SP Luzern: Regierung soll Governance-Standards LUKB prüfen

Der geplante Wechsel des LUKB-CEOs Daniel Salzmann in den Verwaltungsrat werfe zentrale Fragen zur Governance-Kultur der Bank auf, kritisiert die SP Luzern.

Die SP Kanton Luzern kritisiert die geplanten Personalwechsel an der Spitze der Luzerner Kantonalbank.
Der abtretende LUKB-CEO Daniel Salzmann soll nur wenige Monate nach seinem Rücktritt in den Verwaltungsrat der Bank wechseln und Stefan Studer – kein Unbekannter – soll als CEO folgen.
Die SP Kanton Luzern hält die Nomination in den Verwaltungsrat nicht mit den Leitlinien von Good Governance vereinbar. Als Mehrheitsaktionär trägt der Kanton Luzern Verantwortung für Transparenz und klare Rollentrennung zwischen operativer Führung und strategischer Kontrolle.
SP-Fraktionspräsidentin Simone Brunner verlangt mit einer dringlichen Anfrage Antworten vom Regierungsrat, dessen Stimme als Mehrheitsaktionär an der Generalversammlung den Ausschlag gibt.
Verwaltungsrat missachtet Corporate-Governance-Vorgabe
Am 23. September 2026 gab die Luzerner Kantonalbank bekannt, dass CEO Daniel Salzmann sein Amt Ende 2026 abgibt und an der Generalversammlung vom 12. April 2027 in den Verwaltungsrat gewählt werden soll. Neuer CEO wird Stefan Studer, der seit 2015 der Geschäftsleitung angehört und dessen Vater selbst Karriere in der LUKB gemacht hat und CEO und Verwaltungsratspräsident der LUKB war.
Der Verwaltungsrat ernennt und beaufsichtigt die Geschäftsleitung. Mit dem Wechsel würde Salzmann künftig seinen eigenen Nachfolger kontrollieren und über die Strategie wachen, die er selbst geprägt hat.
Nach dem FINMA-Rundschreiben «Corporate Governance – Banken» gilt ein Verwaltungsratsmitglied, das in den letzten zwei Jahren bei der Bank tätig war, nicht als unabhängig. Der Verwaltungsrat missachtet mit Salzmanns schnellem Wechsel diese Vorgabe. Auch die Eignerstrategie 2025 des Kantons kennt keine Abklingzeit und versäumt es, klare Vorgaben zu machen.
«Die LUKB gehört mehrheitlich der Luzerner Bevölkerung. Deshalb muss sie bei der Unabhängigkeit ihrer Aufsicht Vorbild sein. Wer zwölf Jahre die Bank als CEO geführt hat, soll sie nicht ein paar Monate später kontrollieren», sagt SP-Kantonsrätin Simone Brunner.
Verantwortung jetzt wahrnehmen
Die SP fordert, dass die Besetzung des Verwaltungsrats nach nachvollziehbaren Kriterien erfolgt und Interessenkonflikte ausgeschlossen werden. Die Bank muss nach professionellen und unabhängigen Standards geführt werden.
«Die beiden Wechsel werfen zentrale Fragen zur Governance-Kultur der Bank auf. Die Regierung muss ihre Verantwortung jetzt wahrnehmen und als Mehrheitsaktionärin die Governance-Standards der LUKB überprüfen», sagt SP-Parteipräsidentin Pia Engler.





