Mobilität neu denken: Arealentwicklung als Schlüssel

Wie kann Bevölkerungswachstum bewältigt werden, ohne dass der Verkehr im gleichen Ausmass zunimmt? Dieser Frage ging der Event «Mobilität im Areal» nach.

Wie kann Bevölkerungswachstum bewältigt werden, ohne dass der Verkehr im gleichen Ausmass zunimmt? Diese Frage stand im Zentrum des Anlasses «Mobilität im Areal» im Ziegeleipark Horw.
Wie der Gemeindeverband Luzern Plus informmiert, diskutierten rund 80 Fachpersonen aus Planung, Immobilienwirtschaft, Politik und Verwaltung, wie durchdachte Mobilitätskonzepte auf Arealebene neue Lösungen ermöglichen.
Das Beispiel des Ziegeleiparks zeigte, dass autoarmes Wohnen auch in der Agglomeration funktionieren kann.
80 Personen diskutieren beim Anlass «Mobilität im Areal»
Der Kanton Luzern steht vor einem starken Bevölkerungswachstum. Bis 2055 wird die Bevölkerung gemäss Prognosen des Bundes und von Lustat Statistik Luzern um rund 31,5 Prozent zunehmen.
Welche Rolle innovative Mobilitätskonzepte dabei spielen können, wurde am Mittwoch, 11. März 2026, am Anlass «Mobilität im Areal» im Ziegeleipark Horw diskutiert. Fachpersonen aus Planung, Immobilienwirtschaft und Mobilitätsmanagement zeigten auf, wie Wachstum und Verkehrsentwicklung besser in Einklang gebracht werden können.
Die Veranstaltung von Luzernmobil, LuzernPlus, Trafiko und Pensimo stellte die Frage ins Zentrum, wie Bevölkerungswachstum bewältigt werden kann, ohne dass der Verkehr im gleichen Ausmass zunimmt.
Der Anlass richtete sich an Fachpersonen aus Arealentwicklung, Architektur, Immobilienwirtschaft sowie an Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung. Rund 80 Personen sind der Einladung gefolgt.
Wachstum verlangt neue Lösungen
Mit rund 143’600 zusätzlichen Einwohnern bis 2055 wird der Kanton Luzern deutlich wachsen. Ein grosser Teil dieses Wachstums wird voraussichtlich in der Agglomeration stattfinden. Damit verbunden sind neue Anforderungen an Raumplanung und Verkehrssysteme.
Am Anlass wurde deutlich: Eine wichtige Rolle spielen dabei Mobilitätslösungen auf Arealebene. Durchdachte Mobilitätskonzepte können dazu beitragen, den Bedarf an privaten Parkplätzen zu reduzieren und gleichzeitig attraktive Alternativen zum eigenen Auto zu schaffen.
Sharing-Angebote, gute ÖV-Erschliessung sowie Angebote für Mikromobilität wurden als zentrale Bausteine genannt.
Ziegeleipark als Beispiel aus der Praxis
Als konkretes Beispiel wurde der Ziegeleipark Horw vorgestellt. Die 2023 von Pensimo realisierte Wohn- und Gewerbesiedlung auf dem Areal der ehemaligen Ziegelei an der Gemeindegrenze Horw/Kriens umfasst 207 Wohnungen, davon rund ein Fünftel für Studierende der Hochschule Luzern.
Ergänzt wird die Überbauung durch Gewerbeflächen im Erdgeschoss.
Die autoarme Siedlung zeigt nach dreijähriger Nutzung, dass bei guter ÖV-Erschliessung und einer durchdachten Mobilitätsstrategie Wohnen ohne eigenes Auto auch in der Agglomeration funktionieren kann.
Finanzielle Anreize, eine vielfältige Sharing-Flotte sowie integrierte Mobilitätsdienstleistungen unterstützen dieses Konzept.
Fachinputs aus verschiedenen Perspektiven
Am Anlass haben Sarah Troxler (Luzernmobil), Kai Brun (LuzernPlus), Christoph Zurflüh (Trafiko), Patrick Brunner (Regimo) und Marc Müller (Pensimo) Einblicke in ihre Arbeit rund um Mobilitätskonzepte in Arealentwicklungen gegeben.
Aus unterschiedlichen Perspektiven – von Planung über Konzeptentwicklung bis zur Bewirtschaftung – haben sie aufgezeigt, welche Chancen solche Ansätze bieten und welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung entscheidend sind.
Modell für die Region
Die Entwicklungen im Gebiet LuzernSüd dienen zunehmend als Testfeld für neue Formen der Mobilität.
Erkenntnisse aus Projekten wie dem Ziegeleipark können als Modell für weitere Arealentwicklungen in der Region LuzernPlus dienen.
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wachstum, Verdichtung und nachhaltige Mobilität zusammen gedacht werden können.





