Kanton Luzern: Erste Larven im Raps – Striegeln im Getreide lohnt sich jetzt

Im Kanton Luzern sind erste Rapserdfloh-Larven aufgetaucht. Das BBZ Natur und Ernährung rät, die Bestände zu kontrollieren – auch im Getreide steht Arbeit an.

Mit dem Infoletter Pflanzenschutz Feldbau orientieren wir Sie über Aktuelles zu Pflanzenschutz und Kulturführung aus den Bereichen Ackerbau, Futterbau und Problempflanzen/Neophyten.
Ackerbau
Erste Larven sind in den frühen Rapsbeständen zu finden, jedoch ist der Druck gering. Die Larven werden auch bei einer Behandlung Anfang November noch erfasst, da sie sich zu Beginn ihrer Entwicklung aus den Blattstielen raus und rein fressen und so das Insektizid aufnehmen. In den nächsten zwei Wochen Rapsbestände auf Larven kontrollieren und beim Erreichen der Bekämpfungsschwelle (BKS) den Pflanzenschutzmitteleinsatz planen.
Die winzigen Larven von Auge zu finden ist nicht ganz einfach. Mittels der Berlese-Methode können den Larven auch aus den Pflanzen ausgetrieben werden (eine Anleitung ist im Merkblatt zu finden). Eine Behandlung ist notwendig, wenn 7 von 10 Pflanzen mindestens eine Larve aufweisen.
Wird die Berlese-Methode genutzt, liegt die BKS bei 2-5 Larven pro Pflanze.
Die Bekämpfung der Larven mit Mitteln aus der Gruppe der Pyrethroide erfordert eine Sonderbewilligung des Pflanzenschutzdienstes. Diese muss vorgängig eingeholt werden.
Getreide – Unkrautbekämpfung
Die Getreidebestände sind je nach Saattermin unterschiedlich weit. Gerste ist teilweise bereits am Anfang der Bestockung. Ein ideales Zeitfenster für die Unkrautbekämpfung.
In Parzellen mit tiefem Unkrautdruck und keinen Problemunkräuter kann gestriegelt werden. Je früher insbesondere Ungräser mit dem Striegel erfasst werden, desto besser können sie bekämpft werden, da sie dann noch klein und empfindlich sind. Um bei Ungräser Pflanzenschutzresistenzen vorzubeugen, empfiehlt es sich in frühen Beständen bereits im Herbst ein Herbizid zu applizieren.
Ungräser werden im Herbst besser mit dem PSM erfasst, da sie noch klein und empfindlich sind und nicht mit der Bestockung begonnen haben. Für ein nachhaltiges Vorbeugen von Resistenzen ist jedoch nicht allein der Behandlungszeitpunkt entscheidend. Wichtig sind insbesondere der Wechsel der Herbizid-Wirkmechanismen (HRAC-Gruppen) innerhalb der Fruchtfolge, so wie eine Kombination chemischer und mechanischer Massnahmen.
Sind auf der Parzelle keine Ungräser problematisch, sondern vor allem Blacken und Klebern, können diese jedoch im Frühjahr besser erfasst werden.
Zuckerrüben – Schilf-Glasflügelzikade
Die Schilf-Glasflügelzikade ist ein Überträger der Krankheiten Syndrome Basses Richesses (SBR) und Stolbur und kann gut durch Fruchtfolgemassnahmen bekämpft werden. Forschungsdaten der HAFL bestätigen erneut, dass die Population reduziert werden kann, wenn nach Zuckerrüben keine Getreidearten wie Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel ect. angebaut werden.







