Stadt Luzern

Opposition im Kirchenparlament fordert Reformen

Reformierte Kirchgemeinde
Reformierte Kirchgemeinde

Luzern,

Der Kirchenvorstand will die bestehenden Strukturen in Luzern beibehalten. Aus dem Parlament formiert sich nun Widerstand mit Forderungen nach Eigenständigkeit.

Die Matthäuskirche und das Gemeindehaus der Altstadt in der Stadt Luzern.
Die Matthäuskirche und das Gemeindehaus der Altstadt in der Stadt Luzern. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Welche Struktur soll die reformierte Kirchgemeinde Luzern in Zukunft erhalten? Bleibt sie wie sie ist oder gibt es auch andere Modelle? Wie die Reformierte Kirchgemeinde Luzern berichtet, sind heute acht Teilkirchgemeinden in der Kirchgemeinde zusammengefasst. Den Entscheid fällt der Grosse Kirchenrat am 22. Juni.

Die Stadt Luzern, Littau, Kriens, Emmen, Buchrain, Malters, Rigi-Süd und Ebikon sind heute in der Kirchgemeinde Luzern zusammengefasst. Sie werden von einer Kirchengutsverwaltung bei Personalfragen, dem Bau und den Finanzen unterstützt.

Ob dies auch künftig so bleibt, wird seit zwei Jahren in einem Organisationsprojekt diskutiert. Der Vorschlag des Kirchenvorstands liegt nun vor und wird im Juni im Grossen Kirchenrat, dem Kirchenparlament, behandelt.

Zukunft der Kirchengutsverwaltung offen

Er möchte an den bisherigen Strukturen festhalten und sie schrittweise weiterentwickeln. Auf eine einmalige Umgestaltung wird verzichtet. Die Zentrale soll weiter verstärkt werden, damit sich die Teilkirchgemeinden auf die Arbeit vor Ort konzentrieren können. Der Grosse Kirchenrat soll aufgewertet werden.

Aus dem Parlament kommt nun eine starke Opposition. Mit zwei dringlichen Motionen soll ein mutigerer Weg eingeschlagen werden. Die Kirchengutsverwaltung soll in ein unabhängiges Dienstleistungszentrum überführt werden, das eine rechtlich, organisatorisch und finanziell eigenständige Trägerschaft bekommt.

Zwischen den künftigen Kirchgemeinden und dem Zentrum wird die Zusammenarbeit in einem Vertrag geregelt. Bis im Sommer 2027 soll eine entsprechende Vorlage erarbeitet werden.

Kirchgemeinden sollen Zukunftsrolle definieren

In einer zweiten Motion möchte die Gruppe den Kirchenrat beauftragen, einen neuen Vorschlag für die künftige Organisation zu erarbeiten. Jeder der Teilkirchgemeinden soll einbringen, wie sie sich dort sieht.

Sie kann sich entweder als selbständig neu positionieren, mit einer anderen Kirchgemeinde fusionieren oder in einer neu geordneten Kirchgemeinde Luzern bleiben. Ziel ist es, dass die reformierte Kirche mit der neuen Organisation nahe bei ihren Mitgliedern bleibt, dem Mitgliederschwund entgegenwirkt und sich zukunftstauglich entwickelt.

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