Mehr «Klapp» für Emmen – Gemeinderat drückt auf Bremse

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Emmen,

Die App «Klapp» erleichtert in Emmen die Kommunikation zwischen Schule und Eltern. Eine flächendeckende Ausweitung lehnt der Gemeinderat vorerst ab.

Ron Orp
Ein Mann mit Handy. (Symbolbild) - Pixabay

Musikschule, Schuldienste, Lager: Wie die Gemeinde Emmen informiert, will die Mitte Emmen prüfen lassen, ob die App «Klapp» auch dort zum Standard für die Kommunikation mit den Eltern werden kann. Der Gemeinderat nennt bereits umgesetzte Schritte, sieht aber Grenzen und beantragt die Ablehnung.

«Klapp» ist an der Volksschule Emmen noch keine drei Jahre flächendeckend im Einsatz und doch hat sich die App im Schulalltag schnell festgesetzt. Seit dem Schuljahr 2023/2024 läuft ein grosser Teil der Kommunikation zwischen Schule und Eltern über den digitalen Kanal.

Die Mitte will nun wissen, ob dieses Modell auch über die Volksschule hinaus taugt: überall dort, wo Eltern ebenfalls regelmässig Informationen erhalten, Termine koordinieren oder Rückmeldungen geben müssen.

Mitte will «Klapp» auf weitere Angebote ausdehnen

Im Postulat verweisen die Initianten auf einen «eigentlichen Siegeszug», den «Klapp» in den Luzerner Volksschulen hingelegt habe. Die App vereinfache die Kommunikation und berücksichtige Datenschutzaspekte, zudem schätzten viele Eltern die «einfache Lösung, um den Überblick über verschiedene Aktivitäten zu halten.»

Vor diesem Hintergrund soll der Gemeinderat prüfen, ob «Klapp» auch in weiteren schulnahen Angeboten eingesetzt werden kann. Im Postulat genannt werden dabei die Musikschule Emmen, der Religionsunterricht der Landeskirchen, die Schuldienste sowie ausserschulische Sportwochen und Lager.

Auch Vereinsangebote, die sich an Schulkinder richten, sollen in diese Prüfung einbezogen werden. Die Stossrichtung ist klar: Was sich an der Volksschule bewährt, soll, wenn möglich, auch dort genutzt werden, wo Angebote für Kinder und Jugendliche regelmässig mit den Eltern kommunizieren.

Erweiterungen ja, aber nicht als pauschale Öffnung

Der Gemeinderat würdigt in seiner Beantwortung den Nutzen von «Klapp» als «etablierter und bewährter Kommunikationskanal» und verweist darauf, dass die Volksschule Emmen die App gezielt eingeführt und begleitet hat.

Gleichzeitig hält er fest, dass die Frage einer Ausdehnung in den letzten Schuljahren geprüft worden sei und dass es punktuelle Erweiterungen bereits gibt. Eine breite Ausdehnung auf alle im Postulat genannten Bereiche beurteilt der Gemeinderat jedoch zurückhaltend.

Die Einführung eines «Klapp Musikschulportals» sowie eines «Dashboards» für Vereine sei geprüft worden, der Einsatz an der Musikschule aber «für den Moment» verworfen.

Organisatorische Grenzen bremsen Ausweitung

Ausschlaggebend seien unter anderem unterschiedliche organisatorische Zuständigkeiten, abweichende Kommunikationsbedürfnisse sowie Fragen der Rollen- und Rechteverteilung.

Auch eine Öffnung für externe Vereine sei nach eingehender Prüfung nicht weiterverfolgt worden. Bei möglichen Erweiterungen nennt der Gemeinderat zudem Kriterien wie Datenschutz und Zugriffsrechte sowie klar definierte Zuständigkeiten.

«Klapp soll übersichtlich bleiben», heisst es, und es werde bewusst darauf geachtet, Eltern nicht «mit Informationen zu überfluten».

Zusätzliche Kosten bei einer Erweiterung nicht ausgeschlossen

Finanziell verweist der Gemeinderat darauf, dass Einführung und Betrieb von «Klapp» im ordentlichen Budget der Volksschule Emmen enthalten sind.

Zusätzliche Kosten könnten dann entstehen, wenn neue Anspruchsgruppen angebunden werden, zusätzliche Benutzerkonten zu verwalten sind oder weitergehende Schulungs- und Supportleistungen nötig werden. Eine weitergehende Öffnung für externe Organisationen oder Vereine könnte zudem zusätzliche finanzielle und personelle Ressourcen beanspruchen.

Unter dem Strich anerkennt der Gemeinderat den Nutzen von «Klapp», will Erweiterungen aber weiterhin nur dort zulassen, wo ein klarer schulischer Bezug besteht und die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind.

Einwohnerrat entscheidet am 10. März 2026

Eine pauschale Ausweitung auf sämtliche im Postulat genannten Angebote sei aus organisatorischen, datenschutzrechtlichen und kommunikativen Gründen nicht angezeigt. Der Gemeinderat beantragt deshalb die Ablehnung des Postulats.

Behandelt wird das Geschäft an der Einwohnerratssitzung vom Dienstag, 10. März 2026, um 14 Uhr im Pfarreizentrum Gerliswil. Die Sitzung ist öffentlich zugänglich, die Traktandenliste kann online eingesehen werden.

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