SP Luzern: «Jetzt Lehren aus Hitzesommer ziehen»

Nach dem Hitzesommer denkt die SP Kanton Luzern bereits an morgen. Das Extremereignis müsse Anlass sein, den Kanton widerstandsfähiger zu machen.

Der Sommer 2026 hat gezeigt, wie verletzlich der Kanton Luzern gegenüber zunehmender Hitze und Trockenheit ist.
Für die SP Kanton Luzern ist klar: Solche Hitze- und Trockensommer werden mit der Klimaerwärmung häufiger. Deshalb reicht es nicht, jeweils auf die nächste Krise zu reagieren.
Mit mehreren Vorstössen fordert die SP konkrete Massnahmen, um den Kanton widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit zu machen.
«Wir müssen heute wissen, wo die Risiken liegen»
Die Trockenheit hat gezeigt, wie zentral ein vorausschauender Umgang mit den Wasserressourcen ist. Die SP fordert deshalb, besser aufzuzeigen, wie sich Wasserverfügbarkeit und Wasserbedarf im Kanton entwickeln, wo künftig Engpässe drohen und welche Regionen besonders betroffen sein könnten.
Gleichzeitig sollen besonders gefährdete kleine Fliessgewässer besser vor Niedrigwasser und hohen Temperaturen geschützt und die Trinkwasserversorgung langfristig resilient ausgestaltet werden.
«Wir sind ein wasserreicher Kanton. Das bedeutet aber nicht, dass jederzeit überall genügend Wasser vorhanden ist. Wir müssen heute wissen, wo die Risiken liegen, damit wir nicht erst handeln, wenn Bäche trockenfallen oder die Wasserversorgung an ihre Grenzen kommt», sagt Sara Muff, Kantonsrätin SP und Mitglied der RUEK.
Landwirtschaft für Trockenperioden rüsten
Besonders unmittelbar betroffen war die Landwirtschaft. Während der Wasserbedarf für Kulturen steigt, steht während ausgeprägter Trockenperioden gerade weniger Wasser zur Verfügung.
Die SP fordert deshalb, die Speicherung von Wasser für die landwirtschaftliche Bewässerung gezielt weiterzuentwickeln. Wasser soll möglichst dann gespeichert werden, wenn ausreichend davon vorhanden ist, statt Gewässer und Grundwasservorkommen während Trockenperioden zusätzlich zu belasten.
Dabei sollen neben technischen Speichern auch gemeinschaftliche und regionale Lösungen sowie der natürliche Wasserrückhalt und die Speicherfähigkeit landwirtschaftlicher Böden berücksichtigt werden. So können die Produktionsgrundlagen der Landwirtschaft langfristig gesichert und gleichzeitig die Gewässer geschützt werden.
Unsere Siedlungen müssen zu Schwämmen werden
Hitze, Trockenheit und Starkregen sind unterschiedliche Seiten derselben Herausforderung. Heute wird Niederschlagswasser in Siedlungen vielerorts möglichst rasch abgeleitet. Die SP will dieses Prinzip grundlegend verändern: Wasser soll möglichst dort zurückgehalten, versickert, gespeichert und genutzt werden, wo es anfällt.
Das Schwammstadtprinzip verbindet Klimaanpassung mit Hochwasserschutz, Hitzeminderung und Biodiversität. Entsiegelte Flächen, Bäume, Grünräume, begrünte Dächer und Retentionsflächen können Wasser aufnehmen und gleichzeitig die Umgebung kühlen. Der Kanton hat mit dem Planungsbericht Klima und Energie und der laufenden Totalrevision des Richtplans bereits wichtige Grundlagen geschaffen. Nun geht es darum, dass daraus auch konkrete Planungspraxis wird.
«Wasser, das bei einem Starkregen innerhalb weniger Stunden zum Problem wird, kann wenige Wochen später während einer Trockenperiode fehlen. Wir müssen unsere Siedlungen so gestalten, dass sie Wasser nicht möglichst schnell loswerden, sondern möglichst lange zurückhalten», so Marc Horat, SP-Kantonsrat.
Hitze ist auch eine Gesundheitsfrage
Hohe Temperaturen sind nicht nur unangenehm, sondern können zu einer ernsthaften gesundheitlichen Belastung werden. Besonders gefährdet sind ältere und pflegebedürftige Menschen, Kleinkinder, chronisch erkrankte Personen sowie Menschen, die im Freien oder in stark aufgeheizten Innenräumen arbeiten.
Die SP fordert deshalb einen besseren Schutz besonders gefährdeter Menschen während Hitzeperioden. Dazu gehören eine frühzeitige Information und Erreichbarkeit gefährdeter Personen ebenso wie langfristige Massnahmen gegen die zunehmende Hitzebelastung – etwa durch Beschattung, Begrünung und einen besseren baulichen Hitzeschutz.
«Hohe Temperaturen sind nicht nur eine Frage des persönlichen Wohlbefindens, sondern sie stellen ein relevantes Gesundheitsrisiko dar. Das muss besonders in Gesundheitseinrichtungen, bei gefährdeten Personen, zu einem Schwerpunkt werden», so Kantonsrätin Sarah Bühler-Häfliger
Vorsorge ist günstiger als Krisenmanagement
Die SP Kanton Luzern fordert, Klimaanpassung als langfristige Investition in die Sicherheit und Lebensqualität des Kantons zu verstehen.
Der Sommer 2026 darf nicht nur als aussergewöhnlicher Sommer in Erinnerung bleiben. Er muss Anlass sein, jetzt die notwendigen Lehren zu ziehen und den Kanton widerstandsfähiger zu machen.
«Wir können die nächste Hitzewelle nicht verhindern. Aber wir können entscheiden, wie gut wir darauf vorbereitet sind. Wer heute in Wassersicherheit, gesunde Gewässer, klimaresiliente Landwirtschaft, hitzetaugliche Siedlungen und Gesundheitsschutz investiert, verhindert morgen Schäden und schützt Menschen, Natur und Wirtschaft», sagt Kantonsrätin Sara Muff.




