Geschafft: Das Quartier Riedmatt-Schöngrund hat einen Masterplan

Im Quartier Riedmatt-Schöngrund Horws steckt viel Potenzial für die Quartierentwicklung. Nun haben Grundeigentümer mit Blick darauf einen Masterplan erarbeitet.

Im Quartier Riedmatt-Schöngrund haben Grundeigentümer, begleitet von Planungsfachleuten, Grundsätze für die Quartierentwicklung erarbeitet. Der Masterplan hat Einfluss auf Gestaltungspläne sowie die Umsetzung des Bau- und Zonenreglements.
Warum eigentlich ein Masterplan für das Quartier Riedmatt-Schöngrund?
Weil hier viel Potenzial für die Quartierentwicklung steckt: Viele Gebäude sind bereits älter, bauliche Entwicklungen bieten sich deshalb an.
Darum gilt das Gebiet als Schlüsselgebiet für die Innenentwicklung in Horw, wie die Gemeinde Horw schreibt.
Auf Wunsch der Eigentümerschaften
Doch Planen und Entwickeln ist anspruchsvoll, wenn ein ganzes Quartier mit einbezogen ist. Das erfordert ein grosses Mass an Abstimmung der Nachbarschaften aufeinander.
Ob Fragen des Verkehrs und der Parkierung, einer gemeinsamen Energieversorgung oder der Umsetzung von Schwammstadt-Prinzipien: Entscheidend ist bei all diesen Themen ein Denken über Parzellengrenzen hinweg: Viele Qualitäten und Infrastrukturlösungen lassen sich wegen der vergleichsweise kleinen Parzellen nur gemeinschaftlich realisieren.
Die Gemeinde hat den Masterplan auf Initiative von privaten Eigentümerschaften ausarbeiten lassen. Er dient nun als fachliche Grundlage für künftige Teil-Gestaltungspläne und schafft Orientierung für deren inhaltliche Abstimmung.
Der Masterplan, den die Gemeinde zusammen mit Planungsfachleuten und den Grundeigentümerschaften ausgearbeitet hat, bietet nun eine praxistaugliche Starthilfe für die Quartierentwicklung.
Möglichkeiten statt Pflichten
Der Masterplan wird in geeigneter Form in die Verordnung zum Bau- und Zonenreglement (BZR) übernommen. Die Massnahmen beschreiben nicht die Pflichten, sondern die Möglichkeiten der Eigentümerschaften.
Attraktives Quartier am Dorfbach
Der Dorfbach soll durch grosszügige Freiräume und eine bauliche Konzentration Richtung Kantonsstrasse zum attraktiven, prägenden Gesicht des Quartiers aufgewertet werden. Das dient der Wohnqualität und einem verbesserten Hochwasserschutz.
Kantonsstrasse als Dorfachse
Die Kantonsstrasse soll durch eine fussgängerfreundliche Umgestaltung mit Tempo 30 und Begrünung zur attraktiven, sicheren Hauptadresse des Quartiers Riedmatt-Schöngrund aufgewertet werden.
Grünes inneres Wegenetz
Die Grundeigentümer müssen im Rahmen ihrer Gestaltungspläne ein koordiniertes Fuss- und Velowegnetz sicherstellen, welches die Parzellen mit der Kantonsstrasse, dem Dorfbach und der Umgebung vernetzt.
Differenzierte Quartierentwicklung
Entlang der Kantonsstrasse bildet eine dichtere Bebauung mit Dienstleistungen und Gewerbenutzungen eine belebte Strassenfront. Zwischen Riedmatt- und Kantonsstrasse entsteht eine urbane Struktur.
Entlang des Dorfbachs wird eine durchgrünte Gartenstadtstruktur mit offener Bauweise und kleinkörnigen Bauvolumen angestrebt. Die Realisation von günstigem Wohnraum soll geprüft werden.
Quartiertreffpunkt Papiermühle
Die denkmalgeschützte Papiermühle soll als identitätsstiftender Kulturtreffpunkt gestärkt werden, indem Parkplätze zugunsten einladender Freiräume und Kleingewerbe, zum Beispiel eines Cafés, verlegt werden, während im rückwärtigen Bereich eine bauliche Verdichtung ermöglicht wird.
Nachhaltige Mobilität für alle
Die Mobilität im Quartier wird durch eine klare Hierarchie von Erschliessungsstrassen und verkehrsberuhigten Begegnungszonen mit Tempo 20 organisiert.
Zur Entlastung der Parkierungssituation wird ein Fokus auf autoreduziertes Wohnen und die Anbindung an kantonale Velorouten gesetzt.
Masterplan wird bei Ausarbeitung von Gestaltungsplänen berücksichtigt
Der Masterplan wurde in einem gut einjährigen kooperativen Prozess mit den Eigentümerschaften zusammen in zwei Workshops erarbeitet. In einer Vernehmlassung konnten weitere Rückmeldungen eingebracht werden.
Der Gemeinderat hat den Masterplan verabschiedet und verweist in der Verordnung zum Bau- und Zonenreglement darauf.
Damit soll sichergestellt werden, dass der Masterplan bei der Ausarbeitung von Gestaltungsplänen als Grundlage und Hilfsmittel berücksichtigt werden wird.






