Kanton Luzern: Fahrzeughalterdaten abgeflossen – Kantone warnen vor Betrug

Über den eAutoIndex wurden Mitte August Daten von Fahrzeughaltenden in Luzern, Aargau, Schaffhausen, Zug und der Waadt abgerufen. Nun warnen die Kantone.

Über den eAutoIndex wurden Mitte August öffentlich zugängliche Daten von Fahrzeughaltenden der Kantone Aargau, Luzern, Schaffhausen, Waadt und Zug automatisiert abgerufen. Gesperrte oder anderweitig geschützte Daten von Halterinnen und Halter waren nicht betroffen. Aufgrund einer möglichen missbräuchlichen Verwendung der zusammengetragenen Daten rufen die fünf Kantone die Bevölkerung dennoch zu erhöhter Vorsicht auf.
Bei den abgerufenen Informationen handelt es sich ausschliesslich um Daten, die gemäss den gesetzlichen Bestimmungen öffentlich zugänglich sind. Dazu gehören nebst der Kontrollschildnummer der Name und die Adresse von Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughaltern, sofern diese ihre Daten nicht für die öffentliche Bekanntgabe haben sperren lassen.
Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgte der Datenabruf über eine technische Schnittstelle. Dabei wurden bestehende Schutzmechanismen umgangen, welche die Anzahl Abfragen über den eAutoIndex beschränken. Die für den Betrieb zuständige Unternehmung hat zusätzliche technische Zugriffsbeschränkungen eingeführt und prüft weitere Schutzmassnahmen.
Erpressungsversuch und Risiko von Betrugsversuchen
Im Zusammenhang mit dem Datenabruf kam es gegenüber der Betreiberin des eAutoIndex und dem Kanton Waadt bereits zu Erpressungsversuchen. Die fünf betroffenen Kantone haben bereits oder werden noch Anzeige erstatten. Auf die Forderungen von Kriminellen wird prinzipiell nicht eingegangen. Die massenhafte Zusammenstellung der Daten von Halterinnen und Halter kann deren missbräuchliche Verwendung erleichtern. Denkbar sind beispielsweise täuschend echt wirkende Zahlungsaufforderungen zu angeblichen Bussen, Gebühren, Motorfahrzeugkontrollen oder ausländischen Mautgebühren.
Die Kantone empfehlen deshalb, unerwartete Schreiben, E-Mails oder SMS kritisch zu prüfen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn zur raschen Zahlung aufgefordert, persönliche oder finanzielle Angaben verlangt oder über Links zur Eingabe von Daten aufgefordert wird. Im Zweifelsfall sollte die zuständige Behörde über ihre offiziellen Kontaktmöglichkeiten kontaktiert werden.
Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter können die öffentliche Bekanntgabe ihrer Halterdaten zudem kostenlos über das Strassenverkehrsamt des Wohnkantons sperren lassen (AG, LU, SH, VD, ZG).
Allgemeine Informationen zu aktuellen Betrugsmaschen im Internet sowie Hinweise zum Schutz vor Cyberkriminalität finden sich auf der Webseite Cybercrime, die von der Zürcher Kantonspolizei betrieben wird.





