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    Millionenraub nur vorgetäuscht? Gericht spricht Holländer frei

    Redaktion
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    Luzern,

    Ein wohlhabender Luzerner wurde im Sommer 2018 ausgeraubt. Beute im Wert von über einer Million Franken kam dabei abhanden. Doch wurde das Ganze nur fingiert?

    luzern kriminalgericht
    Das Luzerner Kriminalgericht musste den Fall eines heute 54-jährigen Holländers verhandeln, dem räuberische Erpressung vorgeworfen wurde. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Luzerner Firmengründer soll bei einem spektakulären Überfall ausgeraubt worden sein.
    • Das Kriminalgericht hat jedoch enorme Zweifel an der Geschichte.
    • Wurde sie gar für einen Versicherungsbetrug lediglich vorgetäuscht?

    Ein spektakulärer Raub soll sich im Sommer 2018 in einem Anwesen in der Nähe des Vierwaldstättersee-Ufers zugetragen haben. Beute im Wert von 1,3 Millionen Franken sei bei einem Luzerner Firmengründer entwendet worden.

    Vor dem Kriminalgericht Luzern gab es jedoch erhebliche Zweifel, ob sich der Vorfall wirklich so zugetragen hat, wie «Zentralplus» berichtet.

    Angeklagt war ein Holländer. Dem heute 54-Jährigen wurde räuberische Erpressung vorgeworfen.

    Spektakulärer Überfall: Partnerin merkte nichts

    Zusammen mit einem Komplizen soll er über einen Wasserschacht in den Garten des vermeintlichen Opfers gelangt sein.

    Von dort aus machten sich die beiden mithilfe von Leitern und Spannsets auf in Richtung Wohnung des Firmengründers.

    Durch ein geöffnetes Fenster stiegen sie in die Wohnung ein, wo das mutmassliche Opfer im Wohnzimmer in einem Sessel schlief.

    einbruch
    Ob sich der Überfall gemäss der Anklage wirklich so abspielte, darüber gibt es Zweifel. (Symbolbild) - depositphotos

    Gemäss der Anklage wurde der Mann daraufhin überwältigt und mit Kabelbindern gefesselt. Unter dem Druck von Drohungen liess er den Beschuldigten und seinen Komplizen zwei Safes ausräumen und sich wieder fesseln.

    Während all dem soll die Partnerin des Firmengründers aus dem Schlafzimmer nichts mitbekommen haben. Eine Schlaftablette, Ohropax und eine Schlafmaske hätten dazu geführt.

    Erst nach der Flucht der vermeintlichen Täter sei sie geweckt worden, um die Polizei zu verständigen. An diesem Teil der Geschichte – und noch an weiteren – bekundete das Gericht laut «Zentralplus» jedoch Zweifel.

    Findest du es richtig, dass der Mann bestraft wurde, obwohl seine Tochter erfunden war?

    Denn: An den Fesseln fand sich hauptsächlich DNA der Partnerin.

    Das Gericht vermutete, sie habe die Fesseln angelegt. Dies deutete gemäss Kriminalgericht darauf hin, «dass der angebliche Überfall nur vorgetäuscht wurde, und zwar zum Zwecke eines Versicherungsbetrugs». Es habe auch weitere Zweifel gegeben.

    Kriminalgericht spricht Angeklagten frei

    Der Beschuldigte bestritt bei der Verhandlung gemäss «Zentralplus» auch, die Tat begangen zu haben.

    Am Ende genügten die Zweifel, das Gericht dazu zu bewegen, den Holländer freizusprechen. 86'000 Franken an Genugtuung stehen ihm nun zu für die erlittenen 430 Tage Untersuchungshaft.

    Ganz zu Ende ist diese Saga aber noch nicht: Die Staatsanwaltschaft hat bereits Berufung eingelegt.

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