Wohnung zu teuer: Zugerin muss im noch teureren Hotel wohnen

Seit Monaten lebt eine Zugerin mit ihrem Sohn im Hotel. Obwohl eine Wohnung bereitsteht. Der Sozialdienst blockt wegen der Miete.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Mutter und ihr Sohn wohnen seit Monaten in einem Hotel – bezahlt vom Staat.
- Eine verfügbare 3500-Franken-Wohnung wird vom Sozialdienst als zu teuer abgelehnt.
- Fälle wie dieser häufen sich laut Ombudsstelle wegen fehlendem bezahlbarem Wohnraum.
Seit Monaten ist ein Hotelzimmer das Zuhause einer Frau aus dem Kanton Zug und ihres Sohnes. Erstaunlich: Die Unterbringung wurde vom Sozialdienst organisiert, aus Mangel an Alternativen auf dem Wohnungsmarkt.
Die Vorgeschichte: Nach rund 15 Jahren wurde die emotional belastete Frau aus ihrer bisherigen Wohnung polizeilich weggewiesen.
Seither lebt sie gemeinsam mit ihrem 18-jährigen Sohn in einem Hotel in Goldau. «Zentralplus» berichtete zuerst über den Fall.
Wegen hoher Miete zahlt Sozialdienst lieber Hotel
Eine dauerhafte Lösung scheint zwar in Sicht, doch sie scheitert an den Vorgaben des Sozialdienstes. Denn die Frau hat eine neue Wohnung gefunden: Drei Zimmer, monatlich 3500 Franken.
Für den Sozialdienst kommt das jedoch nicht infrage. Die Miete sei zu hoch und rechtlich kaum zu rechtfertigen. Stattdessen müsse die Betroffene weiter auf eine günstigere Lösung warten, wie aus dem aktuellen Bericht der Zuger Ombudsstelle hervorgeht.
Dabei ist die aktuelle Situation deutlich teurer: Rund 5500 Franken pro Monat kostet der Hotelaufenthalt. Dennoch bleibt der Umzug in die Wohnung vorerst ausgeschlossen.
Der Fall steht exemplarisch für ein wachsendes Problem. Laut Ombudsstelle sehen sich Sozialdienste immer häufiger gezwungen, Betroffene vorübergehend in Hotels unterzubringen: Es fehlt an bezahlbaren Wohnungen und Notunterkünften.
Hintergrund sind klare Richtlinien: Für einen Zwei-Personen-Haushalt gelten gemäss Schweizerischer Konferenz für Sozialhilfe Mietkosten von etwa 1700 Franken als angemessen. Alles darüber hinaus wird in der Regel nicht übernommen.
Gleichzeitig zeigt der Bericht auch: Um genau solche teuren Zwischenlösungen zu vermeiden, schöpfen Sozialdienste ihren Spielraum bei den Mietkosten zunehmend stärker aus. Denn langfristig ist die Unterbringung im Hotel für alle Beteiligten die ungünstigste Option.









