Epstein war an Luxusvillen in der Schweiz interessiert

Die «Villa Rose» in Meggen LU war Ziel eines diskreten Angebots an den Sexualstraftäter. Laut Epstein-Files reichen seine Kontakte bis ins Zuger Crypto Valley.

Das Wichtigste in Kürze
- Jeffrey Epstein zeigte 2010 Interesse an Marc Richs «Villa Rose» in Meggen LU.
- Vermittelt wurde das Anwesen diskret vom Ex-NBA-Funktionär David Stern.
- Zum Kauf kam es nicht – seit 2014 gehört die Villa Kunsthändler Robert Landau.
Die «Villa Rose» in Meggen LU ist ein prachtvolles Anwesen am Vierwaldstättersee mit Parkanlage, Seeanstoss und Indoor-Pool. Sie gehörte einst dem verstorbenen Rohstoffhändler Marc Rich.
Neue Dokumente aus den Epstein-Files belegen nun, dass der verstorbene Investmentbanker und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein Interesse an der Liegenschaft hatte. Dies berichtet die «Luzerner Zeitung».
Diskretes Angebot über persönlichen Kontakt
Aus einer E-Mail des früheren US-Basketballfunktionärs David Stern an Epstein von 2010 geht hervor, dass er Richs Anwesen vermitteln wollte. Das Geschäft könne diskret und ohne Makler abgewickelt werden, da er Rich persönlich kenne, schrieb Stern.
Er hob besonders die Privatsphäre und Sicherheitsanlagen der Villa hervor und fragte: «Any interest?» Epstein zeigte sich interessiert, es kam jedoch nie zum Kauf.
Seit 2014 gehört das Anwesen dem international bekannten Kunsthändler Robert Landau.
Marc Rich: Begnadigt und doch umstritten
Marc Rich, der 2013 in Luzern verstarb, lebte seit den 1980er-Jahren in der Schweiz. Er war vom FBI wegen Steuerdelikten und illegalem Ölhandel gesucht worden und wurde 2001 von US-Präsident Bill Clinton begnadigt.
Aus seiner Firma entstand später Glencore. Auch unabhängig von der Villa wird Rich mehrfach in den Epstein-Files erwähnt. In Nachrichten ist etwa von gemeinsamen Mittagessen und Partys im gleichen Umfeld die Rede.
Weitere Immobilien und ein Bezug zur Kryptoszene
Neben der Villa in Meggen wird auch eine Luxusliegenschaft am Zugersee erwähnt, die David Stern Epstein weiterempfahl. Dies ohne Wissen des beteiligten Immobilienunternehmens.
Die betroffene Immobilienberaterin zeigte sich überrascht, in den Akten aufzutauchen. Sie betonte, nie Kontakt mit Epstein gehabt zu haben.
Eine weitere Spur führt ins Zuger Crypto Valley: Epstein soll sich gemäss «NZZ am Sonntag» für Kryptowährungen interessiert haben. Über den früheren Trump-Berater Steve Bannon kam er offenbar in Kontakt mit einem US-Krypto-Experten mit Beziehungen in die Schweizer Kryptoszene.








