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FC Luzern: Ist Udo Portmann die «No Budget»-Lösung, Remo Meyer?

Mischi Wettstein
Mischi Wettstein

Luzern,

Udo Portmann geht beim FC Luzern als Sieger aus dem Trainer-Casting hervor. Sportchef Remo Meyer erklärt im Interview, wie die Suche abgelaufen ist.

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Sportchef Remo Meyer hat seinen neuen Trainer für den FC Luzern gefunden. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach einer Suche über sieben Wochen und zwei Tagen präsentiert der FC Luzern seinen Coach.
  • Sportchef Remo Meyer erklärt, worauf der FCL bei der Suche geachtet hat.

Nach einer wochenlangen Suche endet die Trainerfindung beim FC Luzern. Neuer Trainer wird Udo Portmann, der zuletzt beim FCL die U17 trainierte. Er folgt auf Mario Frick.

Fussball-Chefreporter Mischi Wettstein will von Sportchef Remo Meyer wissen, wie es zu dieser Wahl kam.

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Der FC Luzern macht Udo Portmann zum neuen Trainer. - keystone

Mischi Wettstein: Remo Meyer, «DSDS» – oder «Luzern sucht den Super-Trainer» ist vorbei. Bist du froh?

Remo Meyer: Ja, es war eine spannende und intensive Zeit. Wir haben viele Gespräche geführt. Mit internen Kandidaten, aber auch mit Kandidaten aus dem In- und Ausland. Wir haben uns für diesen Prozess bewusst diese sechs bis acht Wochen Zeit genommen. Es ist schön, konnten wir diese Suche jetzt mit der Präsentation von Udo Portmann beenden.

Wettstein: Es dauerte sieben Wochen und zwei Tage für diese Evaluierung. Das ist eine relativ lange Zeit?

Meyer: Das stimmt. Aber wir haben von Anfang an kommuniziert, dass wir uns diese Zeit nehmen wollen – und auch brauchen. Darum haben wir auch früh bekannt gegeben, dass sich die Wege von uns und Mario Frick im Sommer trennen.

Wir haben Ende Mai als Zielhorizont für die neue Lösung ausgegeben. Es ist ein ganz wichtiger Entscheid für den Club.

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Sportchef Remo Meyer hat sich bei der Trainersuche beim FC Luzern Zeit gelassen. - keystone

Wettstein: Eine kritische Nachfrage: Wenn man über sieben Wochen Zeit braucht und dann die interne Lösung wählt – dann kann man doch kaum von einer «Wunschlösung» sprechen?

Meyer: Doch, Udo ist unsere absolute Wunschlösung, dass kann ich so bestätigen. Das hat nichts mit intern oder extern zu tun, sondern das Ergebnis aufgrund des Prozesses der Trainerfindung.

Wie bereits gesagt: Wir haben uns bewusst Zeit gelassen, weil es wichtiger Entscheid für den FCL ist. Wir haben eine professionelle Trainer-Rekrutierung gemacht.

Wettstein: Was ich kritisch hinterfragen will: Warum schickt man zwei interne «Rössli» in dieses Rennen – und verabschiedet in Runde 1 mit Michel Renggli den einen von beiden aus dem Prozess?

Meyer: Es ist schön, durften wir gleich zwei interne Kandidaten in den Findungsprozess reinnehmen. Wir wollen beim FC Luzern nicht nur Spieler ausbilden, sondern auch Trainer für die erste Mannschaft entwickeln.

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Der neue Trainer beim FC Luzern heisst Udo Portmann. - keystone

Wettstein: Mit Udo Portmann fällt die Wahl auf den U17-Trainer. Ist er die «No Budget»- Lösung?

Meyer: Nein, das hat damit nichts zu tun. Udo Portmann ist die richtige Lösung – und das sage ich mit voller Überzeugung. Er hat uns in den Gesprächen extrem überzeugt. Das hat 0,0 mit dem Budget zu tun.

In den letzten neun Jahren befanden sich all unsere Trainer finanziell in einer ähnlichen «Range». Es war nie ein Thema, dass das für uns Priorität hat. Und uns hat auch keiner der Kandidaten abgesagt.

Ist Udo Portmann der richtige Trainer für den FC Luzern?

Wettstein: Konnte man als FC Luzern vielleicht nicht genügend Perspektiven aufzeigen?

Meyer: Überhaupt nicht. Ich finde, wir können sogar eine tolle Perspektive aufzeigen. Es gibt viel Kontinuität im Club, wir werden auch nächste Saison wieder ein konkurrenzfähiges Kader beisammen haben. Mit diesem wollen wir maximal ambitioniert sein.

Natürlich mit der Verknüpfung mit unserer Club-Philosophie, auf den Nachwuchs zu setzen. Das war auch ganz wichtig. Auch dieser Punkt war uns bei allen Trainerkandidaten wichtig.

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Auch Michel Renggli war beim FC Luzern Trainerkandidat. - keystone

Wettstein: Meine persönliche Spezialfrage: Ich bin absoluter Fan von Michel Renggli. Wieso wurde er nicht Trainer beim FCL – und was kann Udo Portmann besser als er?

Meyer: Udo ist seit sechs Jahren bei uns in der Nachwuchsabteilung. Michel war vier Jahre bei uns seit seiner Rückkehr vom FC Basel. Beide haben bei uns sehr gute Arbeit geleistet.

Schlussendlich nochmal, um es klarzustellen: Es ist kein Entscheid gegen einen Kandidaten – sondern ein Entscheid für Udo. Er hat sich am Ende durchgesetzt. Beide waren lange bei uns in der Nachwuchsabteilung und beide waren Kandidaten auf den Cheftrainerposten. Am Ende kann es nur einer werden – und dieser Entscheid richtet sich nicht gegen jemanden.

Wettstein: Wenn man sieben Wochen und zwei Tage einen Trainer sucht, wäre es dann nicht einfacher gewesen: Mario Frick geht, Udo Portmann kommt? Da hättest du dir viel Arbeit und einige Schlagzeilen erspart?

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Die Zeit von Mario Frick beim FC Luzern endet. - keystone

Meyer: Nein, das stand nie zur Diskussion. Wir wollten die Geschichte mit Mario so zu Ende schreiben. Und haben uns frühzeitig gemeinsam entschieden, dass wir im Sommer neue Wege gehen. So haben wir die nötige Zeit erhalten, uns mir diesem ganz, ganz wichtigen Thema, wer jetzt Cheftrainer wird, befassen zu können.

Dass dauerte jetzt eben die von dir genannten sieben Wochen und zwei Tage (lacht). Wir haben uns diese Zeit herausgenommen und auch gebraucht, um den Entscheid zu fällen.

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Jubelt Matteo Di Giusto auch in der kommenden Saison für den FC Luzern? - keystone

Wettstein: Zum Abschluss: Was ist die Vorgabe für den neuen Trainer? Muss er unter die ersten Sechs kommen? Und weiss er schon, ob wichtige Spieler, wie zum Beispiel Di Giusto, bleiben?

Meyer: Die Zieldefinition erfolgt natürlich nach der Vorbereitung, dann werden wir sie kommunizieren. Im Sommer gibt es im Kader immer Veränderungen, aber viele Spieler werden hier bleiben.

Wir sind in den letzten Wochen mit vielen Spielern aufgelaufen, die auch in der nächsten Saison hier spielen werden. Die Kaderplanung ist immer ein laufender Prozess.

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