Kantonsrat heisst mehr Stellenprozente für grosse Klassen gut

Uri,
Das Urner Kantonsparlament will grosse Schlussklassen künftig gezielter entlasten. Es folgte am Mittwoch der Regierung und stimmte einer Revision der Volksschulverordnung mit 57 zu 0 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung zu.

Mit der Revision der Schulordnung reagierte der Regierungsrat auf das Nein der Stimmberechtigten zur revidierten Schulverordnung im November 2025. Gegen diese hatten die Lehrpersonen das Referendum ergriffen, weil sie es dem Kanton frei stellte, ob er zusätzliches Personal für grosse Schulklassen mitfinanzieren will oder nicht.
Die Regierung will nun mit der Änderung der Verordnung jede Schule verpflichten, für «herausfordernde» Schulklassen in einem Pool zusätzliches Personal zur Verfügung zu stellen. Jede Schule muss dazu 10 Stellenprozente sowie pro Schülerin und Schüler 0,1 Stellenprozente zur Verfügung stellen.
Während die pauschalen 10 Stellenprozente am Mittwoch kein Anlass zu Diskussionen gaben, wurde vor allem die Höhe des Beitrags pro Schülerin und Schüler kontrovers diskutiert.
Die landrätliche Bildungs- und Kulturkommission sprach sich für höhere Stellenprozente pro Schülerin und Schüler aus und beantragte einen Wert von 0,15 Prozent. Unterstützung erhielt dieser Vorschlag von der SP/Grüne-Fraktion. Der Ressourcenpool helfe dort, wo Schule stattfinde, indem er Unterstützung direkt vor Ort bereitstelle, sagte Nino Arnold (SP). Ein höherer Prozentsatz sei «keine Luxusforderung», sondern eine Investition in Bildung und Chancengerechtigkeit. Dieser Ansicht war auch die GLP. Man solle die Rückmeldungen der Lehrerschaft aus der Vernehmlassung ernst nehmen, sagte Sprecherin Loa Wild.
Gegen höhere Werte sprachen sich grossmehrheitlich die Fraktionen der FDP, SVP und Mitte aus. Für die Gemeinden führe dies zu noch höheren Kosten, warnte etwa Peter Stadler (SVP). Deshalb stelle sich die Frage, ob «mehr in jedem Fall immer besser ist». Es soll kein Geld auf Vorrat bereitgestellt werden, sagte Bruno Arnold (parteilos). 0,1 Stellenprozente seien «verantwortungsvoll», hielt Sandro Wüthrich namens der FDP fest. Zudem sei es einfacher, ein «funktionierendes System später nach oben zu korrigieren».
Letztlich folgte eine Mehrheit der Regierung und lehnte den Antrag der Bildungs- und Kulturkommission mit 48 zu 10 Stimmen ab.
Die Neuregelung der Regierung führt zu Mehrkosten von 530'000 Franken. Der Kanton übernimmt 180'000 Franken, den Rest tragen die Gemeinden.





