«König der Schweiz» versteigert Teil seines Reichs

Jonas Lauwiner unterbricht seinen Feldzug quer durch die Schweiz: Er trennt sich von einem Stück Land – und unterstützt damit wohltätige Projekte.
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Das Wichtigste in Kürze
- Der «König der Schweiz» versteigert eine Quartierstrasse.
- Mit dem Erlös soll die Kinderkrebs-Hilfe unterstützt werden.
- Lauwiner kandidiert für den Berner Regierungsrat.
Der «König der Schweiz» verkleinert sein Reich – für einen guten Zweck: Seit Dienstag versteigert Jonas Lauwiner den Rosenweg in Geuensee LU.
Der Nettoerlös geht an die Kinderkrebs-Hilfe Schweiz, wie auf Lauwiners Webseite steht. Das Startgebot für die Quartierstrasse liegt bei 5000 Franken. Gebote können während 30 Tagen abgegeben werden.
Der «König» sammelte bereits elf Hektaren Land
Lauwiner hatte die Strasse 2025 seinem «Königreich» einverleibt. «Es ist eine von vielen», sagte er damals zu Nau.ch.
Über die Jahre ist sein Reich stetig gewachsen. 149 Grundstücke in neun Kantonen hat er sich inzwischen unter den Nagel gerissen. Insgesamt besitzt er zwischen 110'000 und 120'000 Quadratmeter Land – darunter sind zahlreiche Strassen, Wiesen und Waldstücke.
Der Clou: Er eignet sich herrenlose Grundstücke an. Also Parzellen, die er im Grundbuch findet – und die sonst kaum jemand wollte.
Lauwiner war schneller als die Nachbarn
Zurück nach Luzern: In Geuensee kommt Lauwiners Treiben nicht überall gut an. Im letzten April wollte zwar niemand vor laufender Kamera sprechen. Doch die Anwohner hatten ganz eigene Pläne.
Die Idee: Eine Genossenschaft gründen und die Strasse gemeinsam kaufen. Das Problem: Lauwiner war schneller!
Jetzt versteigert er die Strasse, die er praktisch gratis übernommen hat – für mindestens 5000 Franken.
Der «König der Schweiz» will in den Regierungsrat
Den scheinbar selbstlosen PR-Coup führt Lauwiner wohl nicht ohne Hintergedanken durch. Am 29. März kandidiert er für den Berner Regierungsrat. Auch Nau.ch berichtete.
Als «König der Schweiz», wie er sich nennt, ist ihm Politik nicht fremd: 2024 verpasste er zwar die Wahl zum Burgdorfer Stadtpräsidenten. 2025 schaffte er jedoch den Sprung ins Stadtparlament – mit seiner eigenen Partei «König JL».
«Klar, bodenständig, lösungsorientiert»
Im Interview mit dem BärnerBär von letzter Woche gibt sich Lauwiner als Monarch fürs Volk. Er beschreibt eine bürgerliche Politik, die sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert.
Er sagt: «Ich stehe für eine Politik, die wieder näher bei den Menschen ist: Klar, bodenständig, lösungsorientiert. Im Regierungsrat will ich nicht Teil eines «Polit-Clubs» sein, sondern eine starke Stimme für die Bürgerinnen und Bürger – unabhängig, direkt und nachvollziehbar.»
Übrigens: Lauwiner wird grundsätzlich mit «Eure Hoheit» oder «Ihre Majestät» angesprochen. Ob er diese inoffiziellen Titel auch als Regierungsrat behalten würde, ist offen.










