Stadt Luzern

    Stadt Luzern will kritische Infrastrukturen besser schützen

    Keystone-SDA Regional
    Keystone-SDA Regional

    Luzern,

    Die Stadt Luzern hat bei ihrem am Montag vorgestellten Sicherheitsbericht bei 13 Gefährdungen höhere Risiken festgestellt als noch 2023. Besonders klimabedingte sowie technische und infrastrukturelle Gefahren haben an Bedeutung gewonnen, hiess es vor den Medien.

    Die Stadt Luzern ist wegen ihrer Lage am Vierwaldstättersee anfällig auf Hochwasserereignisse. (Archivfoto)
    Die Stadt Luzern ist wegen ihrer Lage am Vierwaldstättersee anfällig auf Hochwasserereignisse. (Archivfoto) - Keystone/URS FLUEELER

    Gleichwohl bleibe die Stadt Luzern eine «sichere» Stadt, sagte die Sicherheitsdirektorin Melanie Setz (SP) an der Medienkonferenz. Das Spektrum der Gefahren werde «breiter und differenzierter».

    In regelmässigen Abständen lässt die Stadt seit 2007 ihre Sicherheit mit einem externen Sicherheitsbericht überprüfen. Dabei sollen Gefährdungen erkannt, Risiken beurteilt und Massnahmen entwickelt werden. Die Beratungsfirma arbeitet mit Arbeitsgruppen aus der Stadtverwaltung und Sicherheitsorganisationen zusammen.

    Der aktuelle Sicherheitsbericht beurteilte 45 Gefährdungen. Bei 13 Gefahren sieht er ein höheres Risiko als 2023. Ein einzelnes dominierendes Risiko gebe es allerdings nicht, sagte Tillmann Schulze als Mitverfasser des Berichts.

    Gefahr bei Demonstrationen gesunken

    Zu den zehn Gefahren mit den höchsten Risiken gehören Epidemien und Pandemien. «Sie haben extreme Auswirkungen auf die Gesellschaft», sagte der Luzerner Sicherheitsmanager Christian Wandeler. Auch Stromausfälle, klimabedingte Gefahren und häusliche Gewalt blieben zentrale Herausforderungen. Stromausfälle hätten dabei an Bedeutung gewonnen, so Wandeler.

    Neu in den Bericht aufgenommen wurden Drohnen und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Alkoholmissbrauch im öffentlichen Raum, vor einigen Jahren als Botellón und Massenbesäufnis bekannt geworden, und Badeunfälle gelten nicht mehr als relevante Gefährdungen, wie Wandeler ausführte.

    Auch die Risiken bei Massenpaniken sowie bei Demonstrationen und Kundgebungen seien gesunken. «In diesen beiden Themen hat die Stadt viel unternommen», sagte Wandeler.

    Inventar fehlt bei Kommunen

    Aus den Erkenntnissen des Sicherheitsberichts leitet die Stadt 31 neue Massnahmen ab. Die Stadt möchte sich auf Massnahmen fokussieren, die sie selbst beeinflussen kann, sagte Melanie Setz.

    Geplant sind unter anderem ein Konzept für die Trinkwasserversorgung bei Mangellagen, die Prüfung der Erdbebensicherheit wichtiger Anlagen und eine bessere Vernetzung bei der häuslichen Gewalt. Diese haben 2025 bei den polizeilichen Interventionen ohne Verzeigungen in Stadt und Kanton Luzern «Höchstwerte» erreicht, sagte Michael Muther, Chef der Sicherheitspolizei Süd.

    Mit einem eigenen kommunalen Inventar will die Stadt kritische Infrastruktur erfassen, die in nationalen und kantonalen Verzeichnissen möglicherweise fehlt, deren Ausfall aber «für Luzern gravierende Folgen hätte», wie Wandeler sagte. Dazu zählen etwa die städtischen Wasserwerke EWL und wichtige Brücken.

    Bis Ende Herbst 2026 soll eine Arbeitsgruppe eine Liste besonders relevanter Objekte erstellen. Anschliessend, so der Sicherheitsmanager, will die Stadt das Inventar mit dem Kanton abgleichen und die Objekte bewerten.

    Weiter blickten die Verantwortlichen am Medienanlass zurück auf den letzten Sicherheitsbericht. Von den 58 Massnahmen aus dem Bericht 2023 sind laut der Stadt 36 umgesetzt. Die übrigen seien auf gutem Weg. «Deren Umsetzung hat begonnen», so Wandeler.

    Kommentare

    User #4451 (nicht angemeldet)

    🙄Komisch.. Herrscht laut unsere Umweltaktivisten nicht Wassermangel? Da will man Luzern gegen Hochwasser schützen.. Was jetzt?

    User #4271 (nicht angemeldet)

    Lasst uns das wieder Millionen kosten...

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