A2-Überdachung vorerst vom Tisch

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Emmen,

Der Einwohnerrat Emmen legt die Idee einer Autobahn-Überdachung vorerst auf Eis. Zu hohe Kosten und fehlende Perspektiven sprechen gegen eine rasche Umsetzung.

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Die Gemeinde will härter gegen Ausweichverkehr von der A2 in Richtung Basel vorgehen. (Symbolbild) - Polizei Basel-Landschaft

Während in Kriens über eine Überdachung der Autobahn A2 abgestimmt wird, ist ein solches Projekt in Emmen auf Eis gelegt, teilt die Gemeinde Emmen mit. Zwar gilt die Idee als visionär mit Mehrwert für die Bevölkerung, wird derzeit jedoch als nicht realistisch und zu kostenintensiv eingestuft – insbesondere im Kontext anstehender Grossprojekte auf Nationalstrassen, welche die Region prägen werden.

Zurück auf Anfang: Im März 2026 hat der Emmer Einwohnerrat ein Postulat zur Prüfung einer Teilüberdachung der Autobahn A2 mit 20 zu 16 Stimmen abgeschrieben und folgt damit dem Antrag des Gemeinderates.

Erst 2023 hatte das Parlament noch deutlich anders entschieden: Mit 29 zu 6 Stimmen wurde der Gemeinderat damals beauftragt, eine entsprechende Testplanung zu prüfen. Ziel war es, die «historische Schandtat» der Autobahn, welche das Siedlungsgebiet seit Jahrzehnten zerschneidet, zumindest teilweise zu korrigieren.

Keine Chance ohne Bypass-Anbindung

Seither haben sich die Gegenargumente weiter verdichtet und an Klarheit gewonnen – insbesondere im Vergleich zu Kriens. Dort ist das Überdachungsrojekt A2 eng mit dem Bypass Luzern verknüpft und wird von Bund, Kanton und Stadt gemeinsam getragen.

In Emmen fehlt dieser planerische «Aufhänger». Eine Überdachung wäre hier ein eigenständiges, vom Bypass losgelöstes Projekt. «Zudem wird das Bundessamt für Strassen Astra kaum zwei derart grosse Baustellen gleichzeitig oder in engem zeitlichen Abstand realisieren», stellte Baudirektor Andreas Roos klar.

Minderheit hält fest – Mehrheit folgt Gemeinderat

Christian Meister (Die Mitte) plädierte dafür, am Vorhaben festzuhalten, das Postulat nicht abzuschreiben und den Druck aufrechtzuerhalten: «Nur weil das Astra dem Anliegen momentan nicht offen gegenübersteht, muss die Gemeinde Emmen doch nicht aufgeben.»

Es habe sich gezeigt, dass Engagement Wirkung entfalten könne, etwa beim Lärmschutz rund um den Anschluss Emmen Nord. «Behalten wir den Trumpf in den Händen», so Meister.

Die Ratsmehrheit folgte jedoch der Einschätzung des Gemeinderates. Dieser argumentiert seit Beginn mit fehlender Legitimation, hohen Kosten und einem sehr langen Planungshorizont. Eine Testplanung würde bis zu einer Million Franken kosten, ohne Garantie auf Umsetzung. Zudem sei ein solches Projekt in den nächsten 15 bis 20 Jahren ohnehin nicht realistisch.

Fokus auf realisierbare Aufwertung

Gleichzeitig betonte Andreas Roos, dass die Idee einer Überdachung grundsätzlich nicht bestritten wird. Diese sei «charmant» und «visionär», und auch die trennende Wirkung der Autobahn wird nicht in Frage gestellt.

Der Gemeinderat plädiert jedoch dafür, das aktuelle Postulat abzuschreiben und das Thema zu einem späteren Zeitpunkt neu zu denken – dann, wenn die Rahmenbedingungen günstiger sind und sich konkrete Chancen für eine Umsetzung abzeichnen.

Stattdessen setzt Emmen weiterhin auf alternative Massnahmen zur Aufwertung. Im Fokus steht insbesondere die Verbesserung der Siedlungsverbindungen, etwa im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung des Autobahnanschlusses Emmen-Nord.

Dort soll ein Gestaltungskonzept dazu beitragen, die trennende Wirkung der Infrastruktur zu mindern – pragmatischer und finanziell tragbarer als eine Überdachung.

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