Zuger Stadtparlament weist Subventionen für Kirsch-Verein zurück

Das Zuger Stadtparlament hat am Dienstag einem Kredit für die Sanierung des «Kirsch-Depots» zugestimmt. Die dort geplante Wissensvermittlung zur Zuger Kirschwasser-Tradition will ein Verein übernehmen. Jedoch wies der Grosse Gemeinderat die Subventionsvereinbarung zurück.

Mit 22 zu 8 Stimmen genehmigte das Stadtparlament den Rückweisungsantrag der Geschäftsprüfungskommission (GPK), wie aus der am Mittwoch von der Stadt publizierten Zusammenfassung der Geschäfte hervorgeht. Damit wird der Stadtrat beauftragt, Vorgaben zur Governance, zum Betriebskonzept und zur Eigenfinanzierung zu überarbeiten. Konkret soll die Zuger Kirschwasser-Gesellschaft künftig einen Drittel ihrer Mittel in Eigenfinanzierung erwirtschaften.
Der Stadtrat übernahm auch den Antrag der GPK, die Laufzeit der Vereinbarung um ein Jahr zu kürzen und die Sammlungsausstellung bis 2030 ins Eigentum des Vereins zu überführen. Die Vereinbarung soll damit bis 2030 statt bis 2031 gelten.
Die Vorlage des Stadtrats sah einen Gesamtkredit von 552'000 Franken für einmalige und wiederkehrende Beiträge an die Kirschwasser-Gesellschaft vor. Damit soll «ein Kompetenzzentrum für die Zuger Kirschenkultur» im Kirsch-Depot entstehen können. Auch das Bundesamt für Kultur, der Kanton Zug sowie private Geldgeber wollen das Projekt gemäss den Parlamentsunterlagen unterstützen.
Dem Objektkredit von rund 3,5 Millionen Franken für die Sanierung des Kirsch-Depots stimmte der Grosse Gemeinderat mit 27 Ja- zu 6 Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen zu. Die Stadt Zug soll das 1884 erbaute Remisengebäude rundum erneuern und in seiner Substanz erhalten. Die Liegenschaft soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Nebst der Ausstellung sind ein multifunktionaler Saal und eine historische Schaubrennerei geplant. Anlässe und Versammlungen bis 50 Personen sollen möglich sein.
Die SVP-Fraktion wollte die städtische Stimmbevölkerung über den Kredit entscheiden lassen und stellte einen Referendumsantrag. Diesen lehnte das Parlament jedoch deutlich ab.





