Velofahrer verirrt sich in Luzerner Autobahntunnel

Plötzlich staut es im Reussporttunnel. Ein Velofahrer fährt seelenruhig auf der Luzerner Autobahn A2. Die Polizei rückt aus, erwischt ihn aber nicht.
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Das Wichtigste in Kürze
- Ein Velofahrer hat sich auf die Autobahn – absichtlich oder versehentlich – verirrt.
- Im Luzerner Reussporttunnel bildet sich eine Kolonne.
- Als die Polizei aufkreuzt, ist der Velofahrer schon verschwunden.
«Plötzlich war Stau», erzählt Autofahrer Toni Z.* «Wir fragten uns, was ganz vorne an der Kolonne los ist.»
Einige Meter weiter ist dann alles klar. Grund für den Stau ist ein Velofahrer – mitten im Reussporttunnel auf der Autobahn A2 in Luzern! Abgespielt haben sich die Szenen am 20. März.
«Vermutlich wollte er eine Abkürzung nehmen. Da lange ich mir an den Grind. Was für ein Joggel, das ist lebensgefährlich!», nervt sich Toni.
Zudem gebe es die andere Seite: «Wenn ein Autofahrer ihn im dunklen Tunnel erwischt, dann ist er der Schuldige im Umzug ...»
Seine Beifahrerin zückt das Handy und filmt. Toni verzichtet darauf, die Polizei zu rufen.
«Ich war ja nicht der erste im Tunnel und war mir sicher, dass vor mir schon jemand angerufen hat. Es hat meistens genug Leute, die die Polizei anrufen. Es bringt ja nichts, wenn die Polizisten zehn Mal das Gleiche hören.»

Tatsächlich: Urs Wigger von der Kantonspolizei Luzern bestätigt Nau.ch, dass an diesem Tag ein Velofahrer im Reussporttunnel gemeldet wurde. Der Zwischenfall spielte sich kurz vor acht Uhr abends ab.
Polizei rückt aus, Velofahrer ist weg
Der Falschfahrer konnte jedoch nicht angehalten werden. Als die Polizei eintrifft, ist dieser bereits über alle Berge.
«Es ist davon auszugehen, dass der Radfahrer die Autobahn über die Notausfahrt beim Lochhof verlassen hat», so Wigger.
Hätte die Polizei den Velofahrer geschnappt, wäre er der zuständigen Staatsanwaltschaft angezeigt worden. Diese bestimmt die Höhe der Strafe.
In «unregelmässigen Abständen» gebe es im Kanton Luzern «vereinzelt» Meldungen zu Autobahn-Velofahrern, sagt Wigger.
Auch hier fuhren Velofahrer auf Autobahn
Auch andere Kantonspolizeien müssen wegen Velos auf der Autobahn immer wieder ausrücken. Einige Beispiele: In Hergiswil NW baute ein 76-Jähriger letzten Juni mit dem Rennvelo einen Selbstunfall und musste ins Spital.
Während der Rad-WM 2024 in der Schweiz sorgte eine Velofahrer-Kolonne auf der Zürcher Autobahn für rote Köpfe.
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Ebenfalls in Zürich ist ein Deutscher letzten April auf die A51 aufgefahren. Die Autobahnschilder in der Schweiz würden halt anders aussehen als in Deutschland, war seine Begründung.
Ein Einzelfall ist der Reussporttunnel-Radler also nicht. Neu ist aber: Im Gegensatz zu den Velofahrern in den anderen Fällen entkommt er den ausgerückten Polizisten.
*Name von der Redaktion geändert







