Toter nach Konzert: Verhafteter (42) von Tuggen SZ soll Neonazi sein

In Tuggen SZ starb ein 27-jähriger Deutscher nach einer Schlägerei. Der mutmassliche Täter (42) aus der Schweiz soll ein Neonazi sein.

Das Wichtigste in Kürze
- Vor einer Woche kam es nach einem Konzert in Tuggen SZ zu einer wüsten Schlägerei.
- Ein 27-jähriger Deutscher wurde derart schwer verletzt, dass er im Spital gestorben ist.
- Nun wird bekannt: Der mutmassliche Totschläger (42) soll Neonazi-Kreisen angehören.
Der nach einer tödlichen Schlägerei in Tuggen SZ verhaftete 42-jährige Schweizer ist laut Recherchen des «SonntagsBlick» ein langjähriges Mitglied des Neonazi-Netzwerks Blood and Honour.
Mehrere Quellen hätten der Zeitung die Zugehörigkeit des Mannes bestätigt.
Er steht im Verdacht, nach einem Konzert einen 27-jährigen Deutschen mit einem Faustschlag getötet zu haben.
Das Opfer sei gemäss Informationen der Zeitung mit seiner Mutter und zwei Freundinnen am Konzert gewesen.

Zudem sei an jenem Abend offenbar auch ein ehemaliger Informant des deutschen Verfassungsschutzes vor Ort gewesen, der enge Verbindungen zur rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gepflegt habe.
Der Mann lebe heute im Sarganserland und sei ebenfalls Teil des Blood-and-Honour-Netzwerks gewesen.
Das betroffene Ausgehlokal Bandits gelte laut mehreren Personen aus der Region seit Jahren als Treffpunkt von Rechtsextremisten.
Band distanziert sich
An dem Abend fand in dem Lokal ein Konzert der deutschen Band «Krawallbrüder» statt. Die Band äusserte sich auf Instagram zu den Ereignissen.
Sie schreibt von rechten Konzertbesuchenden: «Im Laufe des Abends fielen vier Gäste auf.» Diese hätten Shirts mit der Aufschrift «Blood & Honour Zürich» – ein rechtsextremes Netzwerk – getragen.
Die Security habe diese auf Aufforderung der Band umgehend der Halle verwiesen. «Im Laufe der Show gab es aggressive Handlungen und politische Äusserungen durch dieselben Personen gegen Besucher des Konzerts», so die Band.
Die Störfeinde seien durch die Security umgehend erneut rausgeschickt worden. Wie sie wieder hineingelangen konnten, sei bislang ungeklärt.
Rechtsextreme will die Band nicht bei ihren Konzerten, wie sie schreibt: «Wir haben sowohl Personenkontrollen an der Tür durchgeführt als auch ein klares Statement direkt auf der Bühne gegeben und uns gegen Besucher der extremen Rechten ausgesprochen.»
Die Band «Krawallbrüder» distanziere sich nach wie vor von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und neonazistischen Ideologien. So auch von allen anderen politischen und religiösen Extremen. «Besucher einer dieser Richtungen sind auf unseren Konzerten nicht willkommen», so die Band.
Schlägerei an Aftershow-Party
Nach dem Konzert fand in einem separierten Club des Lokals in Tuggen eine Aftershow-Party statt. Erst dort kam es zu der tödlichen Schlägerei unter Besuchenden.
Die Band stellt klar: «Wir selbst, unsere Technikcrew und die Supportbands waren nicht mehr vor Ort.» Was dort vorgefallen sei, sei Stand jetzt absolut unklar.







