Zug – Kantonsrat Franzini (ALG): Nein zur Halbierungsinitiative

Konradin Franzini
Konradin Franzini

Region Zug,

Ein Nein zur Halbierungsinitiative sei ein Nein zum Medien-Kahlschlag und Ja zu einer starken Demokratie, so ALG-Kantonsrat Konradin Franzini. Ein Gastbeitrag.

Franzini ALG Kantonsrat Zug
Konradin Franzini ist Mitglied des Zuger Kantonsrats für die ALG. - zVg

Das Wichtigste in Kürze

  • Am 8. März 2026 stimmt die Schweiz über die sogenannte Halbierungsinitiative ab.
  • ALG-Kantonsrat Franzini plädiert im Gastbeitrag dafür, ein Nein in die Urne zu legen.
  • Ein Nein zur Initiative stehe für verlässliche Informationen, Vielfalt und Demokratie.

Am 8. März stimmen wir über eine für unsere Demokratie äusserst wichtige Vorlage ab: Die Halbierungsinitiative.

In einer Zeit globaler Krisen, Kriege und zunehmender Unsicherheit sind verlässliche Informationen unverzichtbar. Eine informierte Öffentlichkeit stärkt den sozialen Zusammenhalt und schützt vor Desinformation.

Fake News
Die kaum gefilterte Informationsflut in Social Media begünstigt Fake News. (Symbolbild) - dpa

Gerade im Zeitalter von KI und weitgehend unregulierten Social-Media-Plattformen wird das immer wichtiger. Seriöser Journalismus mit Faktenchecks, Einordnung und einem dichten Netz von Korrespondenten ist dafür zentral.

Doch die Halbierungsinitiative aus rechtslibertären Kreisen setzt genau diese Grundlage aufs Spiel.

Fast die Hälfte der Bevölkerung «news-depriviert»

In unserer direkten Demokratie ist eine gut informierte Stimmbevölkerung zentral. Aktuelle Studien geben jedoch zu denken.

Immer weniger Menschen in der Schweiz nutzen journalistische Medien zur Information. Fast die Hälfte der Bevölkerung gilt mittlerweile als «news-depriviert». Sie wissen weniger über politische Zusammenhänge, haben geringeres Vertrauen in die Politik und fühlen sich der demokratischen Gesellschaft weniger verbunden.

Ein Grund dafür ist die stark wachsende Nutzung von Social Media. Dort prasselt eine kaum gefilterte Informationsflut auf die Menschen ein, oft ohne Einordnung oder journalistische Verantwortung. Das begünstigt Fake News, verunsichert viele und führt dazu, dass sie sich ganz vom journalistischen Medienkonsum abwenden.

Gleichzeitig geraten Medienhäuser wirtschaftlich unter Druck. Sinkende Abo- und Werbeeinnahmen führen zu Abbau bei Recherche und regionaler Vielfalt. KI verschärft diese Entwicklung zusätzlich, da sie journalistische Inhalte massenhaft nutzt, ohne die Urheberschaft zu entschädigen.

Mediengebühren reduzieren Abhângigkeit von privaten Eigentümerinteressen

Und genau hier sind Mediengebühren zentral. Sie reduzieren die Abhängigkeit von Klickzahlen oder privaten Eigentümerinteressen. Das schafft Journalismus, der informiert statt verkauft.

Öffentliche und private Medien stehen dabei nicht in Konkurrenz, sondern ergänzen sich. Eine Studie der Universität Zürich von 2024 zeigt: Wer SRG-News nutzt, greift häufiger auch zu Abo-Medien.

SRG
Die SRG berichtet aus allen Landesteilen und in allen Landessprachen der Schweiz. (Archivbild) - zVg

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die regionale und sprachliche Präsenz der SRG. Sie berichtet aus allen Landesteilen und in allen Landessprachen – auch dort, wo es kaum andere Angebote gibt.

Eine Halbierung der Serafe-Gebühr würde massive weitere Sparprogramme erzwingen, zusätzlich zu den Einschnitten der letzten Jahre. Regionale Berichterstattung, sprachliche Vielfalt sowie Kultur- und Sportformate stünden auf dem Spiel. Beliebte Serien, Hintergrundsendungen oder Live-Sport könnten verschwinden.

Wer heute bei den Medien spart, zahlt morgen einen hohen Preis

Das wäre ein grosser Verlust für die demokratische Öffentlichkeit, die Schweizer Kultur und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer heute bei den Medien spart, zahlt morgen einen hohen Preis: Mehr Polarisierung, weniger Vertrauen und eine geschwächte Demokratie.

Wie stimmst du am 8. März über die Halbierungsinitiative ab?

Ein Nein zur Halbierungsinitiative ist deshalb ein Ja zu einer starken Demokratie. Ein Nein zur Initiative steht für verlässliche Informationen, für Vielfalt und für eine Öffentlichkeit, die sich eine eigene Meinung bilden kann.

Danke, dass auch Sie am 8. März mit einem Nein zur Halbierungsinitiative für unsere demokratische Zukunft stimmen.

Zum Autor

Konradin Franzini (*1998) ist Mitglied des Zuger Kantonsrats für die ALG (Alternative – die Grünen Zug) und Co-Präsident der Grünen Risch-Rotkreuz. Franzini studiert Geschichte und Politikwissenschaft in Bern und lebt in Rotkreuz ZG.

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