Kanton Luzern: Kantonsrat lehnt beide Initiativen gegen Listenflut ab

Der Luzerner Kantonsrat hält am bestehenden Wahlsystem fest und lehnt die Initiativen von GLP und SVP ab. Das letzte Wort haben nun die Stimmberechtigten.

Der Kantonsrat hält am bestehenden Wahlsystem fest. Er hat zwei Volksinitiativen deutlich abgelehnt, welche die Anzahl der Listen bei kommenden Wahlen reduzieren wollen. Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten.
Bei den Kantonsratswahlen 2023 haben die Stimmberechtigten in einzelnen Wahlkreisen bis zu 16 Wahllisten erhalten. Die Volksinitiativen «Faire Wahlen ohne Listenflut» der GLP und «Stopp Listenflut» der SVP (B 93) haben das Ziel, dass es künftig weniger Listen sind. Die GLP-Initiative will den sogenannten doppelten Pukelsheim einführen.
Bei diesem Wahlsystem werden in einem ersten Schritt sämtliche Wahlkreise zusammengelegt und danach die Parlamentssitze proportional verteilt.
Die SVP-Initiative hingegen will pro Liste nur noch eine Listenverbindung mit gleicher Bezeichnung zulassen. Die Mehrheit im Kantonsrat war jedoch der Meinung, dass sich das aktuelle System bewährt und lehnte beide Initiativen ab. Nun entscheiden die Stimmberechtigten in einer Doppelabstimmung mit Stichfrage. Der Zeitpunkt der Abstimmung ist noch offen.
Aus dem Kantonsrat verabschiedet wurde Marlis Krummenacher-Feer (Die Mitte, Root). Sie politisierte über elf Jahre im Kantonsparlament, ihr Nachfolger ist Bruno Purtschert (Die Mitte, Kriens).
An den beiden ersten Tagen der September-Session hat der Luzerner Kantonsrat 17 Geschäfte behandelt. Am kommenden Montag, 14. September, trifft sich das Parlament zum dritten Sessionstag. Die Aufzeichnungen vergangener Sessionstage sind im Archiv auf der Webseite zu finden.




