bewohnerinnen und Bewohner, die beim Betrieb des Quartierkafis mithelfen.
Sie sollen nicht bloss hinter der Kaffeemaschine stehen, sondern auch mitentscheiden können, wann und wie das Kafi geöffnet ist und welche Aktivitäten stattfinden. «Die Quartier-Box lebt von Menschen, die sich engagieren», sagt Fabian Büechi, Leiter des Fachbereichs Soziokultur.
Gesucht sind deshalb Personen, die Lust haben, sich einzubringen und dem neuen Treffpunkt ein Gesicht zu geben. Denn eine Box allein schafft noch kein Quartierleben. Entscheidend sind die Begegnungen, die darin und darum herum stattfinden.
Vielleicht entsteht bei einem Kaffee eine neue Bekanntschaft, vielleicht wird aus einer spontanen Idee ein gemeinsamer Anlass oder aus Nachbarn eine Gemeinschaft.
Offizielle Eröffnung am 5. September
Offiziell eröffnet wird die Quartier-Box am Samstag, 5. September 2, von 16 bis 19 Uhr gemeinsam mit Stadtrat Etienne Schumpf.
Die Veranstaltung soll Gelegenheit bieten, den neuen Treffpunkt kennenzulernen und sich über die Nutzungsmöglichkeiten zu informieren. Wann das Quartierkafi künftig geöffnet sein wird und wie die Vermietung funktioniert, will die Stadt rechtzeitig bekannt geben.
Damit beginnt im Guthirt ein kleines Experiment mit durchaus grossem Anspruch: Eine unscheinbare Box soll zu einem Ort werden, an dem aus Nachbarschaft Gemeinschaft wird. Ob das gelingt, entscheidet nicht die Ausstattung – sondern das Engagement der Menschen, die sie nutzen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.







