Gülsha sagt: «Fuck Botox» – und machts trotzdem

Eine Hassliebe mit Botox: Im «Spiegel» rechnet Moderatorin Gülsha Adilji schonungslos mit dem Beauty-Wahn ab – obwohl sie selbst mehrfach zur Spritze griff.

Das Wichtigste in Kürze
- Gülsha Adilji (40) schrieb einen Gastbeitrag für den deutschen «Spiegel» – über Botox.
- Sie packt schonungslos über ihre Erfahrungen aus – auch sie ist ein «Botox-Opfer».
- Obwohl sie selbst Wiederholungstäterin ist, rechnet sie gnadenlos mit dem Nervengift ab.
Auch Gülsha ist vor Botox nicht sicher!
Die Moderatorin, Journalistin und Podcasterin packt in einem «Spiegel»-Gastbeitrag überraschend ehrlich aus. Und rechnet dabei gnadenlos mit dem Beauty-Wahnsinn ab.
Die Ex-Host des bekannten Podcasts «Zivadiliring» gesteht offen, dass sie sich bereits mehrfach Botox spritzen liess. Und schliesst nicht aus, es wieder zu tun.
Obwohl sie es eigentlich nie wollte, hat sie es trotzdem getan: das Nervengift für die perfekte, glatte Haut.
Überraschend ehrlich und kritisch mit sich und der Gesellschaft, findet sie klare Worte für den Botox-Boom: «Wem machen wir hier etwas vor? Die allermeisten Eingriffe passieren nicht im luftleeren Raum, sondern innerhalb einer patriarchal-kapitalistischen Shitshow.»
Sind Männer schuld?
Damit stellt sie die grosse Frage: Sind Männer schuld am Beauty-Druck?
Für Gülsha ist klar: Schönheitsideale sind kein Zufall. «Schönheitsideale werden von der dominanten Gesellschaftsgruppe definiert. Männer.»
Doch die 40-Jährige will die Gesichter wieder tanzen sehen und sagt: «Fuck Botox.»

Also wissen wir es – und tappen trotzdem in die Botox-Falle? Gülsha sagt dazu: «Das Absurde für mich ist jetzt aber, Botox ist gleichzeitig vollkommen nachvollziehbar und komplett lächerlich. Ich weiss das, weil ich ja selbst Botox-Opfer bin.»
Zwischen Scham und Glow-up
Und das ist noch lange nicht alles. Denn die 40-Jährige hat sich für die Eingriffe geschämt, wie sie in ihrem Bericht gesteht: «Es war ein Staatsgeheimnis.» Selbst enge Freundinnen wussten von nichts.
«Mir war meine plötzliche Eitelkeit übertrieben peinlich. Auch, weil sie sich komplett out of character anfühlte.» Denn was vorher kaum eine Rolle spielte, wurde plötzlich zum heiligen Gral: Stirnfalten.
Nach dem ersten Botox-Eingriff begutachtete sich die Moderatorin Morgen für Morgen vor dem Spiegel. In der Hoffnung, bereits erste faltenfreie Resultate zu sehen.
Und tada: Die Wirkung liess nur wenige Tage auf sich warten und das Ergebnis überzeugte: «Meine Stirn hatte plötzlich diesen Influencerinnen-Glow. Auf Fotos wirkte ich jetzt wie eine Person, die ihr Leben im Griff hat und morgens Selleriesaft trinkt nach einer 45-minütigen Pilates-Lektion.»

Gleichzeitig verfolgte sie ständig die Angst, irgendjemand könnte merken, dass mit Botox nachgeholfen wurde.
Für Gülsha steckt hinter dem Botox-Hype ein klares System, etwas von Frauen einzusperren: früher Korsett und High Heels, heute das glatte faltenfreie Gesicht. «Botox sickerte in den vergangenen Jahren einfach in den Alltag, in unser aller Leben. In unser aller Stirn», so die Moderatorin.
Im System gefangen
Doch obwohl sie all das durchschaut, machte sie mit: «Ich kann ein System durchschauen und trotzdem darin gefangen sein.»
Aber nun hat Gülsha die Nase voll und will ihre Stirnfalten in Ruhe lassen – vorerst: «Dass ich sie momentan nicht mehr wegbotoxe, verbuche ich als Mittelfinger ans Patriarchat.»

Kritisch fügt sie an: «Was aber überhaupt nicht ausschliesst, dass ich es eines Tages trotzdem wieder mache und mir danach eine Erklärung zurechtlege, weshalb das jetzt plötzlich feministischer Aktivismus sein soll.»
Am Ende bleibt für sie vor allem eines: die weibliche Dauerbewertung – egal, wie man sich entscheidet.
Zivadiliring überraschend getrennt
Grosse Bekanntheit erlangte Gülsha Adilji mit dem erfolgreichen Podcast Zivadiliring, den sie gemeinsam mit Yvonne Eisenring und Maja Zivadinovic moderierte.
Doch Ende März folgte die Überraschung: Das beliebte Trio trennte sich.
Auf Instagram verkündeten sie das Aus mit klaren Worten: «Nach fünf grossartigen Jahren haben wir entschieden, Zivadiliring zu beenden.» Als Grund nannten sie «unterschiedliche Vorstellungen.»









